Fr., 19.07.2019

Hilfe für Demenzerkrankte: Neuer »Garten Helene« wird von vielen Seiten unterstützt Tor von der Vergangenheit in die Gegenwart

Annette Wennrich (2. von rechts, Hausleitung) freut sich, dass es mit der Gestaltung des Projektes »Garten Helene« vorangeht. Die Vertreter der UWG und des »GeiSt«-Projektes haben drei Bänke dem Helene-Schweitzer-Haus übergeben (hintere Reihe: Markus Lödige (links), Hans-Werner Lange, Ellen Kanbach sowie Brigitte Lange, Kurt Kanbach und Gisbert Günther (rechts).

Annette Wennrich (2. von rechts, Hausleitung) freut sich, dass es mit der Gestaltung des Projektes »Garten Helene« vorangeht. Die Vertreter der UWG und des »GeiSt«-Projektes haben drei Bänke dem Helene-Schweitzer-Haus übergeben (hintere Reihe: Markus Lödige (links), Hans-Werner Lange, Ellen Kanbach sowie Brigitte Lange, Kurt Kanbach und Gisbert Günther (rechts). Foto: Wiedemeier

Steinheim (WB/gw). Die Bewohner des Helene-Schweitzer-Hauses können sich über drei neue, von Hand aus Paletten zusammengezimmerte Sitzbänke freuen. Diese wurden im Garten des Seniorenhauses aufgestellt, der sich im Laufe der Zeit Schritt für Schritt zum Wohlfühlort entwickeln soll.

»Wir werden ihn nicht als Demenzgarten, sondern als ›Garten Helene‹ bezeichnen«, betont Hausleiterin Annette Wennrich. Der Rahmen sei gesetzt: Verschiedene Sitzmöglichkeiten, ein Blühstreifen sowie diverse Kräuterarten können die Bewohner direkt neben ihren Wohnungen bewundern. Im Rahmen von Kooperationen mit den Projekten »GeiSt« (»Gemeinsam in Steinheim«) und »KAoA« (»Kein Abschluss ohne Anschluss«), der UWG sowie dem »Café International« wurde vor drei Jahren begonnen, rund um das Haus die ersten Hochbeete anzulegen, Sonnenblumen zu pflanzen und Bänke zu bauen. »Am Anfang waren die Reaktionen der Senioren noch recht verhalten. Mittlerweile sind die meisten aber begeistert«, erzählt Hans-Werner Lange, der 2016 schon mit gewerkelt hat. Um die Pflege der Hochbeete kümmern sich die Bewohner heute selbstständig, lediglich die Erde wird von starken Helfern ausgetauscht und nachgefüllt.

Für den großen Garten hat Wennrich noch mehr geplant: Verschiedene Obst- und Gemüsesorten sollen angepflanzt werden und ein Sonnenschutz zumindest für einen Teil der Sitzgelegenheiten angebracht werden. Wünschenswert wäre auch ein Ort, an dem man Vögel beobachten kann.

»Der Garten soll so unterschiedlich sein wie die Menschen, die bei uns wohnen«, erklärt sie. Die Bedürfnisse, die ein Demenzerkrankter habe, hätte grundsätzlich auch jeder andere, weshalb der Garten auch für Angehörige und Besucher offen stehe. Auf drei Aspekte wird ein besonderes Augenmerk gelegt: Die Gemeinschaft wird durch die Möglichkeit zum geselligen Austausch auf den Sitzmöbeln gefördert. Der Erinnerung wird durch Obst, Gemüse und Kräuter, die vielen Bewohnern noch aus jungen Jahren bekannt sind, auf die Sprünge geholfen. »Wir möchten ein Tor von der Vergangenheit in die Gegenwart schaffen, um leichter ins Gespräch zu kommen«, erläutert Wennrich.

Das dritte Element, das Naturerleben, soll dann unter anderem durch das Beobachten von Vögeln und Insekten ermöglicht werden.

Initiiert wurde die neueste Aktion von der UWG, die die Bänke auch finanziert hat. »Wir legen viel Wert auf das Zusammenspiel zwischen der jungen und der alten Generation, so dass die Bänke hier sicherlich gut angelegt sind«, betonte Stadtverbandsvorsitzender Gisbert Günther. Die Holzpaletten zum Bau der Bänke wurden von der Firma Purrmann gestiftet und auch engagierte Steinheimer des »GeiSt«-Projektes haben Hand angelegt. Der Zuspruch ist groß – wie die Freude über den Garten.

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