Sa., 12.01.2019

Kleiderökumene in Steinheim ist seit Jahren beliebter Treffpunkt – Erlös für andere Projekte Vom Narrenkostüm bis zum Abendkleid

Annelies Niehörster (links) und Gertrud Hornemann sind seit 13 Jahren für die Kleiderökumene in Steinheim zuständig. 2000 Kunden nutzen die günstigen Angebote Jahr für Jahr.

Annelies Niehörster (links) und Gertrud Hornemann sind seit 13 Jahren für die Kleiderökumene in Steinheim zuständig. 2000 Kunden nutzen die günstigen Angebote Jahr für Jahr. Foto: Heinz Wilfert

Steinheim (WB/nf). Die Auswahl im Laden der Kleiderökumene in der Steinheimer Bahnhofstraße ist groß. Gut sortiert wie in einem Fachgeschäft finden die Kunden ohne dickes Portemonnaie gegen ein kleines Entgelt Kleidung aller Art für Damen und Herren.

Das Angebot ist vielfältig: Mäntel, Jacken, Pullover, Blusen, T-Shirts, Hosen, sogar Anzüge und in begrenztem Umfang auch Schuhe und Kindersachen. Selbst Karnevalskostüme sind im Steinheimer Sortiment.

Im März 2006 wurde die Kleiderökumene als gemeinsames Projekt der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Steinheims ins Leben gerufen und erfreut sich seither größter Beliebtheit.

In der Bahnhofstraße 6 wurde damals ein kleiner Laden gefunden und von der evangelischen Kirche angemietet. Aus den Überschüssen wurde seither die Miete voll erwirtschaftet. Zur Sprecherin wurde Gertrud Hornemann gewählt, Annelies Niehörster kümmerte sich um die Finanzen, erledigte die Einkäufe und betreute die Gruppen. Beide Kirchengemeinden stellten für die Umbauarbeiten benötigte Geldmittel zur Verfügung, der damalige Kirchmeister Werner Klein übernahm die Planung und Bauleitung.

Die Inneneinrichtung wurde zum größten Teil von Steinheimer Firmen und Bürgern gespendet, ebenfalls die Beleuchtung des Ladens. So fing eigentlich alles an. Gestartet wurde mit etwa 20 Mitarbeiterinnen, heute sind es bereits 32. Sie haben die Aufgabe, die Kleidung zu prüfen, einzusortieren und auszuzeichnen.

Feste Ausgabezeiten

Für sie wird ein »Dienstplan« erstellt, der für die aktuellen Ausgabezeiten montags von 9 bis 11 Uhr, mittwochs von 15 bis 17 Uhr donnerstags von 9 bis 11.30 Uhr und 15 bis 17 Uhr und am Freitag von 9 bis 12 Uhr gilt.

2000 Kunden Jahr für Jahr verraten den großen Zuspruch, über den sich die Kleiderökumene nicht beklagen kann. »Das liegt daran, dass wir Mode in einem sauberen und gut erhaltenen Zustand anbieten – darunter auch ganz aktuelle Mode. Es sind keine Ladenhüter«, stellen Gertrud Hornemann und Annelies Niehörster im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT heraus. Zwischen 50 Cent und mehreren Euro würden für die Kleidungsstücke fällig. Zwei Mal im Jahr werde das volle Sortiment auf Sommer- und Wintermode umgestellt.

Viele Stammkunden

Oft »schnuppern« Kunden erst einmal und prüfen die Auswahl. Viele kommen dann aber immer wieder, sind zu Stammkunden geworden oder schauen auf Empfehlung mal rein, weil eigentlich für jedes Alter etwas dabei ist.

Man müsse sich schon etwas Zeit mitbringen, um das passende Teil zu finden – schließlich handelt es sich fast ausschließlich um Einzelstücke. Und es gibt durchaus ausgefallene Kleidungsstücke, darunter Hochzeits- oder Abendkleider. Über die Kernaufgabe hinaus kann durch die Vernetzung mit dem Verein »Steinheim International«, dem Projekt »Möbellager« der Stadt Steinheim und der Pfarrcaritas bei Problemen weitergeholfen werden.

Männer fragen auch nach

Deshalb dient der Laden auch als »Kummerkasten« und er ist zum echten Treffpunkt geworden, an dem die Kunden sich in angenehmer Atmosphäre austauschen. »Wir ziehen auch die Männer an«, sagt Annelies Niehörster geheimnisvoll. Zwar machen Männer nur einen ganz kleinen Anteil der Kundschaft aus, sie würden dafür intensiv bei ihrer Auswahl beraten. Die Kleiderökumene versteht sich als ein soziales Projekt, bei dem es nur Gewinner gibt: Die Spender sind zufrieden, dass ihre gute Kleidung nicht im Müll landet. Und die Empfänger freuen sich, dass sie mit einer kleinen Spende gute Kleidung bekommen.

Deshalb beschloss das Team gleich, die Überschüsse direkt an die Kinder- und Jugendarbeit an Schulen, Kindertagesstätten sowie Vereine der Großgemeinde und deren musische, künstlerische, sportliche und soziale Arbeit weiterzugeben. 117 namhafte Spenden sind seither schon erfolgt. »Die Arbeit in der Kleiderökumene gibt uns ein gutes Gefühl – auch wegen der guten Kontakte zu unseren Kunden«, sagen Annelies Niehörster und Gertrud Hornemann im Namen aller Kolleginnen. Sie seien längst eine große Gemeinschaft geworden. Und sie danken auch den zahlreichen Spendern, die sie seit nunmehr 13 Jahren mit Kleiderspenden beliefern.

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