Leon Schröder und seine Freunde müssen New-York-Reise wegen Corona verschieben
Der Traum lebt weiter

Höxter/Rolfzen (WB). Sieben junge Menschen, die alle an den Rollstuhl gefesselt sind, müssen ihren großen Traum noch ein wenig weiter träumen: Die geplante New-York-Reise , die unter anderem auch der an Duchenne erkrankte Leon Schröder aus Rolfzen in zwei Wochen antreten wollte, muss angesichts der Corona-Krise auf das kommende Jahr verschoben werden.

Donnerstag, 07.05.2020, 06:00 Uhr
Im Dezember 2019 haben Leon Schröder und Sabrina Raschke in Rolfzen noch an den Traum von „New York 2020“ geglaubt – jetzt müssen sie angesichts der Corona-Krise auf eine Verwirklichung im kommenden Jahr hoffen. Foto: Dennis Pape/Archiv
Im Dezember 2019 haben Leon Schröder und Sabrina Raschke in Rolfzen noch an den Traum von „New York 2020“ geglaubt – jetzt müssen sie angesichts der Corona-Krise auf eine Verwirklichung im kommenden Jahr hoffen. Foto: Dennis Pape/Archiv

Keine Aussicht auf Heilung

80.000 Euro sind unter großem Aufwand in den vergangenen Monaten gesammelt worden, um ihren Traum von New York wahr werden zu lassen: Die sieben jungen Menschen – Leon, Alex, Alessa, Elyesa, Felix, Rayk und Simon – sind allesamt von Duchenne oder einer anderen Muskelkrankheit betroffen. Duchenne schreitet schnell voran. Die Geh- und Stehfähigkeit ist meist im Kleinkinderalter nicht mehr vorhanden. Im Verlauf baut sich unter anderem auch die Atemhilfsmuskulatur ab. Eine Aussicht auf Heilung gibt es bislang nicht – deshalb haben die Freunde das gemeinsame Motto „Lebe den Moment“. Sie kommen nicht nur aus Rolfzen, Bielefeld und Herford, sondern aus der gesamten Bundesrepublik, und haben sich bei der jährlichen Therapie in der Weserberglandklinik in Höxter kennengelernt.

Corona-Hotspot

Sabrina Raschke betreut die jungen Menschen ehrenamtlich und hat sich in den vergangenen Monaten um die Organisation der sehr aufwendigen Reise gekümmert und Spenden in ganz Deutschland gesammelt. „Zunächst hatten wir noch den September als Ausweichtermin anvisiert. Jetzt ist aber klar, dass wir in diesem Jahr nicht nach New York fliegen können Das macht uns alle sehr traurig“, sagte sie am Mittwoch im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Angesichts dessen, dass New York ein Corona-Hotspot sei, wäre eine Reise mit Risikopatienten, die zum Teil auch auf Beatmungsgeräte angewiesen seien, unverantwortlich, meinte sie.

Wettlauf mit der Zeit

Immerhin: Das Reisebüro habe signalisiert, dass kostenfrei umgebucht oder storniert werden könne – wobei allen Beteiligten eine Umbuchung lieber wäre: „Wir hoffen, dass sich die Situation insofern verbessert, dass wir Ende Mai 2021 doch noch fliegen können“, sagte Sabrina Raschke. Eine weitere Ungewissheit treibt sie in diesen Tagen aber ebenfalls um: „Muskelkrankheiten wie Duchenne sind sehr schnell fortschreitend – deshalb kann man zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht sagen, ob im kommenden Jahr noch alle in der Lage sind, die Reise anzutreten. Die Mädels und Jungs sind aber echte Kämpfer – das macht mich optimistisch. Ich glaube an sie und wir alle glauben gemeinsam an unser Ziel.“

Unterstützer aus ganz Deutschland

80.000 Euro waren für die zweiwöchige Reise für die sieben Rollstuhlfahrer mit je einer Begleitperson eingeplant gewesen. Durch die Spenden für diese Aktion, die deutschlandweit für Aufsehen gesorgt hat, sollen auch weitere Kosten vor Ort gedeckt werden. Mit Leon Schröder und seinen sechs Freunden hoffen deshalb viele Unterstützer bundesweit, dass das Projekt „New York 2020“ im kommenden Jahr realisiert werden kann – und der Traum wahr wird.

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