Künstlerin Sabine Diedrich eröffnet neue Galerie in Steinheim – Kinder-Malkurse in den Ferien
Das Hobby zum Beruf gemacht

Steinheim (WB). Von gesund zu bunt: 209 Jahre stand die Marktstraße 1 für Steinheims älteste Apotheke. Im Sommer schlossen die Inhaber Elisabeth und Klaus Myschik die Engel-Apotheke und das Reformhaus. Nun gibt es hier wieder etwas Gesundes – für den Geist, für die Seele, für das Gefühl.

Donnerstag, 08.10.2020, 05:17 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 08:58 Uhr
209 Jahre – bis zu diesem Sommer – gab es die Engel-Apotheke in Steinheim. Ein Teil wird nun der „Farbpunkt“ von Sabine Diedrich, hier mit ihrem Bild „Jahreskreise, Liebe und Leben“. Foto:
209 Jahre – bis zu diesem Sommer – gab es die Engel-Apotheke in Steinheim. Ein Teil wird nun der „Farbpunkt“ von Sabine Diedrich, hier mit ihrem Bild „Jahreskreise, Liebe und Leben“.

Sabine Diedrich, seit mehr als 20 Jahren als Künstlerin in Steinheim bekannt, öffnet hier ihre neue Galerie „Farbpunkt“ und gibt gleichzeitig den Startschuss für eine neue Lebensphase. „Von nun an werde ich mich ganz meinen vielfältigen künstlerischen Aufgaben widmen. Ich habe mein Hobby endgültig zum Beruf gemacht“, erzählt die gelernte Schauwerbegestalterin und beendet damit gleichzeitig einen Leerstand im Herzen der Stadt, bevor er richtig begonnen hat.

Aktion „Offene Ateliers“

„Elisabeth Myschik rief mich an, und ich war sofort von der Idee begeistert“, schildert Diedrich. Schon zuvor hatte sie einen Teil ihrer Werke ein paar Häuser weiter, in der Markstraße 15, gezeigt und hier auch von Zeit zu Zeit die Türen geöffnet. Doch das Haus wird abgerissen und verfügte, anders als das neue Domizil, auch nicht über ein repräsentatives Schaufenster. Auf kleinem Raum zeigt Sabine Diedrich nun einen Querschnitt ihres Schaffens. Ab Samstag, 10. Oktober, nimmt sie, als einzige Künstlerin der Stadt, Teil an der Aktion „Offene Ateliers – Paderborn und Umgebung“. Ihren „Farbpunkt“ wird Diedrich dann nicht nur an den vorgesehenen Terminen, Samstag, 31. Oktober, 15 bis 19 Uhr, und Sonntag, 1. November, 11 bis 19 Uhr, sondern auch an den beiden darauf folgenden Tagen (jeweils von 15 bis 18 Uhr) öffnen. Die ersten Reaktionen von Passanten direkt gegenüber dem Rathaus seien sehr positiv gewesen, freut sich Sabine Diedrich über die Aufmerksamkeit.

Schon vor mehr als 20 Jahren hatte sie angefangen, mit ihrer Kunst den privaten Raum zu verlassen. Über die Jahre verschob sich der Schwerpunkt vom Beruflichen immer mehr zum Künstlerischen. Auch ausgelöst durch einen Trauerfall in der Familie, entschied sich Sabine Diedrich nun, auch noch den letzten Schritt zu gehen und sich völlig auf ihr künstlerisches Standbein zu verlassen. Das ist aber durchaus vielseitig. Neben dem „Farbpunkt“ ist Diedrich seit Jahren in unterschiedlichen Künstler-Zusammenschlüssen aktiv. Erst kürzlich gründete sie mit vier gleich gesinnten Künstlerinnen aus der Region das Kunst-Team „Freistil“. Kunstkurse gibt sie auf privater Basis und auch im Rahmen der VHS (unter anderem im Weber-Forum in Steinheim und im Kurhaus Bad Meinberg), dazu macht sie regelmäßig Workshops in Schulen, Kindergärten und Senioreneinrichtungen. In der Brakeler Adolph Kolping-Schule unterrichtet sie Kinder im Nachmittagsbereich – nach Corona, wenn Klassen wieder gemischt werden dürfen, soll eine regelmäßige AG eingerichtet werden –, und nun die neue Galerie. „Ich mache jetzt einfach das, was mir Spaß macht“, sagt Sabine Diedrich mit einem großen Lächeln.

