Missbrauchsfall Lügde: Hat 57-Jähriger ein Opfer aus seiner Verwandtschaft vergewaltigt? – mit Videos
Weiterer Camper unter Verdacht

Lügde/Steinheim (WB). In Lügde steht jetzt ein dritter Camper im Verdacht, ein junges Opfer vergewaltigt zu haben. Bisher ist die Beweislage allerdings eher dünn.

Freitag, 05.07.2019, 03:00 Uhr
Zwei Streifenbeamtinnen stehen mit ihrem Wagen vor der abgesperrten Parzelle und bewachen sie. Foto: Christian Althoff
Zwei Streifenbeamtinnen stehen mit ihrem Wagen vor der abgesperrten Parzelle und bewachen sie. Foto: Christian Althoff

Kriminalbeamte der Ermittlungskommission »Eichwald« durchsuchten am Mittwoch und am Donnerstag die Parzelle des Mannes. Der Verdächtige ist 57 Jahre alt, in Steinheim gemeldet und ein Freund des Angeklagten Mario S. (34).

2018 wurde der Mann zum ersten Mal angezeigt – von einer damals 15-Jährigen. Sie gab an, er habe sie nach einem Grillabend – bei dem auch viel Alkohol floss – auf dem Platz vergewaltigt, und Andreas V. (inzwischen einer der Angeklagten im Lügde-Prozess) habe zugesehen. Die Staatsanwaltschaft Detmold stellte die Ermittlungen ein, weil sich eine Schuld nicht nachweisen ließ.

Unabhängig von diesem Fall der 15-Jährigen hat sich nun ein weiterer Verdacht gegen den Mann ergeben: Am Mittwoch befragten Polizisten der Ermittlungskommission ein mutmaßliches Opfer der Lügder Missbrauchsserie. Es konnte erst jetzt vernommen werden, weil es in den vergangenen Wochen erst stabilisiert werden musste. Dieses Kind sollte zu den beiden geständigen Tätern Andreas V. und Mario S. befragt werden, doch dann schilderte es überraschend eine Vergewaltigung durch den 57-Jährigen Steinheimer – einen Verwandten.

Die Staatsanwaltschaft Detmold erwirkte sofort einen Durchsuchungsbeschluss für die Meldeadresse in Steinheim und die Campingplatzparzelle. Noch am Mittwochnachmittag begannen Polizisten mit den Durchsuchungen, die gestern fortgesetzt wurden. Beamte der Spurensicherung untersuchten die Unterkunft, die aus einem Wohnwagen mit Anbau besteht. Kräfte der Einsatzhundertschaft Bielefeld brachten das Inventar zur weiteren Untersuchung fort.

Die Beweislage reichte aber nicht für einen Haftbefehl. Der Mann, der die Vorwürfe bestreitet, war gestern noch auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen schweren sexuellen Missbrauchs, wie die Vergewaltigung Minderjähriger im Juristendeutsch heißt.

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