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Do., 18.09.2014

Bezirksregierung Arnsberg will fürs Abwasser notfalls eine Übergangslösung finden – Kanalbau beginnt  Mitte Oktober kommen die ersten Flüchtlinge 

Die ehemalige Desenberg-Kaserne in Borgentreich soll von Mitte Oktober an als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Zunächst werden 150 Asylbewerber einziehen. Die Kapazitäten steigen dann nach und nach auf 500 Plätze.

Die ehemalige Desenberg-Kaserne in Borgentreich soll von Mitte Oktober an als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Zunächst werden 150 Asylbewerber einziehen. Die Kapazitäten steigen dann nach und nach auf 500 Plätze. Foto: Astrid E. Hoffmann

Borgentreich (WB/thö). Mitte Oktober sollen die ersten Flüchtlinge in die ehemalige Desenberg-Kaserne in Borgentreich einziehen. Das hat die zuständige Bezirksregierung Arnsberg gestern noch einmal bekräftigt.

 An diesem Starttermin soll auch dann nicht gerüttelt werden, wenn der Kanalanschluss bis dahin nicht fertiggestellt sein sollte. »Wenn sich eine Übergangszeit ergibt, werden wir eine Lösung für die Abwasserproblematik finden«, sagte Behördensprecher Christian Chmel-Menges.

Die Kaserne verfügt bislang nicht über einen Anschluss an das öffentliche Kanalsystem, sondern über eine 50 Kubikmeter fassende Abwassersammelanlage, die nach Angaben von Borgentreichs Bauamtsleiterin Elvira Tewes aber marode und nicht sanierungsfähig ist. Darum habe die koptische Kirche als Eigentümerin des Geländes jetzt einen Anschluss an das öffentliche Kanalnetz in Auftrag gegeben.

Baubeginn in drei Wochen

 Tewes geht davon aus, dass die Bauarbeiten in drei Wochen beginnen können. Gebaut werden soll eine mehr als einen Kilometer lange Sammelleitung, die die Abwässer des Kasernengeländes zur vorhandenen Abwasserleitung in Richtung Kläranlage Daseburg transportiert. Die Leitung wird im sogenannten Nassspülverfahren verlegt, also unter Straßen und Wegen hindurchgeschossen. Es müsse nur punktuell gebaggert werden, erläuterte Tewes.

 Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Transportleitung sollen auch defekte Hausanschlüsse und Straßeneinläufe auf dem Kasernengelände erneuert werden, durch die zurzeit viel Fremdwasser in den Kanal gelangt.

Notfallplan

Sollte die neue Leitung nicht rechtzeitig fertig werden, sollen die Abwässer nach Angaben der Arnsberger Bezirksregierung zunächst weiter auf dem Kasernengelände gesammelt und dann abgefahren werden. »Das ist machbar und vertretbar«, sagte Chmel-Menges. Die Borgentreicher Aufnahmeeinrichtung werde dringend gebraucht, weil derzeit vier Einrichtungen in NRW wegen Masern- und Windpockenfällen nicht voll genutzt werden könnten. In Borgentreich sollen zunächst 150 Flüchtlinge aufgenommen, die Kapazitäten nach und nach auf 500 Plätze ausgebaut werden.

 Borgentreichs Bürgermeister Rainer Rauch sagte am Dienstagabend im Hauptausschuss, dass bislang kein Bauantrag für eine Umnutzung der Kaserne im Rathaus vorliege, wohl aber ein Nutzungskonzept. Die Bezirksregierung Arnsberg könne sich die Baugenehmigung aber auch selbst erteilen, weil sie im eigenen Haus über genügend Fachkunde verfüge.

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