Kreativkursus in den Ferien

Dazu gehören auch die Kreativkurse mit Kindern und Erwachsenen, die Sabine Diedrich im Kunst-Freiraum des Friedrich-Wilhelm-Weber-Forums in Steinheim anbietet. „Kubismus und die geometrischen Formen“ lautet der Titel eines Ferienseminars für Kinder ab acht Jahren. Am Freitag, 23. Oktober, leitet sie ihre jungen Malschüler von 9.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 17.30 Uhr an. Anmeldungen sind noch möglich per E-Mail an info@sabine-diedrich.de. Die Arbeit mit den Kindern liegt Sabine Diedrich sehr am Herzen: „Es gibt kein festes Programm, ich verteile keine Noten und es machen nur die Kinder mit, die auch Spaß an der kreativen Gestaltung haben – es ist einfach entspannt.“ Weiterhin im Programm hat die agile Künstlerin ihre bereits bekannten Kunstkalender, die zum Beispiel in der Buchhandlung Wedegärtner in Steinheim erworben werden können. Es gibt sie unter anderem mit lokalen Motiven oder zum Thema „Engel“. In Arbeit ist auch ein völlig neues Kalender-Projekt unter dem Titel „Begegnung“. „Diesen Kalender für 2021 wird es aber vorerst nur bei mir direkt geben“, informiert Sabine Diedrich.

Viel Veränderung

Die Eröffnung der kleinen Galerie im ehemaligen Reformhaus der Myschiks ist für die lebenslustige Steinheimerin auch Verbunden mit Abschied nehmen aus dem bisherigen Berufsleben. Allerdings war das kein spontaner, plötzlicher Abschied. „Ich habe über die Jahre immer weniger außerhalb der Kunst gearbeitet. Die neue Lebenssituation bedeutet für mich natürlich auch viel Veränderung und neue Ideen. Über allem steht die Frage ‚Was will ich ändern?‘“, sagt Diedrich. Das neue Leben und die neuen Gedanken hätten sich sogar auf ihre Kunst übertragen. Sabine Diedrich: „Meine Bilder haben sich in den vergangenen Monaten geändert, vor allem die Farbgebung.“

Über die Grenzen

Auch durch den Austausch mit den Künstler-Kolleginnen aus dem Team „Freistil“ erkundet die Steinheimerin neue Formen des Ausdrucks. Neben der Malerei experimentiert sie schon länger mit Fotos, die in unterschiedlichen Techniken verfremdet werden. In Sachen Kunst ist Sabine Diedrich längst weit über die Grenzen ihrer kleinen Heimatstadt hinaus bekannt. Mit „Freistil“ plant sie unter anderem umfangreiche Ausstellungen in Münster, Halle, Herford und Detmold. Hier werden Installationen und Fotoarbeiten als Wanderausstellung gezeigt. Im lippischen Kreishaus ist Diedrich im Frühjahr aber auch allein mit ihren Arbeiten zu sehen. „Auf meine Einzelausstellung auf Ebene vier im Detmolder Kreishaus freue ich mich schon besonders. Hoffentlich gibt es bis dahin weniger Einschränkungen durch Corona“, so Diedrich.

Viel zu sehen

Die Pandemie hat die Künstlerin in ihrem Schaffen wenig beeinflusst. Lediglich Kunstaktionen bei Stadtfesten, an denen sich Diedrich immer wieder beteiligt, mussten 2020 natürlich ausfallen. Sogar die Gründung des Kunstkreises „Freistil“ klappte in der Krise, mit Telefon-Konferenzen und dem Hin- und Herschicken von Logos.

Im „Farbpunkt“ gegenüber dem Rathaus wird zur Zeit noch etwas „gewerkelt“. Regale werden angepasst, das große Schaufenster dekoriert. Hier wird Sabine Diedrich immer wieder aktuelle Werke präsentieren, auf einem digitalen Bilderrahmen läuft ein Querschnitt aus ihrem Schaffen in Endlos-Schleife. „Es gibt viel zu sehen“, verspricht sie lächelnd.

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