Fr., 11.10.2019

Stadtmarketing und Werbegemeinschaft werden aufgelöst – eine Steinheimer Genossenschaft entsteht Aus zwei mach eins: Kräfte bündeln

Auch in der Zukunft werden in Steinheim Großveranstaltungen wie die beliebten Stadtfeste und Messen (Foto) organisiert und ausgerichtet.

Auch in der Zukunft werden in Steinheim Großveranstaltungen wie die beliebten Stadtfeste und Messen (Foto) organisiert und ausgerichtet. Foto: Heinz Wilfert

Von Harald Iding

Steinheim (WB). Das war ein geschichtsträchtiger Abend für Steinheim: Nach vielen Jahrzehnten engagierter Arbeit für die Region haben sich die Mitglieder der »Steinheimer Werbegemeinschaft e.V.« am Mittwochabend für die komplette Liquidation (Auflösung) ausgesprochen. Auch die »Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH & Co. KG« der Emmerstadt wird es zukünftig so nicht mehr geben.

Denn aus zwei starken Einrichtungen soll ab 2020 eine große Genossenschaft entstehen. Man will die Kräfte bündeln und neue Wege gehen. Die Gründungsunterlagen seien eingereicht und würden aktuell geprüft. Das ganze Prozedere (Eintragung beim Genossenschaftsregister) könne aber noch Wochen in Anspruch nehmen. Deswegen gehen die Beteiligten davon aus, dass die erste Versammlung der Genossenschaft mit den entsprechenden Wahlen der Funktionsträger erst im Januar 2020 angesetzt werden kann.

Vorstand und Aufsichtsrat

Der Grundaufbau einer Genossenschaft ist schnell erklärt: Es gibt eine Generalversammlung, zu dem der Vorstand, der Aufsichtsrat und alle Mitglieder, die Anteile besitzen (aber jeweils nur mit einer Stimme vertreten sein können) zugelassen sind. Dem neuen Aufsichtsrat in Steinheim werden Mitglieder des alten Kontrollgremiums der Marketinggesellschaft (wie Bürgermeister Carsten Torke für die Stadt) angehören. Und es gibt da noch den wichtigen Beirat, der von gewählten Mitgliedern der Genossenschaft gestellt wird. Er unterstützt die anderen Organe aktiv in ihrer Arbeit und berät sie.

Die erarbeitete Satzung sieht vor, dass auch jede interessierte Privatperson durch eine schriftliche Beitrittserklärung und Beschluss der Genossenschaft aufgenommen werden kann. Durch Zahlung mindestens eines Geschäftsanteils (je 100 Euro) wird man Teil dieser Gemeinschaft.

Und falls man später einmal seine Mitgliedschaft kündigen möchte – dann gäbe es die erworbenen Anteile auch zurück. Und würde die Genossenschaft gar insolvent, dann ist laut Satzung festgelegt, dass eine »Nachschusspflicht« ausgeschlossen ist.

Drei Chefs an der Spitze

Dazu Ralf Schwager: »Die Mitglieder müssten im Insolvenzfall keine weitere Zahlungen leisten. Das Risiko ist also überschaubar.« Der Unternehmer des gleichnamigen Kaufhauses (unter anderem in Steinheim und Holzminden) habe in den vergangenen Monaten viele ehrenamtliche Stunden mit dem beauftragten Rechtsbeistand verbracht, um einen sauberen Übergang und eine rechtssichere Auflösung zu ermöglichen. Ralf Schwager würde wie der bisherige Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Daniel Krüger (»Krüger Kleidung«), dem neuen Vorstand der »e.G.« angehören. Ein weiteres Vorstandsmitglied an der Spitze der zukünftigen »Stadtmarketing Steinheim e.G.« wäre Torsten Roßbach (Leitung des Edeka im Center am Speicherturm).

Der Vorschlag für den Vorstand steht also: erster Vorsitzender würde Krüger, zweiter Roßbach und dritter Schwager.

Im neuen Vorstand sind die Unternehmer Daniel Krüger und Ralf Schwager (rechts). Sie werden von einem Beirat unterstützt. Foto: Harald Iding

Ralf Schwager machte bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft deutlich, dass er und seine Kollegen sich einen aktiven wie starken Beirat (etwa 20 Aktive) wünschen – idealerweise mit Vertretern aus dem Handel.

Als feste Kraft steht der Genossenschaft bei ihrem Neustart die Steinheimerin Marita Kaufmann (vielen auch bekannt als Vorsitzende des Vereins »Junge Kultur«) zur Seite, die schon in den vergangenen Jahren aktiv dazu beigetragen hat, dass tolle Großveranstaltungen wie das »Kinder-Piratenfest« veranstaltet werden konnten. Ohne Gegenstimme wurden die Pläne von den Mitgliedern der Steinheimer Werbegemeinschaft angenommen und die Auflösung bestätigt. Krüger: »Es ist keine einfache Entscheidung – aber die richtige!« In Zukunft gäbe es für alle nur noch einen Ansprechpartner – die Genossenschaft.

Kommentar

Die Weichen sind gestellt, um mit einer Stimme zu sprechen und unter einem gemeinsamen »Dach« die bisherigen wie zukünftigen Aufgaben zu meistern. Die Steinheimer mussten diese Kröte (Auflösung) schlucken, um sich selbst noch eine Perspektive zu geben. Die Werbegemeinschaft hat in den zurückliegenden Jahrzehnten viel geleistet und bereits mit ihrem ersten Vorsitzenden Hermann Mertens in den 70er-Jahren Maßstäbe für ein gemeinsames Handeln gesetzt. In Steinheim herrscht Aufbruchstimmung – und die tut allen gut! Harald Iding

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