Mo., 15.07.2019

Abreise steht bevor: 22-jährige Vivien Brokmann aus Grevenhagen will in Afrika helfen Studentin gibt Einheimischen Tipps

Die 22-jährige Vivien Brokmann aus Grevenhagen kann zupacken. In wenigen Tagen bricht die Studentin nach Südafrika auf, um im Rahmen des Projekt »Farmers Foundations« praktische Entwicklungsarbeit zu leisten.

Die 22-jährige Vivien Brokmann aus Grevenhagen kann zupacken. In wenigen Tagen bricht die Studentin nach Südafrika auf, um im Rahmen des Projekt »Farmers Foundations« praktische Entwicklungsarbeit zu leisten. Foto: Heinz Wilfert

Von Heinz Wilfert

Steinheim-Grevenhagen (WB). Mit seinen Naturschönheiten gehört Südafrika zu den faszinierendsten Ländern dieser Erde. Aber es gibt auch eine andere Seite des Landes an der Südspitze ­Afrikas. Noch lange nicht können alle Einwohner des Landes am Wohlstand teilhaben. Gerade in ländlichen Regionen Südafrikas herrscht bittere Armut. Eine junge Frau aus Grevenhagen will das ändern.

Seit 2012 unterstützen mit Professor Thomas Weyer jährlich vier Studierende der Fachhochschule Südwestfalen (Agrarwirtschaft Soest) die Arbeit vor Ort, indem sie versuchen, über das Projekt »Farmers Foundations« im Gebiet an der Grenze zu Kwazulu Natal erfolgreich Lebensmittel anzubauen und Tierzucht zu betreiben.

Die 22-jährige Vivien Brockmann aus Grevenhagen gehört in diesem Jahr zu den vier Studierenden, die das Projekt in Südafrika südlich des Krüger Nationalparks in diesem Jahr begleiten. Sie hat sich mit ihren drei Mitstreiterinnen mit einem Motivationsschreiben beworben und wurde ausgewählt.

Grundsätzlich steht zwar allen Südafrikanern Landbesitz offen. Der erfolgversprechende Anbau von Lebensmitteln und Tierzucht setzt aber die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten voraus. »Wir bringen dieses Know How aus unserem Studium mit«, sagt die engagierte Studentin.

Sie will deshalb das erforderliche Wissen um die Böden, die Humuswirtschaft, das Wassermanagement, die Anzucht von Setzlingen, die Nutzung von Hühnern und Schweinen als praktische Bodenvorbereiter in dem Projekt jungen Südafrikanern vermitteln – und so die weitgehende Selbstversorgung zur Sicherstellung des Lebensunterhaltes ermöglichen.

In wenigen Tagen wird sich Vivien Brockmann mit drei Kommilitoninnen für drei Monate nach Südafrika aufmachen. Sie bringt für das Projekt nicht nur theoretisches Wissen mit. Vor zwei Jahren hat sie bereits praktische Erfahrungen bei einem einjährigen Aufenthalt in Neuseeland mit Stationen auf großen Farmen gesammelt.

Ehemalige Realschülerin

Vivien Brockmann hat nach ihrem Abschluss an der Realschule Steinheim das Fachabitur in Sozialwesen abgelegt und danach eine Lehre als Landwirtin abgeschlossen. Seit zwei Jahren studiert sie an der Fachhochschule Südwestfalen. Während ihres Aufenthalts in Südafrika leben die vier Studentinnen auf der Farm einer deutschstämmigen Familie, die das Projekt vor mehr als zehn Jahren ins Leben gerufen hat.

Ziel sei der Aufbau einer »Farm Academy«, um jungen Südafrikanern eine Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich zu ermöglichen. Die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sollen dazu befähigen, Subsistenzwirtschaften aufzubauen, die auch eine kommerzielle Erweiterung ermöglichen.

Gemüsegärten errichten

Auf einer Fläche von sieben Hektar sind zwei Arbeitsschwerpunkte gesetzt. Dort sind Gemüsegärten angelegt, wo Mangold, Weißkohl, rote Beete, Lauch, Zwiebeln, Bohnen, Erbsen und Mais angebaut werden.

Auf den größeren Flächen wird nach dem sogenannten Bela-Bela-Prinzip gearbeitet – dem Versuch einer organischen Kreislaufwirtschaft in Afrika. In einem Rotations- und Portionsverfahren bereiten frei laufende Schweine und Hühner die Fläche vor. Nachdem die Tiere die Fläche verlassen haben, wachsen aus den hinterlassenen Samen verfütterter Speisereste und Futtersamen neue Pflanzen, die später in einer wiederkehrenden Rotation wiederum als Futter dienen können.

Ländliche Entwicklung

Das Projekt dient damit sowohl der Lebensmittelsicherheit wie der ländlichen Entwicklung in einem peripheren Raum Südafrikas mit hoher Arbeitslosigkeit. Vom Erfolg ist Vivien Brockmann überzeugt. »Wir sind hoch motiviert und wollen Hilfe leisten.« Die letzten beiden Wochen ihres Aufenthalts sollen genutzt werden, um das Land mit seiner abwechslungsreichen Landschaft und Tierwelt kennenzulernen.

Zu den Zielen werden der Krüger Nationalpark, die Drakens Berge und die Garden Route (Südafrikas beliebteste Route entlang der Südküste) gehören.

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