Pastoralverbünde Beverungen und Höxter machen am Wochenende den Anfang
Katholiken feiern wieder Gottesdienste

Beverungen/Höxter  (WB). Mit Zollstock statt Gebetsbuch ist Pfarrer Frank Schäffer dieser Tage in den Beverunger Kirchen der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit unterwegs. Er kontrolliert die Markierungen auf dem Boden und in den Bänken, bespricht mit seinen Küsterinnen und Küstern letzte organisatorische Details. Vom kommenden Wochenende an wird in allen Kirchen der Pfarrei wieder Gottesdienst gefeiert. Im Pastoralverbund Corvey sind ebenfalls alle erforderlichen Maßnahmen getroffen. „Wir starten noch nicht in allen Kirchen“, berichtet der Leiter des Pastoralverbunds, Dr. Hans-Bernd Krismanek, nach fast sieben Wochen ohne öffentliche Gottesdienste.

Donnerstag, 30.04.2020, 05:10 Uhr
Pfarrer Frank Schäffer (vorne), Küsterin Marlies Ernst und ihr Mann Josef Ernst demonstrieren die neue Sitzordnung in der größten Kirche der Gemeinde in Dalhausen. Jede zweite Bankreihe wird gesperrt, in den Bänken gilt 1,50 Meter Abstand. Foto: Alexandra Rüther
Pfarrer Frank Schäffer (vorne), Küsterin Marlies Ernst und ihr Mann Josef Ernst demonstrieren die neue Sitzordnung in der größten Kirche der Gemeinde in Dalhausen. Jede zweite Bankreihe wird gesperrt, in den Bänken gilt 1,50 Meter Abstand. Foto: Alexandra Rüther

Zurück zum Plan

„Wir kehren zurück zu unserem gewohnten Gottesdienstplan“, hebt Pfarrer Schäffer von der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit hervor. Dabei halte man sich an die Hinweise des Erzbistums. „Es gab auch die Überlegung, nur in den größeren Orten Gottesdienste anzubieten. Wir sind aber zu dem Schluss gekommen, dass es besser ist, sie möglichst zu verteilen“, erklärt der Pfarrer. Schließlich reduzieren sich die Sitzmöglichkeiten in den Kirchen enorm. So geht man etwa in der Beverunger Pfarrkirche von 60 statt 300 Sitzplätzen aus, in Dalhausen von knapp 80 anstatt 500. Denn: Jede zweite Bank wird gesperrt und in den übrigen Bänken muss 1,50 Meter Abstand gehalten werden. Klebeband markiert die Sitzplätze. „Es wird Ordner geben, die alles im Blick behalten“, berichtet Frank Schäffer.

Vikar Jonas Klur

Vikar Jonas Klur Foto: Jürgen Drüke

Kommunion in der Bank

Der Pfarrer ist gespannt und kann sich zwei Szenarien vorstellen. Entweder sind immer noch viele besorgt und bleiben lieber zuhause, oder aber die Freude überwiegt, endlich wieder mit anderen gemeinsam einen Gottesdienst feiern zu können. „Wir werden sehen wie es anläuft und dann eventuell Anpassungen vornehmen.“ Also eine Messe mehr in den großen Kirchen, weniger in den kleinen. Egal wie – das Singen wird den Gemeindemitgliedern nicht verboten. Aber: Gesangbücher müssen selbst mitgebracht werden, die in den Kirchen wurden entfernt. „Ich werde die Messe auch nicht mit einer Maske im Gesicht zelebrieren“, so Schäffer weiter. Lediglich bei der Kommunionausgabe werde er eine tragen.

Apropos Kommunion. Auch hier werden sich die Gottesdienstbesucher zunächst umstellen müssen. So würden in Beverungen nicht mehr zwei Reihen, sondern nur eine Reihe nach vorne führen. In den kleinen Kirchen würde die Kommunion zum Teil in den Bänken verteilt. Pfarrer Schäffer freut sich darauf, wieder Gottesdienste feiern zu können.

Plätze gekennzeichnet

Den Anfang im Pastoralverbund Corvey machen an den ersten beiden Mai-Wochenenden die Kirchen St. Nikolai und St. Peter und Paul in Höxter sowie die Gotteshäuser in Bödexen, Ottbergen, Ovenhausen und Stahle. Auch hier ist die Anzahl der Sitzgelegenheiten reduziert, die Plätze sind gekennzeichnet. „Ehrenamtliche Mitarbeiter der Kirchengemeinde heißen die Gottesdienst-Teilnehmer am Eingang willkommen und helfen beim Einnehmen der Plätze“, betont Pfarrdechant Dr. Krismanek. Eine freie Platzwahl sei nicht möglich. Zwei bis vier Personen würden in einer Bank sitzen dürfen. Familien würden nicht getrennt. Das eigene Gesangbuch soll mitgebracht werden.

