Fr., 24.01.2020

Rund um den Kump entsteht ein neues Quartier – Kita und Tagespflege möglich Premiere: Stadt erwirbt Häuserzeile

Die Stadt hat eine ganze Häuserzeile erworben – direkt im Herzen von Steinheim (Marktstraße 9 bis 15), um dort nach langem Leerstand ein neues Quartier entstehen zu lassen.

Die Stadt hat eine ganze Häuserzeile erworben – direkt im Herzen von Steinheim (Marktstraße 9 bis 15), um dort nach langem Leerstand ein neues Quartier entstehen zu lassen. Foto: Harald Iding

Von Harald Iding

Steinheim (WB). Die Entscheidung für die Zukunft ist zunächst hinter verschlossenen Türen erfolgt. Wie ein „Familienrat“ hat sich das höchste politische Gremium in Steinheim klar für einen bisher nie dagewesenen „Schachzug“ entschlossen.

„Für uns ist das wie ein Sechser im Lotto. Dass wir die Möglichkeit als Kommune erhalten, in absolut zentraler Lage gleich eine ganze Häuserzeile zu erwerben – um damit auch ‚Herr des Verfahrens‘ zu werden“, betonte Bürgermeister Carsten Torke im Beisein von Vertretern aller Ratsfraktionen sowie seines Teams in der Verwaltung. Damit gehe die Stadt einen nächsten großen Schritt im Stadtumbau-Prozess. Torke: „Die derzeit überwiegend leer stehenden Immobilien Markstraße 9 bis 15, direkt an der Westseite des Marktplatzes gelegen, haben wir erworben, um dort neue Nutzungen zu etablieren und den Marktplatz zu beleben.“

Ralf Kleine von der „Stabsstelle“ im Rathaus und zuständig für Liegenschaften, betonte jetzt bei der Präsentation des Projektes im Rathaussaal: „Im Erdgeschoss der Gebäude Marktstraße 9 bis 13 sind eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren sowie eine neue Kindertagesstätte geplant. Gerade in diesem Bereich haben wir eine große Nachfrage zu verzeichnen und sind auf der Suche nach zeitnahen Lösungen.“

Ziel sei es dort, „Tür an Tür die unterschiedlichsten Generationen zu verbinden“ und zugleich einen Lebens- und Aufenthaltsraum für Jung und Alt, in zentraler Lage Steinheims, zu schaffen.

Garten für die Bewohner

Anne Wochnik vom Bauamt freut sich auf die Umsetzung: „In dem nach Südwesten ausgerichteten Bereich können Aufenthalts- und Spielflächen realisiert werden. Wir können uns auch vorstellen, dass dort ein Generationengarten zur Petersilien Straße ein schönes Angebot für die Hausbewohner sein kann – gerade in den Sommermonaten“.

Das „abgängige“ Gebäude Marktstraße 15 werde abgerissen, um die kleine Stichstraße (Beginn Anton-Spilker-Straße) verlegen zu können. Bauamtsleiter Friedhelm Borgmeier: „Diese Straße soll im Anschluss an den Rückbau nach Norden verlagert werden. So ist die Einfahrt leichter und auch der Blick frei – von der Marktstraße bis zur Parkplatzfläche.“ Um eine optimale Planungslösung zu erarbeiten, hat die Stadt Steinheim nun vor, ein städtebauliches Gutachterverfahren durchzuführen.

Kleine: „Hierbei werden drei ausgewählte Architekturbüros aufgefordert, einen Entwurf für das Quartier am Kump zu entwickeln. Die Ausgabe der Auslobungsunterlagen an die Büros wird wohl im März dieses Jahres erfolgen.“ Auch die Jurysitzung zur Bewertung und Prämierung der Entwürfe ist fest eingeplant – sie soll Anfang Juni 2020 stattfinden. Wichtig ist allen Beteiligten: „Aufgrund der besonderen städtebaulichen Lage am Marktplatz sollen alle Verfahrensteilnehmer ein besonderes Augenmerk auf die Fassadengestaltung legen.“

Städtebaufördermittel

Mit Hilfe von Städtebaufördermitteln aus dem Programm „Stadtumbau West“ („Borgmeier: „Wir sind hier mitten im Sanierungsgebiet!“) soll der Teilrückbau der Häuser und die Sanierung der erhaltenswerten Gebäude erfolgen. Rund 750.000 Euro habe man in den Erwerb aller Immobilien gesteckt, weitere rund 250.000 bis 300.000 Euro könnten über Förderungsmaßnahmen noch in das Quartier einfließen. Torke bringt es auf den Punkt: „Wir sind die ‚Abrissbirne‘ für den Leerstand und gleichzeitig der Ideengeber. Kita und Tagespflege, dafür gibt es bereits Interessenten und Vorverträge.“ Die Welt wird in der „guten Stube Steinheims“ also grüner und attraktiver, die Wohnqualität steigt. So seien Wohnungen in den oberen Etagen angedacht. Torke: „Es gibt immer mehr Menschen, die zentrumsnah leben wollen – ohne einen 500 Quadratmeter großen Garten hinter dem eigenen Haus pflegen zu müssen.“

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