Di., 16.04.2019

Pilotprojekt »SISKA« soll Senioren in Steinheim Hilfestellung geben Ältere Generation steht im Fokus

Die Senioren-Informationsmappe ist von den Initiatoren vorgestellt worden. Dabei wurden Angaben zum Inhalt, zum Zweck und zum Ablauf gemacht.

Die Senioren-Informationsmappe ist von den Initiatoren vorgestellt worden. Dabei wurden Angaben zum Inhalt, zum Zweck und zum Ablauf gemacht. Foto: Heinz Wilfert

Von Heinz Wilfert

Steinheim (WB). Einsamkeit im Alter ist keine Krankheit. Vereinsamung kann aber krank und hilflos machen. Mit dem Pilotprojekt »SISKA« wird dem Problem jetzt in Steinheim zu Leibe gerückt. Das Ziel ist, wichtige Informationen für Senioren zu bündeln.

Als Partner eines Kooperationsprojekts haben die Johannesstiftung, die Stadt Steinheim, die Pflegeberatung des Kreises Höxter, die AOK und die familiale Pflege der Katholischen Hospitalvereinigung Weser Egge eine Informationsmappe erarbeitet, die für alle über 75-Jährigen in Steinheim bestimmt ist.

Hilfestellung für Senioren

Anspruch der Mappe ist, den Senioren Hilfestellungen zu geben und die bestehenden Angebote in der Stadt, den Ortschaften und im Kreis Höxter näher zu bringen. Inhaltlich liefert die Mappe Informationen zu den Themen Freizeit, Gesundheit, Recht und Sicherheit, Wohnen, Unterstützung, Betreuung und Pflege. Sie informiert auch über die Vorsorgevollmacht, die Sicherheit in den eigenen vier Wänden oder über Sturzgefahren. In der Mappe können wichtige Informationen abgeheftet werden, von der Medikamentendosierung bis zur Krankenkassenkarte. Per Download kann die Mappe von den Internetseiten der Kooperationspartner heruntergeladen werden.

Die Kosten wurden von Sponsoren wie der Sparkasse Höxter getragen. Den Löwenanteil hat der Pflegeinnovationspreis (10.000 Euro) ausgemacht, mit dem das Projekt »GeiSt« (Gemeinsam in Steinheim) ausgezeichnet wurde. »Wir wollen mit ›SISKA‹ die Weichen für die Zukunft stellen, damit die ältere Generation mit den Problemen des Alltags besser zurecht kommt und dennoch ein selbstbestimmtes Leben führen kann«, erklärte Steinheims Bürgermeister Carsten Torke bei der Vorstellung des nützlichen Breviers. Torke gab sich zuversichtlich, dass dadurch eine Klammer über die Generationen entstehen und auch die Kommune ihre Lehren daraus ziehen könne.

Mappen werden persönlich abgegeben

»Die ältere Generation in den Fokus zu stellen war ein wichtiges Anliegen des ›SISKA‹-Projekts, um zu zeigen: Sie sind es uns wert, viel Energie und Ideen investiert zu haben«, betonte Gemeinwesenarbeiterin Karola Schmidt für die Johannesstiftung. Deshalb seien die Info-Mappen auch sehr hochwertig gestaltet. Die Mappen werden nicht anonym an der Haustür abgegeben oder per Post geschickt. Sie werden von dafür geschulten Ehrenamtlichen persönlich abgegeben, die auch das Gespräch suchen. Thorben Rebitzer, Pflegeberater der AOK, stellte fest, dass viel Praxis aus der alltäglichen Arbeit inhaltlich in die Mappe eingeflossen sei.

Stefan Sebastian (Pflegeberater beim Kreis Höxter) bezeichnete vor allem die Angebote und Beratungsstellen als sehr hilfreich. Schließlich seien ältere Menschen häufig noch sehr aktiv, wüssten aber über Freizeit- oder Sportangebote oft nicht wirklich viel. Durch die Angebots- und Informationsvielfalt soll sich das Bewusstsein verfestigen: Niemand muss alleine sein.

Startschuss fällt in Sandebeck

Gestartet wird mit der Verteilung bereits im Mai in Sandebeck. Doris Brockmann, Ulla Römer-Stratmann, Maria Kleine, Gabi Otto und Christa Waldhoff haben sich auf die Aufgabe durch eine Fortbildung gezielt vorbereitet. Darin ging es nicht nur um die Kommunikation, auch viele Sachgebiete wurden besprochen, die für Senioren wichtig sind. Unter anderem wurden in Rollenspielen Türöffner Situationen durchgespielt. »Wir haben selbst durch die Fortbildung profitiert«, sagt Ulla Römer-Stratmann, die sich auf die Aufgabe freut. Nach Sandebeck folgen die anderen Ortschaften Steinheims und zuletzt die Kernstadt. Die Erfahrungen aus der ersten Ortschaft sollen in das weitere Verfahren einfließen.

Auch andere Städte im Kreis Höxter haben bereits Interesse bekundet, die Senioren-Informationsmappe zu übernehmen. 30 geschulte Ehrenamtliche stehen in Steinheim bereits zur Verfügung, weitere können noch einsteigen. Dafür werden Fortbildungen an der Landvolkshochschule in Hardehausen angeboten, die für die Teilnehmer kostenfrei sind. Insgesamt 1550 über 75-Jährige gibt es in ganz Steinheim, alleine in der Kernstadt sind es 950. Sie alle werden angeschrieben und auf den Besuch bei absoluter Freiwilligkeit vorbereitet. Der Datenschutz bleibe dabei gewahrt. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass bis zu 95 Prozent auch mitmachen. Die Besuche sollen ohne Zeitdruck erfolgen und bis Ende des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

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