Mi., 10.10.2018

Bürgermeister will auf Dienstwagen verzichten – Georg Potthast (UWG) verabschiedet »Jeder kleine Schritt hilft der Umwelt«

Von Harald Iding

Steinheim (WB). Carsten Torke hat nachgerechnet: Weil sein Dienstwagen, mit Dieseltechnik angetrieben, pro Jahr viel weniger Kilometer auf dem Tacho hat als angenommen, will der Bürgermeister ab dem nächsten Jahr ganz auf einen Dienstwagen verzichten. »Damit rollt dann ein Diesel weniger auf den Straßen«, kündigte Torke an. In der jüngsten Ratssitzung gab es neben wichtigen Beschlüssen in Sachen Energieversorgung auch die Verabschiedung eines Ratsmitglieds.

Der bereits ausgeschiedene UWG-Ratsherr Georg Potthast erhielt von Carsten Torke zum Dank einen großen Blumenstrauß und anerkennende Worte für das Engagement. Für seine Partei war Potthast von Oktober 2012 bis zum Frühjahr dieses Jahres Stadtrat, bis er von Andree Moczek (Steinheim) als Nachfolger abgelöst wurde. »Es geht uns auch um die Verjüngung der Mannschaft. Mit 71 Jahren habe ich gerne Platz für die jüngere Generation gemacht, bleibe aber weiterhin als UWG-Vertreter zum Beispiel als Aufsichtsrat in der Sparkasse oder im Städte- und Gemeindebund NRW aktiv«, sagte Potthast dem WESTFALEN-BLATT.

Markus Lödige ist UWG-Fraktionssprecher

Als Vorsitzender des UWG-Stadtverbandes steht aktuell Ratsherr Gisbert Günther an der Spitze und als Fraktionssprecher im Rat Markus Lödige. Potthast gehörte seit 2014 außerdem dem Bezirksausschuss Vinsebeck, dem Bau- und Planungsausschuss, dem Wahlausschuss sowie dem Hauptausschuss an. Er habe sich stets gerne für die Interessen der Bürger eingesetzt, sagte Potthast. Der ehemalige Bauingenieur bei der Bezirksregierung Detmold ist davon überzeugt: »Der direkte Kontakt und Meinungsaustausch ist immer noch der beste Weg, eine Lösung zu finden – anstatt persönliche Einschätzungen nur über soziale Medien kund zu tun. Ich saß jedenfalls gerne im Rat.«

Blumengrüße

Wenn er in dieser Zeit dem einen oder anderen Unrecht getan oder sich im Ton vergriffen haben sollte, möchte er sich im Nachhinein gerne dafür entschuldigen, sagte er bei seiner Verabschiedung. Aber seine Sorge war unbegründet – denn Potthast war in den fast sechs Jahren eher für seine ruhige Sprache und sachlichen Nachfragen bekannt. Bürgermeister Carsten Torke wünschte Potthast (seinem früheren Nachbarn in Steinheim) alles Gute auf dem weiteren Lebensweg.

Zum Thema »Dienstwagen« erklärte Torke gegenüber den Ratsmitgliedern in eigener Sache, dass für den bisherigen VW Passat nach Leasingende im Januar 2019 kein Ersatz mehr angeschafft wird. »Ich werde dann einen privaten Wagen (Benziner) fahren und die Dienstfahrten mittels Fahrtenbuch abrechnen. Dadurch ergibt sich für den Stadthaushalt eine Einsparung von etwa 3500 Euro.« In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken bereite man zudem die Installation von zwei Ladestationen in der Innenstadt für E-Fahrzeuge vor, denn auch die Stadt wolle sich zeitnah ein Elektroauto anschaffen, wenn die anderen Leasingverträge (Polo und Fiesta) auslaufen. Torke: »Jeder kleine Schritt hilft der Umwelt.«

Bilanz 2017: Überschuss von 663.103 Euro

Eine positive Rechnung ergab sich auf für den Jahresabschluss der Stadt Steinheim zum 31. Dezember 2017. Ein Wirtschaftsprüfer hatte auf Beschluss des Rates die komplette Buchführung, die Inventur und den von der Verwaltung aufgestellten Jahresabschluss unter die Lupe genommen – und ohne Einschränkung bestätigt, dass der Lagebericht mit dem Abschlussbericht in Einklang steht. Bei einer Bilanzsumme in Höhe von 130.856.079 Euro hat der Rat beschlossen, dass der erzielte Überschuss in Höhe von 663.103 Euro nun der Ausgleichsrücklage zugeführt wird. Per einstimmigen Beschluss wurde dem Bürgermeister für das Haushaltsjahr uneingeschränkt Entlastung erteilt.

Mehrheitlich stimmte der Rat einer »mittelbaren Beteiligung der Stadt über die Stadtwerke Steinheim als Kommanditist an der ›Westfalen Weser Energie‹ (WWE) im Wege der Kapitalerhöhung« zu. Bereits im Juli dieses Jahres gab der Rat grünes Licht für die Veräußerung der Stromnetze. Es ging jetzt um die reine Unternehmensbeteiligung der Stadt an der WWE. Torke: »Die genauen Vertragswerke können aber erst ausgearbeitet und dem Rat vorgelegt werden, wenn alle Zahlen der Wirtschaftsjahre 2017/18 konkret vorliegen«. Dazu würden auch eventuelle Rückkaufoptionen durch die Stadt gehören, die Ratsherr Helge Hörning (Grüne) angemahnt hatte. »In den vorliegenden Unterlagen habe ich darüber noch nichts gefunden«, sagte Hörning.

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