Amazon-Ansiedlung in Belle ist Thema im Steinheimer Bauausschuss
Lastwagen rollen rund um die Uhr

Steinheim/Belle (WB/thö). Das Ansiedlungsvorhaben das Versandriesen Amazon im Industriepark Belle wird konkreter. Die Stadt Horn-Bad Meinberg hat die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes im Industriepark Lippe auf den Weg gebracht.

Mittwoch, 17.06.2020, 04:14 Uhr aktualisiert: 17.06.2020, 05:02 Uhr
Da ist noch genügend Platz für eine großflächige Ansiedlung: Im „Industriepark Lippe“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadt Steinheim soll eine Amazon-Halle entstehen – mit einer Grundfläche von 60.000 Quadratmetern über vier Etagen Foto: Harald Iding/Archiv
Da ist noch genügend Platz für eine großflächige Ansiedlung: Im „Industriepark Lippe“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadt Steinheim soll eine Amazon-Halle entstehen – mit einer Grundfläche von 60.000 Quadratmetern über vier Etagen Foto: Harald Iding/Archiv

In diesem Rahmen werden auch Stellungnahmen der Nachbarkommunen eingeholt. Davon betroffen ist auch die Stadt Steinheim. Amazon will sich rund vier Kilometer vor den Toren der Kernstadt niederlassen. Die Ansiedlung wird darum am kommenden Mittwoch im Bauausschuss diskutiert.

Konkrete Zahlen zum Verkehrsaufkommen

Im Rahmen der Bebauungsplanaufstellung hat das Unternehmen konkrete Zahlen zum Verkehrsaufkommen genannt. Demnach rechnet es in Spitzenzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft mit etwa 220 Lastwagen täglich, die das Gelände zwischen B252 und B239 ansteuern – und das rund um die Uhr. In den übrigen Zeiten wird mit weniger Lastwagen gerechnet.

Ein Großteil der Laster soll das Gelände zwischen 6 und 22 Uhr ansteuern (85 Prozent). Die übrigen 15 Prozent kommen zwischen 22 und 6 Uhr. Etwa gleichmäßig soll sich die Zahl der Fahrzeuge auf Anlieferungs- und Auslieferungsverkehr verteilen. „Derselbe Lastwagen nimmt dann beladene Wechselbrücken oder Auflieger vom Hof wieder mit“, heißt es in einer Informationsvorlage für die Mitglieder des Steinheimer Bauausschusses.

Amazon will sich in Belle auf einer Fläche von 21 Hektar niederlassen. Der Versandriese plant hier ein Logistikzentrum. „Es werden ausschließliche versandfertig verpackte Waren über Versanddienstleister gesammelt verschickt. Versendungen direkt an Endkunden werden von hier nicht durchgeführt“, heißt es in der Vorlage weiter. Insgesamt könne ein Volumen von 75.000 Kubikmetern eingelagert werden.

790 PKW-Parkplätze geplant

Für Autos sind auf dem Gelände des Logistikzentrums zunächst ca. 790 PKW-Parkplätze entsprechend dem Stellplatznachweis und den Anforderungen von Amazon geplant. Weiterhin will das Unternehmen ausreichend Stellplätze für Fahrräder und Motorräder zur Verfügung stellen.

In den Zeiten mit erhöhtem Versandaufkommen (beispielsweise in der Vorweihnachtszeit) sollen organisatorische Maßnahmen ergriffen werden, um die Anzahl der Autos und das damit verbundene Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Der Zugang zum Gebäude für Mitarbeiter, Gäste sowie Besucher soll über einen zentralen Eingang erfolgen.

Das viergeschossige Gebäude ist mittig auf dem Gelände platziert und von drei Seiten von Lastwagen zu umfahren. Die Gebäudeabmessungen betragen 320 mal 180 Meter bei einer Gebäudehöhe von bis zu 30 Meter. Um das Gebäude herum sind die Fahr-, Andockbereiche und Abstellflächen für an-und abliefernde Fahrzeuge angeordnet. Im Norden ist der Eingangsbereich für Mitarbeiter sowie die zentrale PKW-Stellplatzanlage geplant.

Zufahrt zum Amazon-Gelände über eine zentrale, private Zufahrtsstraße

Die Zufahrt zum Amazon-Gelände soll über eine zentrale, private Zufahrtsstraße im Norden erfolgen. Anliefernde Fahrzeuge werden nach Kontrolle am Pförtnerhaus auf den Betriebshof zur Entladung an die Tore der Halle oder zur Abstellung auf den dafür vorgesehenen Stellflächen geführt. Auf dem Betriebshof stehen ausreichende Parkmöglichkeiten für Zugmaschinen und Wechselbrücken zur Verfügung. Auf dem Grundstück sind Wendemöglichkeiten für falsch abgebogenen Verkehr vorgesehen.

In den Regelschichten werden 485 Mitarbeiter im logistischen Ablauf beschäftigt. Etwa 135 weitere Mitarbeiter sind außerhalb der Regelschichten in der Verwaltung, im Haustechnikbereich, sowie in der IT-Administration tätig.

November bis Januar: 1580 Mitarbeiter im Schichtwechsel

Im Zeitraum von Anfang November bis Mitte Januar erhöht sich die Mitarbeiterzahl pro Schicht auf 790, also 1580 zum Schichtwechsel, da hier mit dem Weihnachtsgeschäft und dessen Nachbereitung die höchste Anzahl an Mitarbeitern erreicht wird.

Mit dem Vorhaben werden dauerhaft rund 1000, in Spitzenzeiten bis zu 1600 gewerbliche Arbeitsplätze angesiedelt. Es handelt sich um eine echte Neuansiedlung von außen, die zudem in der Bauphase mit hohen Investitionen auch in die regionale Wirtschaft verbunden ist.

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