Möbel- und Einrichtungsbranche in OWL reagiert auch in ihren Sortimenten auf die Pandemie
Virenfrei – auf der Messe und zu Hause

Bielefeld/Bad Salzuflen/Verl/Löhne/Bad Oeynhausen/Steinheim (WB). Themen kommen, Themen gehen. Vor zwei Jahren war es der in das Kochfeld inte­grierte Computer-Bildschirm, den Nolte-Küchen (Löhne) gemeinsam mit Sony entwickelt hatte. Nach gut einem Jahr war er schon fast verschwunden – vermutlich zu teuer. Aktuell zeigen Möbelhersteller auf den OWL-Messen Luftreinigungsgeräte, die auch das Corona-Virus herausfiltern.

Montag, 21.09.2020, 04:02 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 06:36 Uhr
„nobi-Robi“ heißt der autonom fahrende Luftreiniger für die Besucher der Nobilia-Hausmesse in Verl. Foto: Bernhard Hertlein
„nobi-Robi“ heißt der autonom fahrende Luftreiniger für die Besucher der Nobilia-Hausmesse in Verl. Foto: Bernhard Hertlein

Es gibt verschiedene Lösungen. Am häufigsten sind Stand-alone-Geräte. Nolte zeigt den Kunden aus dem Möbelhandel einen Luftfilter von Ozonos, der auch mit der Deckenleuchte verbunden werden kann.

Niko Ott (Bad Oeynhausen) mit einem Plasma-Filter.

Niko Ott (Bad Oeynhausen) mit einem Plasma-Filter. Foto: Hertlein

Die Herforder Firma Plasma-Norm entwickelt einen Plasmafilter nicht nur, aber auch für den Einbau in Dunstabzugshauben. Aktuell laufen die letzten Prüfprozesse, berichtet Niko Ott (67), der das Design dafür entwickelt hat. Geschäftsführender Gesellschafter von Plasma-Norm ist Jürgen Heitmann, früher mal Vorstandschef der Ehlebracht AG in Enger. Ott, dessen Unternehmen auch Messestände entwirft und der seit der Gründung 1984 mit vielen Herstellern zusammengearbeitet hat, ist überzeugt: „Saubere Luft und sauberes Wasser sind Herausforderungen, deren Bedeutung uns gerade erst bewusst wird.“ Einen großen Markt für Luftfilter sieht er auch in Büros und in Arztpraxen.

Nolte Küchen hätte sein erstes großes Badmöbel-Programm gern größer vorgestellt, sagt Pressespecherin Marie Plöger.

Nolte Küchen hätte sein erstes großes Badmöbel-Programm gern größer vorgestellt, sagt Pressespecherin Marie Plöger. Foto: Hertlein

Ralph Redeker vom Marketing bei Nolte-Küchen nimmt es gelassen, dass die Hausmesse 2020 wegen der Pandemie nur in kleinerem Rahmen stattfindet. Dabei fiel im April schon die Mailänder Möbelmesse aus, auf der die Löhner eigentlich ihr erstes großes Badprogramm vorstellen wollten.

Bei den Küchen dominieren weiter Weiß-, Schwarz-, Betongrau- und Eiche-Fronten, häufig kombiniert. Von der Ausstellung hat man durchs Fenster den Blick auf eine Baustelle. Dort entsteht für mehr als zehn Millionen Euro ein zweites Ausstellungsgebäude, das die Fläche für die Messe, Seminare und andere Veranstaltungen auf 3800 Quadratmeter verdoppeln wird. Bis zum Herbst 2021, der dann, so Redeker, „hoffentlich nicht mehr vom Corona-Virus bestimmt wird“, soll das Gebäude fertiggestellt sein.

Bei Nobilia begegnen die Besucher , deren Zahl sich vermutlich auf die Hälfte eines normalen Jahres reduziert, in der Ausstellung des Öfteren „nobi-Robi“. So taufte der Verler Küchenhersteller einen autonom fahrenden Luftreiniger, der nach Angaben des Unternehmens auch Viren herausfiltert. Schon am Eingang weist eine kleine Sonderschau auf den 75. Geburtstag des Unternehmens hin. Aber auch diese geplante Feier wurde auf 2021 verschoben.

