Do., 06.06.2019

Außergewöhnliche Aktion unter freiem Himmel am Mühlengraben und Emmerauenweg Künstler setzen Natur in Szene

Die Künstlergemeinschaft »Die Hummel« thematisiert das Artensterben und ruft zum sorgsamen Umgang mit der Natur auf.

Die Künstlergemeinschaft »Die Hummel« thematisiert das Artensterben und ruft zum sorgsamen Umgang mit der Natur auf. Foto: Heinz Wilfert

Steinheim (WB/nf). Mit der Ausstellung »Kunst natürlich« präsentiert die Junge Kultur Steinheim wieder eine außergewöhnliche Kunstaktion unter freiem Himmel, die sieben Tage rund um die Uhr geöffnet hat. Als Ausstellungsfläche dienen der Mühlengraben und der Emmerauenweg im grünen Herzen der Stadt.

»Eine solche Ausstellung bereichert das Kulturleben unserer Stadt«, lobte der stellvertretende Bürgermeister Gerd Jarosch bei der Eröffnung am Sonntag. Er dankte der Jungen Kultur für die Initiative und das große Engagement in Sachen Kunst. Jarosch nannte den generationenübergreifenden Aspekt einen Markenkern der Ausstellung.

Was Kunst ist, definierten zwar die Künstler selbst – wie ein roter Faden zieht sich aber die Verbindung zur Natur durch die Werke. 29 Künstlerinnen und Künstler aus Steinheim und der Region zeigen ihre Exponate im Rahmen dieser Ausstellung. Die Idee dafür wurde 2002 geboren. Die Ausstellung in diesem Jahr war bereits die zehnte, an der neben zahlreichen Einzelkünstlern wieder ganze Künstlergruppen beteiligt sind.

1,2 Kilometer langer Rundweg

So nimmt die Kindertagesstätte »Wildblume« aus Schwalenberg teil, die Offene Ganztagsschule Steinheim und die Grundschule Vinsebeck. Die Künstlergruppe »Kulturrucksack NRW«, unter der Leitung von Gerd Leifels, stellt im Rahmen der Aktion ebenso aus wie die bekannte Künstlergemeinschaft »Die Hummel« und die Kolpingfamilie. Sie alle bringen inmitten der Natur die unterschiedlichen Facetten von Kunst zum Ausdruck – denn die Werke sind so vielfältig wie die Künstler selbst. Sie reichen von Malerei über Collagen bis hin zu großflächigen Installationen und Graffiti.

Die Ausstellung startet in der Höxterstraße beim ehemaligen China-Restaurant »Dynastie« und führt über einen 1,2 Kilometer langen Rundweg durch den Mühlengraben an den ehemaligen Steinheimer Stadtwerken vorbei. Dann biegt sie hinter den »Siebenschütten« in den Otto-Lüke-Weg und den neuen Emmerauenweg ein, der entlang der Emmer bis zur Rolfzener Straße führt. Der Weg vorbei an Emmer und Heubach ist beliebt bei Spaziergängern.

Sein Verlauf ist durch die Kunstobjekte sehr vielfältig und abwechslungsreich. »Auf bekannten Wegen in ungetrübter Natur laden wir dazu ein, Kunst und Landschaft völlig neu zu erleben und in Einklang zu bringen«, sagte Markus Waldhoff, einer der Initiatoren. Man erreiche dadurch Menschen und begeistere diejenigen, die sonst weniger Kontakt zu Kunst haben.

Hummel aus Naturmaterialien

An Kunstwerken wie von der »Hummel« hätten auch Teilnehmer von »Fridays for Future« ihre Freude. »Natur trifft auf Natur« nannte die Künstlergemeinschaft ihr Kunstwerk – eine Hummel und ein Hummelnest aus Naturmaterialien. »Wenn wir nicht sorgfältiger mit unserer Natur umgehen, werden wir bald nur noch ausgestopfte Exemplare und vertrocknete Pflanzen sehen«, sagte Sabine Diedrich.

Um das Fühlen, Sehen, Riechen, Hören und Schmecken geht es Sabine Guzzardi, die dazu aufruft, die Sinne zu wecken und dafür das Handy wegzulegen. Besonders beeindruckend sind Karikaturen, die sich mit dem Thema Umwelt beschäftigen und unser Verhalten kritisieren. »Wir können jetzt nicht in den Garten, der Mähroboter möchte nicht gestört werden«, heißt es auf einer Karikatur. Ähnliche Vorstellungen drückt Sabine Scheuß aus, die ihre Arbeit mit dem Titel »Neues Outfit für die Erde unmöglich« beschrieb.

Die Möglichkeit, »Kunst natürlich« bei Spaziergängen zu bestaunen, besteht noch bis zum 7. Juli. An den Zugängen zur Ausstellung (Höxterstraße, Rosentalstraße und Rolfzener Straße) liegen Faltblätter aus, die einen Lageplan der Ausstellung sowie weitere Informationen zur Aktion enthalten.

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