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Do., 23.10.2014

Notunterkunft in der alten Desenberg-Kaserne in Borgentreich nimmt Betrieb auf – Malteser sind gut vorbereitet Die ersten Flüchtlinge kommen

An der Rezeption erhalten die Flüchtlinge das Nötigste für ihren Aufenthalt in der Notunterkunft: Bettwäsche, Zahnpasta und -bürste, Shampoo und Handtücher. Sie nehmen die Asylbewerber in Empfang (von links): Mongi Samet, Pizzabäcker aus Peckelsheim, Einrichtungsleiter Lutz Köller von den Maltesern, Efsan Yilmaz, gelernte Erzieherin aus Brakel, und Christina Chennati.

An der Rezeption erhalten die Flüchtlinge das Nötigste für ihren Aufenthalt in der Notunterkunft: Bettwäsche, Zahnpasta und -bürste, Shampoo und Handtücher. Sie nehmen die Asylbewerber in Empfang (von links): Mongi Samet, Pizzabäcker aus Peckelsheim, Einrichtungsleiter Lutz Köller von den Maltesern, Efsan Yilmaz, gelernte Erzieherin aus Brakel, und Christina Chennati. Foto: Ralf Benner

Von Ralf Benner

Borgentreich (WB). Heute ziehen die ersten 100 Flüchtlinge in die ehemalige Desenberg-Kaserne in Borgentreich ein. Sie kommen voraussichtlich in zwei Bussen und werden im Laufe des Tages in der Asylbewerber-Notunterkunft eintreffen. Dort nehmen sie die Betreuer der Malteser Werke in Empfang.

»Die Malteser sind gut vorbereitet. Wir freuen uns darauf, dass die Einrichtung jetzt endlich ihren Betrieb aufnehmen kann«, sagt Doris Holtkamp von den Maltesern, die seit zwei Monaten maßgeblich für den Aufbau der zentralen Unterbringungseinrichtung und die Herrichtung der Gebäude verantwortlich ist.

Nach ihrer Ankunft checken die Asylbewerber zunächst in der Rezeption ein, die im alten Unteroffiziersheim untergebracht ist. »Dort erhalten sie für die Zeit ihres Aufenthaltes Bettwäsche, Zahnpasta und -bürste, Shampoo, Handtücher, Besteck, einen Plastikbecher und Spielzeug für die Kinder«, erläutert Holtkamp. An der Rezeption werden die Flüchtlinge auch auf die Zimmer verteilt. »Dabei ist es wichtig, genau auf die Ethnien und religiösen Überzeugungen der Flüchtlinge zu achten, damit es auf den Zimmern keine Konflikte gibt«, führt sie aus.

Bei der Betreuung der Asylbewerber helfen auch Mongi Samet, tunesischer Pizzabäcker aus Peckelsheim, und die gelernte Erzieherin Efsan Yilmaz aus Brakel, die in der Türkei geboren wurde. »Ich bin davon überzeugt, dass wir den Notleidenden aus den Krisengebieten helfen müssen. Ich habe davon in der Zeitung gelesen und mich sofort bei den Maltesern gemeldet«, berichtet Yilmaz.

Untergebracht werden die 100 Flüchtlinge in Haus 22, dass als erstes Gebäude für die Unterbringung der Asylbewerber hergerichtet wurde. Fünf weitere Häuser auf dem Kasernengelände sollen in den nächsten Monaten folgen. Ausgelegt ist Haus 22 für den Aufenthalt von insgesamt 200 Flüchtlingen. Auf zwei Etagen gibt es insgesamt 36 Zimmer mit vier, sechs oder acht Betten. »Für Familien mit Kindern sind spezielle Familienzimmer vorgesehen, in denen dann keine weiteren Personen mehr untergebracht werden«, erklärt Doris Holtkamp. Maximal eine Woche lang sollen die Flüchtlinge in der alten Kaserne bleiben, bevor sie dann auf andere Kommunen im Land verteilt werden.

Mit derzeit mehr als 40 Beschäftigten, auch aus dem Warburger Land, wollen die Malteser Werke die Betreuung der Asylbewerber in der Notunterkunft gewährleisten. Neben einem umfassenden Betreuungsangebot gibt es dort einen Sanitätsbereich und eine Kantine, in der täglich drei Mahlzeiten serviert werden. Gestern wurde bereits ein Probeessen für die Malteser und die Mitarbeiter der koptischen Kirche, die Eigentümerin der ehemaligen Desenberg-Kaserne ist, gekocht. Auf den Tisch kamen Frikadellen mit Kohlrabi.

Eine Kinderstube sowie Gebetsräume für Christen und Gläubige anderer Religionen sollen in den kommenden Wochen noch eingerichtet werden, berichtet Holtkamp. Sie sucht derzeit noch zwei examinierte Krankenschwestern für den Sanitätsbereich und Sozialbetreuer, die die Sprachen der Flüchtlinge sprechen, etwa Albanisch oder Serbokroatisch. Bewerbungen können gemailt werden an: doris.holtkamp@malteser.org.

Eingerichtet wurde auch eine Kleiderstube für Asylbewerber.

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