An der Seite der Trendfarbe Betongrau drängt sich Mattschwarz nach vorne. Auch Nussbaum ist bei Nobilia als Küchenfront im Kommen.

An der Seite der Trendfarbe Betongrau drängt sich Mattschwarz nach vorne. Auch Nussbaum ist bei Nobilia als Küchenfront im Kommen. Foto: Hertlein

Was die Küchenfronten betrifft, so setzen sich auch bei Nobilia matte Lacke immer mehr durch. Trendig ist neben Betongrau vor allem Schwarz. Beim Holz ist Nussbaum im Kommen. Bei den Geräteherstellern nahm Nobilia die südkoreanische Marke Samsung neu ins Programm auf. Zu den interessanten neuen Details gehört ein Servierwagen, dessen Zubehör zugleich in der Wandaufhängung eingesetzt werden kann.

Während der Badmöbelbereich von Nobilia weiter wächst, leidet das neue Wohnmöbel-Programm darunter, dass einen Monat nach Erscheinen des ersten Katalogs die Pandemie ausgebrochen ist.

Im März hatten die Bielefelder Werkstätten den bisher höchsten Auftragsbestand de Firmengeschichte; hier Geschäftsführer Andreas Seufferle und Pressesprecherin Laura Jordan in der neuen Sofagarnitur „Heaven“.

Im März hatten die Bielefelder Werkstätten den bisher höchsten Auftragsbestand de Firmengeschichte; hier Geschäftsführer Andreas Seufferle und Pressesprecherin Laura Jordan in der neuen Sofagarnitur „Heaven“. Foto: Hertlein

Die Bielefelder Werkstätten (BW) sind nach Angaben ihres Geschäftsführers Andreas Seufferle Ende März mit dem höchsten Auftragsbestand in der Firmengeschichte in die Corona-Pandemie gegangen. Daher habe die Produktion einfach weiterlaufen können. Schon im Mai habe sich der positive Trend mit einem Auftragsplus von 12 Prozent gegenüber Mai 2019 fortgesetzt. Aktuell laufe die Fertigung in Bielefeld, wo BW 120 Mitarbeiter beschäftigt, auf Höchsttouren. Schließlich müssten die bislang eingegangenen Bestellungen alle bis zum geplanten Ende der Mehrwertsteuersenkung auch abgeschlossen sein.

Der neue Slogan von BW, „Nie war ein schönes Zuhause wichtiger als heute“, trifft über weite Strecken die Stimmung in der gesamten Möbelbranche. Die Wochen, in denen viele Menschen wegen der Pandemie öfter zu Hause waren, kurbeln derzeit die Nachfrage nach einer neuen Wohnungseinrichtung an. Und der Ausfall teurer Reisen hat dazu geführt, dass bei vielen auch mehr Geld in der Haushaltskasse ist.

Homeoffice ist ein großes Thema auf den OWL-Möbelmessen; hier: Sascha Watz vom Steinheimer Möbelgroßhändler Trendteam am Messestand auf der MOW.

Homeoffice ist ein großes Thema auf den OWL-Möbelmessen; hier: Sascha Watz vom Steinheimer Möbelgroßhändler Trendteam am Messestand auf der MOW. Foto: Hertlein

In der Pandemie hat zudem das Homeoffice nochmals an Bedeutung gewonnen. Das kommt auch dem Großhändler Trendteam zugute. Das Unternehmen, das in Steinheim im Kreis Höxter 80 Mitarbeiter beschäftigt, hat Büromöbel erst vor einem Jahr ins Programm aufgenommen. Nun erhofft man sich auf der MOW großes Interesse. Dabei findet auch die Bad Salzufler Möbelmesse coronabedingt in kleinerem Rahmen statt. Trotzdem seien immerhin 80 Prozent der normalen Ausstellungsfläche belegt, heißt es.

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