Dr. Wolfhard Starke erhält Bundesverdienstkreuz für sein Wirken in Nepal 
Den German Doctor geehrt 

Warburg (WB). Der Warburger Arzt Dr. Wolfhard Starke (70) ist am Samstag mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Der Bundespräsident würdigte damit seine ehrenamtliche medizinische Tätigkeit in Nepal.

Montag, 13.10.2014, 04:02 Uhr aktualisiert: 15.10.2014, 17:05 Uhr
Große Freude hat die Verleihung des Verdienstkreuzes an Dr. Wolfhard Starke (2. von rechts) ausgelöst. Den Orden übergab Landrat Friedhelm Spieker (rechts). Bürgermeister Michel Stickeln und Dr. Arne Drews (links) von Nepalmed gratulierten. Foto: Ulrich Schlottmann
Große Freude hat die Verleihung des Verdienstkreuzes an Dr. Wolfhard Starke (2. von rechts) ausgelöst. Den Orden übergab Landrat Friedhelm Spieker (rechts). Bürgermeister Michel Stickeln und Dr. Arne Drews (links) von Nepalmed gratulierten. Foto: Ulrich Schlottmann

 Der frühere Chefarzt der Chirurgie am Warburger St. Petri-Hospital war von 2003 bis 2012 ehrenamtlicher Leiter des Krankenhaus im nepalesischen Amppipal. Dank seiner Arbeit könne in dem abgelegenen und unterentwickelten Gebiet heute die Basisversorgung für rund 200000 Menschen gewährleistet werden, sagte Landrat Friedhelm Spieker, der die Auszeichung im historischen Rathaussaal übergab. »Was Sie dort in neun Jahren aufgebaut haben, ist wirklich außergewöhnlich und in höchstem Maße bewundernswert«, lobte der Landrat in der Feierstunde im Kreis von Familienmitgliedern und Angehörigen des Vereins Nepalmed.

 Was Dr. Starke 2003 in Amppipal vorgefunden habe, das habe mit einem Krankenhaus nicht viel gemein gehabt, sagte Spieker: Das Gebäude habe sich in einem desolaten Zustand befunden, eine permanente Betreuung durch einen Arzt habe nicht existiert. »Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, haben Sie sich entschlossen zu bleiben und zu helfen«, würdigte der Landrats das Engagement des Warburger Arztes.

 Als Leiter des Krankenhauses habe er nicht nur für eine medizinische Grundversorgung und die Sanierung des Gebäudes sowie für Neubauten gesorgt, sondern auch den Bau einer Straßenanbindung erreicht, die den Einsatz eines Krankenwagens ermöglich habe. Dabei habe er nicht nur den insgesamt schwierigen Umständen getrotzt, sondern sich auch durch Korruption und Unzuverlässigkeiten nicht von seinem Weg abbringen lassen, so Spieker.

 »In ihrer Ambulanz behandelten Sie pro Tag bis zu 120 Patienten mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern. Hinzu kamen täglich zwei bis drei Operationen. Von Geburten über die Versorgung von Unfallopfern bis hin zu Zahnbehandlungen – alles wurde von ihrem Team abgedeckt«, berichtete der Landrat. Dank seines unermüdlichen Einsatzes seien nicht nur viele Leben gerettet worden, es sei auch grundsätzlich die Lebensqualität der Menschen verbessert worden, stellte Spieker fest, der in diesem Zusammenhang an Kampagnen zur Gesundheitserziehung der Landbevölkerung erinnerte. Dr. Starke habe es geschafft, dass das Krankenhaus in Amppipal heute einen ausgezeichneten Ruf als German Hospital genieße. »Die Menschen in Nepal werden ihren German Doctor niemals vergessen«, meinte der Landrat.

 Die Glückwünsche der Warburger Bürgerschaft sprach Bürgermeister Michael Stickeln dem Geehrten aus. Dr. Starke haben in Nepal mit seinem Elan, seiner Kompetenz und seiner Zielstrebigkeit höchst Beachtliches geleistet, sagte Stickeln. Von Beginn an beherzt zupackend, habe er unter schwierigsten Bedingungen unglaublich viel bewegt und mit der von Idealismus geprägten Aufbauarbeit letztendlich ein umfassendes Versorgungsangebot für die in einfachsten Verhältnissen lebende Bevölkerung hinterlassen.

 Der Vorsitzende des Vereins Nepalmed, Dr. Arne Drews, zeigte sich erfreut darüber, dass die außergewöhnliche Leistung seines Kollegen mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes eine offizielle Würdigung gefunden hat. Dr. Starke habe das Bild der Deutschen in Nepal entscheidend geprägt, sagte er. Als er von der Leitung des Krankenhauses zurückgetreten sei, habe für alle Zurückgebliebenen ein »strenger Lernprozess« begonnen. »Wir bemühen uns, das Schiff auf Kurs zu halten«, versprach Dr. Drews.

 Trotz aller Schwierigkeiten habe die Arbeit in Amppipal ihm immer Freude macht, sagte Dr. Starke, der die Gelegenheit nutzte, allen Freunden, Unterstützern und Spendern in Nepal und Deutschland zu danken. »Wenn dieses Krankenhaus weiter bestehen bleibt, werde ich glücklich sein«, sagte der Mediziner.

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