Frühe Rehabilitation: Höxteraner Krankenhaus und Steinheimer Akutgeriatrie arbeiten eng zusammen
Schmerzfrei mit neuem Hüftgelenk

Höxter/Steinheim (WB). Für Ruth Sternberg aus Höxter ist es ein normaler Tag in ihrem Garten: Sie zupft das Unkraut, räumt die Beete auf, schneidet Büsche und Sträucher. Ein falscher Schritt rückwärts, die 84-Jährige verliert das Gleichgewicht und stürzt zu Boden.

Montag, 21.09.2020, 01:28 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 02:00 Uhr
Nach einem Oberschenkelhalsbruch möchte Ruth Sternberg (2. von rechts) wieder auf die Beine kommen. Dabei unterstützt wird die 84-Jährige von (von links) Physiotherapeutin Antje Schomburg, Chefarzt Frank Blömker und Oberarzt Dr. Claus-Oliver Bolling. Foto: KHWE
Nach einem Oberschenkelhalsbruch möchte Ruth Sternberg (2. von rechts) wieder auf die Beine kommen. Dabei unterstützt wird die 84-Jährige von (von links) Physiotherapeutin Antje Schomburg, Chefarzt Frank Blömker und Oberarzt Dr. Claus-Oliver Bolling. Foto: KHWE

„Daraufhin habe ich mich drei Tage lang mit Schmerzen gequält und mich dann doch auf den Weg ins Krankenhaus gemacht”, erinnert sie sich zurück.

Im St.-Ansgar-Krankenhaus in Höxter angekommen, war die Diagnose schnell klar: Oberschenkelhalsbruch. Eine Operation und ein neues Hüftgelenk waren unumgänglich. „Die Patientin machte von Beginn an einen sehr fitten Eindruck. Unser Ziel war es, sie so zu versorgen, dass sie sofort wieder voll bewegungs- und belastungsfähig wird”, sagt Frank Blömker, Chefarzt und behandelnder Unfallchirurg. Und dabei sollte keine Zeit verloren werden.

Ruth Sternberg sollte nicht nur von der Klinik für Unfallchirurgie profitieren, sondern auch von der standortübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb des KHWE: Nur wenige Tage später wurde die Rentnerin in die Akutgeriatrie im St.-Rochus-Krankenhaus Steinheim verlegt. „Bei älteren Menschen dauert die Heilung nach einer Operation länger. Sie benötigen mehr Hilfe oder spezielle Pflege. Die bekommen sie bei uns mit der so genannten Frührehabilitation”, weiß Dr. Claus-Oliver Bolling, Oberarzt und Leiter Schwerpunkt Alters-Chirurgie.

Dabei läuft die Wundversorgung weiter. Die Patientin wird in Steinheim aber nicht nur ärztlich versorgt. Das Sozialmanagement überprüft im Hintergrund das häusliche Umfeld, bei Bedarf klären sie unter anderem auch Fragen zur Pflegeversicherung. „Physiotherapeuten kümmern sich um die Mobilität sowie um die Erhaltung und Förderung der Selbstständigkeit“, so eine Sprecherin. Mit bestimmten Therapien und Übungen wie Lymphdrainage, Fahrradfahren oder Gehen im Park kommt dann Ruth Sternberg Schritt für Schritt wieder auf die Beine. Der Rollator, der der Höxteranerin nach der Operation Sicherheit bietet, ist nur noch Kopfsache und schon beinahe überflüssig. Dr. Claus-Oliver Bolling: „Die Patientin ist aktiv, lebensbejahend und positiv eingestellt. Das sind wichtige Eigenschaften, um anschließend wieder richtig fit werden zu können!“

Ruth Sternberg soll vor allem wieder eines ermöglicht werden: Ihren Alltag selbst zu meistern – für ein großes Stück Lebensqualität. Und die 84-Jährige hat definitiv ihren eigenen Willen: „Ich möchte zurück in mein Haus und in meinen Garten”, sagt sie, „außerdem steht das nächste Frühstück mit den Frauen an. Allein dafür lohnt es sich, alles zu geben.” Die Klinik für Akutgeriatrie am St.-Rochus-Krankenhaus Steinheim ist Mitglied im „Bundesverband Geriatrie“ und bereits mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnet worden.

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