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Di., 22.03.2016

Warburg: Christoph Dolle fordert Suspendierung der Einsatzkräfte – Stifteten Flüchtlinge Unruhe? Nach Polizeiaktion im Asylheim: Politiker wird bedroht

In dieser ehemaligen Kaserne in Warburg-Dössel kam es zu der Auseinandersetzung. Eine Flüchtlingshelferin nimmt die Polizei in Schutz. Die Syrerin habe einen Polizisten gebissen und habe auch ihre Kinder dazu aufgefordert.

In dieser ehemaligen Kaserne in Warburg-Dössel kam es zu der Auseinandersetzung. Eine Flüchtlingshelferin nimmt die Polizei in Schutz. Die Syrerin habe einen Polizisten gebissen und habe auch ihre Kinder dazu aufgefordert. Foto: Christian Geschke

Von Marius Thöne

Warburg (WB). Höxters Landrat Friedhelm Spieker (CDU) hat am Montag Forderungen nach einer Suspendierung der drei Polizisten zurückgewiesen, die bei einem Einsatz in einer Warburger Unterkunft gegenüber Flüchtlingen handgreiflich geworden sein sollen.

Vor einer Entscheidung über disziplinarische Maßnahmen sollten zunächst die Ergebnisse des Strafverfahrens gegen die Beamten abgewartet werden, sagte der Landrat. Die Polizisten sollen, wie am Freitag berichtet, gegenüber einer 37-jährigen Syrerin und ihren Kindern verbal ausfallend und handgreiflich geworden sein.

Der stellvertretende SPD-Kreischef Christoph Dolle aus Warburg forderte daraufhin eine vorläufige Suspendierung der Beamten und einen Untersuchungsausschuss auf Kreisebene (siehe gestrige Ausgabe) – »auch um Schaden von der Kreispolizeibehörde Höxter zu nehmen«. Eine Forderung, die ihm mehrere Drohanrufe einbrachte. Von »Volksverräter« bis »Deine Familie soll dahin gehen, wo der Pfeffer wächst«, hätten die Beschimpfungen gereicht. »Solche Reaktionen irritieren mich als Demokraten«, sagte Dolle gestern. Sie hätten ihn aber darin bestärkt, »weiter Flagge zu zeigen«. Das Verhalten der Polizei sei unangemessen gewesen und auch nicht damit zu rechtfertigen, dass sich auch die andere Seite möglicherweise falsch verhalten habe.

So äußert eine ehrenamtliche Flüchtlingshelferin aus Warburg Verständnis für die Polizisten. Sie schildert im Gespräch mit dieser Zeitung, dass ein männlicher Begleiter der syrischen Familie das Video, das die Polizei im Einsatz zeigt und dem WDR-Magazin Westpol zugespielt wurde, zusammengeschnitten habe. So ist zu hören, wie ein Polizist droht: »Wenn sie nicht mitkommt, leg ich sie und ihre Kinder in Ketten und zerre sie hier raus«. Zu sehen ist ebenfalls, wie ein Polizeibeamter den zwölfjährigen Sohn festhält und ein anderer die Mutter zu Boden stößt. Szenen, in denen die 37-Jährige ihre Kinder jedoch aufgefordert habe, die Polizisten zu schlagen, zu treten und zu beißen, seien nicht zu sehen oder zu hören. »Dass der Polizist, bevor er die Frau zu Boden drückt, von ihr heftig in den Arm gebissen wurde, wird in dem Video ebenfalls nicht gezeigt«, sagt die Flüchtlingshelferin und bezieht sich auf Augenzeugenberichte.

Den ganzen Artikel lesen Sie am Dienstag, 22. März, im WESTFALEN-BLATT.

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