Mit Maske

Ohne Maske sei die Teilnahme nicht möglich. Das Pastoralteam Corvey bittet zudem Menschen, die gesundheitlich angeschlagen und zur Risikogruppe gehören würden, die Heilige Messe im Fernsehen oder im Internet mitzufeiern. Die Gottesdienstübertragung aus Brenkhausen werde über den eigens eingerichteten Youtube-Kanal fortgesetzt. Die Wiederaufnahme der öffentlichen Gottesdienste solle schrittweise geschehen, abhängig von der Größe und Lage der jeweiligen Kirche im Pastoralverbund und den Möglichkeiten vor Ort. „Wir wollen Erfahrungswerte sammeln. Am 16. und 17. Mai sollen weitere Kirchen folgen“, erklärt Pfarrdechant Krismanek.

Mit Anmeldung

Die Heiligen Messen am ersten und zweiten Mai-Wochenende im Pastoralverbund Corvey im Überblick: Samstag, 2. Mai: 17 Uhr in Bödexen sowie ebenfalls 17 Uhr St. Peter und Paul Höxter. Sonntag, 3. Mai: 10.30 Uhr in St. Nikolai Höxter, 10.30 Uhr in Ovenhausen, 18.30 Uhr in St. Nikolai. Samstag, 9. Mai: 17 Uhr in St. Peter und Paul. Sonntag, 10. Mai: 10.30 Uhr in St. Nikolai, 10.30 Uhr in Ottbergen, 10.30 Uhr in Stahle, 18.30 Uhr in St. Nikolai. Für die Sonntags-Gottesdienste in St. Peter und Paul und in St. Nikolai in Höxter sei aufgrund der Größe des Einzugsbereichs eine telefonische Anmeldung im zentralen Pfarrbüro erforderlich. „So wollen wir vermeiden, dass wir Gläubige nicht in die Kirche lassen können“, begründet der Pfarrdechant. Für die Gottesdienste am 2. und 3. Mai in St. Peter und Paul und in St. Nikolai ist die Anmeldung heute in der Zeit von 10 Uhr bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr und an diesem Freitag von 10 bis 12 Uhr, Tel. 05271/498980, möglich. Für die Gottesdienste am 9. und 10. Mai in St. Peter und Paul sowie in St. Nikolai werden die Anmeldungen jeweils montags und dienstags von 10 Uhr bis 12 Uhr, mittwochs von 9 Uhr bis 12 Uhr, donnerstags von 15 bis 17 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr entgegen genommen.

Andere warten ab

Im Pastoralen Raum Brakeler Land sollen ab Samstag, 9. Mai, wieder Gottesdienste stattfinden – allerdings zunächst nur an den Wochenenden und nur in den drei größten Kirchen in Bökendorf, Brakel und Gehrden, und zwar um 19 Uhr am Samstag und 10.30 Uhr am Sonntag. „Die Teilnehmerzahl wird voraussichtlich in Brakel und Gehrden auf maximal 50 und in Bökendorf auf 40 Personen begrenzt“, so Pfarrer Willi Koch. Auch in Bad Driburg sowie im Pastoralen Raum Steinheim-Marienmünster-Nieheim will man frühestens am 9. Mai mit den Gottesdiensten beginnen.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Öffentliche Gottesdienste sind wieder möglich. Die Kirchen stellen den Hygiene- und Virenschutz dabei ganz vorne an. Würden die Gotteshäuser zur Virenschleuder, hätte das gravierende Folgen und wäre das glatte Gegenteil von Seelsorge.

Von Kirchgängern ist indes nicht zu erwarten, dass sie sich gedankenlos über Schutzbestimmungen hinwegsetzen. Polizei und Ordnungsämter dürften mit ihnen keine Probleme haben. Die Kirchen haben einen peniblen Verhaltenskatalog aufgestellt. Die Öffnung der Kirchen im Kreis Höxter erfolgt in kleinen Schritten. Der Abstand bleibt gewahrt.

Kommentare

Stefan Müller  schrieb: 30.04.2020 15:20
.. das wird aber Zeit
Das wird auch so langsam Zeit, dass die Kirchen so langsam wieder für Gläubige geöffnet werden. Eine solche Vorgehensweise, wie hier beschrieben, hätte schon an Ostern und in den Wochen zuvor greifen können. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg!
1 Kommentare
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