Handwerkskammer OWL: „Mutig und entschlossen durch die Krise“
Ausbildung zum Friseur läuft weiter

Steinheim (WB/hai). „Mutig und entschlossen durch die Krise“ – auf diese Formel hat es der Präsident der Handwerkskammer OWL, Peter Eul, bei seinem Besuch im Steinheimer Friseurbetrieb „Stenner“ gebracht.

Mittwoch, 15.04.2020, 10:22 Uhr aktualisiert: 15.04.2020, 10:24 Uhr
Der Präsident der Handwerkskammer OWL, Peter Eul (rechts), ist kürzlich zu Besuch im Friseursalon „Stenner“ von Carsten Lödige gewesen. Wie alle anderen Betriebe dieser Branche ist auch der Steinheimer Salon wegen der Corona-Auflagen aktuell geschlossen Foto: Handwerkskammer OWL
Der Präsident der Handwerkskammer OWL, Peter Eul (rechts), ist kürzlich zu Besuch im Friseursalon „Stenner“ von Carsten Lödige gewesen. Wie alle anderen Betriebe dieser Branche ist auch der Steinheimer Salon wegen der Corona-Auflagen aktuell geschlossen Foto: Handwerkskammer OWL

Ein großes Lob sprach Carsten Lödige, Inhaber des Friseursalons und Obermeister der Friseur-Innung Höxter-Warburg, Bund und Land für das Corona-Soforthilfe-Programm aus. „Nachdem ich meinen Salon infolge der Corona-Pandemie schließen musste und mir damit von jetzt auf gleich die Einnahmen weggebrochen sind, habe ich direkt einen Antrag auf Soforthilfe gestellt. Schon am nächsten Tag habe ich die Bewilligung erhalten und noch in der Woche war das Geld auf dem Konto“, erklärte der Friseurmeister.

Lödige habe bis Dezember rechnerisch viereinhalb Mitarbeiter beschäftigt und daher 9000 Euro erhalten. Inzwischen sind es sogar fünfeinhalb Mitarbeiter. „Die Handwerkskammer steht seit Beginn der Krise in engem Austausch zur Bezirksregierung Detmold. Dadurch konnten wir unsere Beratung der Betriebe optimal auf das schlanke Antragsverfahren ausrichten und Probleme mit Unterstützung durch die Bezirksregierung zeitnah lösen“, betonte Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer OWL, bei seinem Besuch in der Emmerstadt.

Alle sind in Kurzarbeit

Lödiges Mitarbeiter befinden sich derzeit in Kurzarbeit und haben die Aufgabe, sich zu Hause durch Lektüre und Lernprogramme auf den Internetseiten der Hersteller und spezielle ­Web-Seminare weiterzubilden.

Der Friseurmeister stehe zudem telefonisch und per Whats-App mit ihnen in Kontakt. So will er das Qualifizierungsniveau seiner Mitarbeiter während der erzwungenen Betriebspause noch weiter verbessern. Auch die Ausbildung läuft weiter, so Lödige.

Seine Auszubildenden sind im ersten und dritten Ausbildungsjahr. Sie erhalten per E-Mail Aufgaben und absolvieren ebenfalls Lernprogramme. Daheim arbeiten sie dann an „Übungsköpfen“, die ihnen Lödige nach Hause geliefert hat. Auch im Betrieb gibt es ein reduziertes Lernprogramm – natürlich unter Einhaltung der Auflagen. „Wir kommen unserer Ausbildungspflicht damit auch während dieser Zeit so gut es geht nach“, so der Chef und Ausbildungsmeister. „Viele Unternehmer empfinden derzeit starke Zukunftsängste“, kann Peter Eul aus vielen persönlichen Gesprächen mit Betriebsinhabern berichten.

Daher würden in der Kammer die Personalkapazitäten auf die Betriebsberatung fokussiert. „Es ist das Wichtigste, dass die Handwerksbetriebe, die ohne eigenes Verschulden in Schwierigkeiten geraten sind, jetzt die notwendige Unterstützung erfahren!“

Beratungshotline nutzen

Er rät den Betrieben, die Beratungshotline der Handwerkskammer möglichst frühzeitig in Anspruch zu nehmen. Lödige stimmte ihm zu. Ohne die Hilfsprogramme und die unbürokratische Unterstützung sei die Überbrückung der kompletten Schließung kaum möglich. Der Friseurmeister hoffe wie viele auf eine baldige Öffnung, für die er allerdings Auflagen erwartet. „Aber wir Friseurmeisterinnen und -meister sind Profis der Hygiene und werden das hinkriegen“, ist sich Lödige sicher. Präsident Eul wünscht sich eine Wiedereröffnung aller betroffenen Handwerksbetriebe in naher Zukunft. Dazu gehöre neben den Friseurbetrieben auch das Kosmetikergewerbe.

Neu: „Feuerwehrkampagne“

Die Zeit der Schließung nutzt Lödige auch, um strategische Pläne für sein Unternehmen aufzustellen. Da es in diesem Jahr das 112-jährige Bestehen feiert, möchte er angelehnt an den Notruf 112 eine „Feuerwehrkampagne“ mit unterschiedlichen Events aufziehen. Seine betriebswirtschaftlichen Daten hat der Obermeister ebenso gecheckt. „Es ist ausgesprochen wichtig, sein Unternehmen in guten Zeiten solide aufzustellen“, sagte Lödige. Dazu gehöre auch eine verantwortliche Preiskalkulation, die die Kunden nicht überfordere, dem Betrieb aber das Überleben auch in schwierigen Zeiten sichere.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7370100?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851055%2F
Merkel verteidigt geplante Ausgangsbeschränkungen
Für Bundeskanzlerin Angela Merkel überwiegen die Vorteile der Coronna-Maßnahmen die Nachteile.
Nachrichten-Ticker