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Mo., 06.03.2017

145 Kilometer langer Rundwanderweg soll 2018 die Kreise Höxter und Kassel verbinden Herrliche Ausblicke auf das Diemeltal

Der Schlachberg bei Haueda bietet den Wander- und Naturfreunden herrliche Ausblicke auf das Tal der Diemel. Dieses Gebiet soll Teil des geplanten Rundwanderweges werden.

Der Schlachberg bei Haueda bietet den Wander- und Naturfreunden herrliche Ausblicke auf das Tal der Diemel. Dieses Gebiet soll Teil des geplanten Rundwanderweges werden. Foto: Frank Grawe

Von Ralf Benner

Warburg (WB). Im Jahr 2018 soll ein 145 Kilometer langer Rundwanderweg, der die Landkreise Höxter und Kassel miteinander verbindet, realisiert werden. Geplant ist, diesen so genannten »Diemeltal-Steig« zu 65 Prozent mit EU-Mitteln aus dem Leader-Förderprogramm zu finanzieren.

Im Norden wird der Fern-Rundwanderweg an der Ländergrenze von Nordrhein-Westfalen und Hessen voraussichtlich die drei Städte Warburg, Beverungen und Borgentreich und im Süden die fünf nordhessischen Kommunen Trendelburg, Bad Karlshafen, Liebenau, Hofgeismar und den Gutsbezirk Reinhardswald tangieren.

Steig verbindet nur bestehende Wege

»Der Steig soll ausschließlich bereits bestehende Gemeindewanderwege der acht Kommunen zu einem 145 Kilometer langen Rundwanderweg auf den Höhenzügen des Diemeltales verbinden«, erklärt Leader-Regionalmanagerin Christiane Sasse. Sie hatte auch die Idee zu diesem Projekt.

»Seit zehn Jahren schon trage ich mich mit dem Gedanken, dieses Vorhaben zu realisieren«, berichtet Sasse. »Bisher ist der Diemelraum mit seinen naturräumlichen, geologischen und kulturhistorischen Besonderheiten noch unzureichend naturtouristisch erschlossen, sicherlich aufgrund der Grenzlage zwischen NRW und Hessen«, erläutert sie. Der Diemeltal-Steig als Ziel für Wander- und Naturfreunde, Gäste und Einheimische würde dahingehend einen neuartigen Verbundcharakter zwischen beiden Bundesländern begründen und zum länderübergreifenden Austausch beitragen, so Christiane Sasse.

Von Bad Karlshafen nach Warburg und wieder zurück

Leader-Regionalmanagerin Christiane Sasse, hier an der Diemelmühle, an der Grenze von NRW und Hessen, hatte die Idee zum Diemeltal-Steig. Student Jan Kolditz unterstützt sie. Foto: Ralf Benner

Der Steig soll in Bad Karlshafen starten und im Uhrzeigersinn durch Gebiete der Kommunen Gutsbezirk Reinhardswald, Trendelburg, Hofgeismar, Liebenau bis Warburg führen. Von Warburg aus geht es dann über die Gemarkungen Liebenau, Borgentreich, Trendelburg und Beverungen wieder zurück nach Bad Karlshafen.

Der inhaltliche Fokus des Rundwanderweges, für den auch Tagesetappen konzipiert werden sollen, liegt auf der erstmals einheitlichen Erschließung und Präsentation von FFH-Gebieten (Fauna-Flora-Habitate mit europäischem Schutzstatus). Mit mehr als 450 Hektar liegen zwischen Warburg und Bad Karlshafen die im Volksmund als Kalkmagerrasen und Wacholderheiden bezeichneten Flächen im Diemeltal in einer Größe vor, wie sie sonst nur in Thüringen, Bayern oder Baden-Württemberg anzutreffen sind.

Artenreiche Biotope entlang des Weges

Die Kalkmagerrasen an den Diemelhängen gehören zu den artenreichsten Biotopen in Hessen und NRW. »Sie sind durch ihr reiches Vorkommen an Orchideen, Enzianen und farbigen Blüten, dem Reichtum an Schmetterlingen und Insekten sowie vielen Pilz- und Flechtenarten weit über die Ländergrenzen hinaus bekannt und beliebt«, sagt Christiane Sasse.

Neben der Erschließung der einzigartigen Kalk-Halbtrockenrasen und Kalk-Buchenwälder, gepaart mit herrlichen Ausblicken auf das Tal der Diemel, spielen auch die kulturhistorischen Besonderheiten entlang des Weges eine große Rolle.

Kulturhistorische Sehenswürdigkeiten

Die Hugenottenstadt Bad Karlshafen, das ehemalige Kloster Helmarshausen, das Wasserschloss Wülmersen, die Schanzenanlagen aus dem Siebenjährigen Krieg, die Holsterburg bei Warburg oder der Desenberg mit seiner Ruine zählen zu den Sehenswürdigkeiten mit kulturgeschichtlicher Bedeutung.

Der Eigenanteil der Kommunen an den Gesamtkosten – etwa eine sechsstellige Summe – beträgt 35 Prozent, proportional verteilt auf die acht Gemeinden. 65 Prozent würden durch EU-Mittel aus dem Leader-Programm finanziert. Die Stadträte müssen über das Projekt noch beschließen. Bis Herbst 2017 wollen die beiden Leader-Regionen, also die Kreise Höxter und Kassel, die Kooperationsvereinbarungen erarbeiten. Realisiert werden soll der länderübergreifende Fern-Rundwanderweg dann 2018.

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