So., 14.07.2019

Dritte Auflage von »Reggae im Hanffeld« begeistert erneut viele Festivalfreunde Karibik-Flair trotz Wolkenfront

Der 76-jährige »Jamaica Papa Curvin« ist kurzfristig als »Special Guest« auf der Bühne des Festivals angekündigt worden. Er ist eine echte Reggae-Ur-Legende und begeisterte die Besucher auch mit seiner Botschaft von der Liebe.

Der 76-jährige »Jamaica Papa Curvin« ist kurzfristig als »Special Guest« auf der Bühne des Festivals angekündigt worden. Er ist eine echte Reggae-Ur-Legende und begeisterte die Besucher auch mit seiner Botschaft von der Liebe. Foto: Greta Wiedemeier

Von Greta Wiedemeier

Steinheim (WB). »Steinheim – lasst die Sonne in Euren Herzen scheinen!« – die Worte, die der jamaikanische Sänger Yah Meek am frühen Samstagabend an die Zuschauer richtete, nahm man sich bei »Reggae im Hanffeld« zu Herzen. Der Himmel war schon seit Beginn der Veranstaltung dunkel bewölkt und der Boden matschig – doch die Besucher tanzten und sangen zu den Reggae-Beats als herrsche bestes Karibik-Wetter.

Bei der mittlerweile dritten Auflage des Festivals hatten die Veranstalter von der »Jungen Kultur« und der »Hanf-Zeit« einige Neuerungen in petto: Zehn Bands und damit satte zwölf Stunden Musikprogramm wurden den teils weit angereisten Besuchern geboten. Neben Reggae-Größen wie der maltesischen Band »ManaTapu«, die auf ihrer Deutschland-Tournee einen Zwischenstopp in Steinheim einlegte, oder Uwe Banton, Andrew Murphy und Ganjaman, die alle auch in den vergangenen Jahren vertreten waren, hatte sich der 76-jährige »Jamaica Papa Curvin« kurzfristig als Special Guest angekündigt. »Das ist wirklich eine Ehre – er ist DIE Reggae-Ur-Legende«, freute sich Marita Kaufmann von der Jungen Kultur.

»Hamping« statt Camping

Das sogenannte »Hamping«, also Campen direkt auf dem Hanffeld, war für interessierte Besucher erstmals möglich und wurde gut angenommen. Durch behördliche Auflagen wurde die Besucherzahl jedoch in diesem Jahr auf 2000 limitiert und auch ein Eintrittsgeld musste schon am Nachmittag gezahlt werden. »Es ist schwierig, damit erst am Abend anzufangen, wenn viele schon auf dem Gelände sind«, erinnert Marita Kaufmann von der Jungen Kultur an das Jahr 2017. Etwa 1000 Tickets waren in diesem Jahr schon vor der Veranstaltung vergriffen, viele weitere Festival-Besucher sorgten in Steinheim noch einmal für zufriedenstellende Einnahmen an der Tageskasse.

Das Festival hat sich mittlerweile bundesweit einen Namen gemacht. Viele der Mitwirkenden kamen von selbst auf die Veranstalter zu und hatten Interesse bekundet, sich einzubringen. Auch Ivonne Makowski aus Bochum war in den ersten Jahren nur Besucherin. »Ich habe mir von Anfang an vorgenommen, hier auch selbst mal einen Stand zu haben«, erzählt die selbsternannte »Dreadlocktussi«. Und so arbeitete sie am Samstag einem Besucher nach dem anderen mit einer Häkelnadel Dreadlocks in die Haare.

Kulinarische Kuriositäten

Neben Haarstyling, Kleidung und Hanflabyrinth wurden auch kulinarische Kuriositäten angeboten: »Dr. Vegetary« hatte vegane Köstlichkeiten im Gepäck, Kräuter-Tierfreund Heinz Gruber stellte seine Rein-Hanf-Pressies vor und auch das ein oder andere Hanf-Bier fand sich in den Händen der Besucher wieder. Für Fachwissen rund um die Kulturpflanze waren Vorträge über die aktuell geltenden Rechtsbestimmungen, Hanf als Baustoff sowie die Drogen- und Suchtpolitik organisiert worden. Besonders die Worte des Mediziners Franjo Grotenhermen stießen auf Gehör. Der 62jährige gilt als Koryphäe auf dem kontroversen Gebiet von Cannabis als Arzneimittel und beantwortete Fragen zum Einsatz bei Krebserkrankungen, Autismus oder ADHS.

»Wir müssen auf dieser Erde gut zusammenleben – egal wo wir herkommen. Liebe ist der Schlüssel«, verbreitete Reggae-Legende »Jamaica Papa Curvin« die friedlichen Grundsätze der Musikkultur, die seit vergangenem Jahr sogar zum immateriellen Weltkulturerbe zählt. Das Steinheimer Publikum, das an diesem Abend bunt gemischt war, belohnte seine Botschaft mit spontanem Jubel. Bis tief in die Nacht schallten die sanften Reggae-Klänge bei einer einzigartigen Atmosphäre am Samstag noch quer über das Hanffeld bis hinein in die Emmerstadt.

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