Steinheim stellt Planungsstand zum „Landschaftspark Emmerauen“ im Ausschuss vor
Naherholung mit Volleyballfeld und Eisbahn

Steinheim -

Im Ausschuss für Heimatpflege, Kultur und Umwelt informierte Eberhard Fischer von der Stabsstelle „Umwelt“ über den aktuellen Stand zum „Landschaftspark Emmerauen“, für den der zweite Bauabschnitt begonnen hat. Grund ist, dass aus Artenschutzgründen diese Arbeiten in der Winterzeit erfolgen müssen. Entstehen soll mit dem „Landschaftspark Emmerauen“ ein attraktives Naherholungsgebiet mit vielen Erlebniselementen.

Samstag, 05.12.2020, 04:11 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 04:20 Uhr
Die Emmer (hier von der Langen Brücke aus mit dem Otto-Lüke-Weg) ist die natürliche Lebensader, die den künftigen Landschaftspark in Steinheim durchzieht.
Die Emmer (hier von der Langen Brücke aus mit dem Otto-Lüke-Weg) ist die natürliche Lebensader, die den künftigen Landschaftspark in Steinheim durchzieht. Foto: Heinz Wilfert

Weil der Auftrag zum zweiten Abschnitt per Dringlichkeitsbeschluss vergeben wurde, erfolgen weitere Informationen noch im Bau- und Planungsausschuss, der in der kommende Woche tagt. Die Planungen des zweiten Abschnitts sehen vor, im Bereich hinter den früheren Stadtwerken ein Volleyballfeld anzulegen, das im Winter sogar als Eisfläche dienen kann. Die Fläche sei bereits durch eine Vertiefung zu erkennen. Sand ist für das Volleyballfeld nicht vorgesehen. „Es soll ein Gras- und Naturspielfeld bleiben,“ so Fi-scher. Im ersten Abschnitt waren bereits in einem Trimm-Bereich fünf Bewegungselemente aufgestellt, ein Rundweg angelegt, große Landschaftsliegen sowie Infotafeln aufgestellt worden. Entstehen wird auch ein so genannter „Sandstrand“, der aber mit Weserkies angelegt wird und mit drei Bauminseln im Bereich der Furt mit einer Gewässeraufweitung angelegt wird. Dazu wird die Furt mit anschließender Sohlgleite zur Beseitigung eines Absturzes umgestaltet.

Die Naturschutzgebiets-Verordnung gibt für das FFH- und das ausgewiesene Hochwassergebiet „Emmerauen“ vor, möglichst naturnahe Verhältnisse zu schaffen. Ein übergeordnetes Ziel bestehe darin, mehr Artenvielfalt in die Gewässer zu bringen. Eine schonende und lenkende Wegeführung wird das Gebiet erschließen und die Besucher zu bestimmten Stationen führen. Die Bürger sollen dadurch über Info- und Willkommenstafeln im stadtnahen, natürlichen Erlebnisraum die Natur nicht nur erleben, sondern auch Wissen vermittelt bekommen. Fischer räumte auf Vorhalte im Ausschuss ein, dass man mit dem Risiko Hochwasser leben und damit auch mit möglichen Schäden umgehen müsse. Für die UWG fragte Markus Lödige nach den Folgekosten der Unterhaltung und wer die Flächen pflegen müsse. Dazu sagte Fischer, dass die Flächen immer noch groß genug für eine Bewirtschaftung (selbst für eine Beweidung) seien.

Johannes Lücking (UWG) befürchtete, dass die aufgestellten Bänke zu Treffpunkten mit ruhestörendem Lärm und Verschmutzung führen könnten. Hierzu würden aber Gespräche mit dem Ordnungsamt und dem Jugendsozialarbeiter geführt, so Fischer, der davor warnte, schon im Vorfeld die Vorteile des Landschaftsparks schlecht zu re-den. „Ich stehe jederzeit für Gespräche und Anregungen zur Verfügung“, so sein Angebot.

Neue Allee pflanzen

Eine Lösung zeichnet sich auch für die Kastanienallee ab, die schon lange in einem schlechten Zustand ist. Mehr als 40 Prozent der über 100 Jahre alten Bäume sind stark oder sogar sehr stark geschädigt. Zugesetzt haben ihnen nicht nur die Miniermotte (wir berichteten ausführlich), sondern auch Pilze und Bakterien sowie der Standort in einem Feuchtgebiet.

Baumfällungen und starke Rückschnitte konnten das Problem nicht lösen. Ein Gutachter hat ein Schadensbild erstellt und ist zu dem Ergebnis gekommen: “Die Allee ist nicht zu retten.“

Er hat unter vier Varianten die Lösung favorisiert, im Abstand von 30 bis 40 Metern eine neue Allee zu pflanzen, die in Richtung Landschaftspark Emmerauen angelegt werden soll. Es werden auch keine Kastanien mehr gepflanzt, sondern nur Bäume, die für die Bedingungen besser geeignet sind – wie Stieleichen und Flatterulmen. Die Allee werde gut begehbar sein, aber keinen asphaltierten Weg bekommen.

Auch soll die alte Kastanienallee nicht abgeholzt werden, sondern aus Artenschutzgründen und als Lebensraum für Tiere erhalten bleiben. Allerdings werde man den derzeitigen Weg entsiegeln.

„Noch steht die Allee sicher. Auf Dauer und aus Sicherheitsgründen werde man den Zugang aber sperren müssen“, sagte Fischer. Das Konzept mit der neuen Allee sei mit der Unteren Landschaftsbehörde abgestimmt. Schon im Haushalt 2021 sollen Mittel für eine Neuanpflanzung aufgenommen werden. Eine Finanzierung sei auch über das Landesprogramm „Alleen“ angestrebt. Erste Pflanzungen seien bereits im kommen-den Frühjahr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7709050?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851055%2F
Olaf Scholz rechnet mit zweiwöchiger Lockdown-Verlängerung
Vizekanzler Olaf Scholz rechnet mit einer Verschärfung der Corona-Maßnahmen am Dienstag.
Nachrichten-Ticker