Di., 20.08.2019

Bau von Windenergieanlagen bei Belle und Billerbeck – Erörterungstermin im Kurtheater 400 Einwendungen aus Steinheim

Von Harald Iding

Steinheim/Horn-Bad Meinberg (WB). Eine große »Bühne« wird dem Erörterungstermin in Sachen »Errichtung und Betrieb von sechs Windenergieanlagen« (WEA) auf Flurstücken von Belle und Billerbeck eingeräumt: Weil die Zahl der Einwendungen so groß ist, hat der Kreis Lippe die Veranstaltung an diesem Mittwoch (21. August) um 15 Uhr vom Rathaussaal in das Kurtheater von Horn-Bad Meinberg verlegt.

Wie der Fachbereichsleiter »Bauen und Planen« von der Steinheimer Stadtverwaltung, Friedhelm Borgmeier, am Montag auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES bestätigte, gibt es allein aus der Großgemeinde Steinheim mehrere hundert Einwendungen gegen das Bauvorhaben im Nachbarkreis Lippe. Borgmeier: »Es ist ein wichtiger Termin für uns als Stadt – und sicher auch für die Bürger. Bei uns hier im Rathaus sind 250 Einwendungen angekommen. Wie die Kollegen vom Kreis Lippe uns mitteilten, seien es insgesamt 400 Einwendungen aus der Großgemeinde Steinheim in dieser Angelegenheit.« Es gibt drei Ansprechpartner in dieser Angelegenheit: Der Kreis Lippe als Verfahrensführer und die beiden betroffen Städte Horn-Bad Meinberg und Steinheim. An diesen drei Stellen lagen auch die Antragsunterlagen aus und konnten eingesehen werden. Bis zum 7. Juli hatten Betroffene dann Gelegenheit, Einwendungen gegen das Vorhaben zu erheben.

Zu viel Lärm

Ab den Erörterungstermin im Kurtheater wollen auch Steinheims Bürgermeister Carsten Torke und Friedhelm Borgmeier als Vertreter der Emmerstadt teilnehmen – und noch einmal ihre Einwände im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung sachlich vortragen. Aus ihrer Sicht gibt es beispielsweise erhebliche Mängel im Antrag für die sechs Windenergieanlagen und dem dazu erstellten Gutachten. Zum Thema »Lärm- und Schallentwicklung« merken die Steinheimer zum Beispiel an, dass Anlieger aus einem allgemeinen Wohngebiet über die Grenzwerte hinaus belastet würden. Bei der Aufstellung des Lärmgutachtens seien Vorbelastungen nicht berücksichtigt worden. »So entfaltet das Industriegebiet Belle, der Bereich der Trocknungsanlage bei der Kornlagerung RWG, die ansässigen Logistiker an der Beller Straße und der Billerbecker Straße Vorbelastungen, die nicht Einfluss in das Gutachten genommen haben«, so Bürgermeister Carsten Torke. Und auch der Bereich des Steinheimer Schulzentrums mit dem Gymnasium und der Realschule sowie der Dreifach-Sporthalle und dem Kunstrasen würden bei der Lärm- und Schallbetrachtung keine Berücksichtigung finden. Hinzu komme, dass es möglicherweise auf dem Stadtgebiet Steinheim ebenfalls zur Errichtung von Windkraftanlagen im »Steinheimer Becken« (fünf WEA) kommen kann, die ein Investor plant. Das wäre eine weitere Vorbelastung. Und auch der Schattenwurf von mehr als 30 Stunden lässt die Kritiker in der Großgemeinde Steinheim aufhorchen.

Artenschutz nicht hinreichend untersucht

»Eine Auseinandersetzung mit den Interessen der Fläche im Bereich des Schulzentrums ist nicht erfolgt«, bemängelt Borgmeier. Hinzu komme, dass teilweise in dem Gutachten ausdrücklich genannt ist, dass eine »Begehung der Räumlichkeiten« nicht erfolgt sei. Auch der Artenschutz (wie Rotmilan) sei nicht hinreichend untersucht worden. Es ergeben sich also Fragen über Fragen in diesem Verfahren. Auch dazu diene der Erörterungstermin am Mittwoch.

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