Sa., 16.12.2017

Petitionsausschuss befasst sich mit Schuleingangsuntersuchungen – Kreistag für Dezentralität Elterninitiative ist sehr zufrieden

Die zentralen Schuleingangsuntersuchungen sind im Kreis Höxter sehr umstritten.

Die zentralen Schuleingangsuntersuchungen sind im Kreis Höxter sehr umstritten. Foto: dpa

Von  Ulrich Schlottmann und Marius Thöne

Höxter/Warburg/Bad Driburg (WB). Der Petitionsausschuss des Landtages hat sich am Donnerstag in Warburg unter der Leitung der Abgeordneten Sigrid Beer (Grüne) mit dem Thema Einschulungsuntersuchungen im Kreis Höxter befasst. Neben den beiden Initiatorinnen der Petition, Daniela Fieseler und Katrin Dierkes, nahmen daran weitere Elternvertreter aus Warburg teil.

Für den Kreis Höxter waren der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Ronald Woltering, und der Leiter des Fachbereichs Gesundheitswesen, Alfred Wiemers, anwesend. Landrat Friedhelm Spieker ließ sich von seinem Büroleiter Andreas Niggemeyer vertreten.

Zugeständnisse vom Kreis

Daniela Fieseler und Katrin Dierkes zeigten sich nach der Sitzung »sehr zufrieden« mit dem Verlauf und dem Ergebnis des Gesprächs. Der von Sigrid Beer verfasste Beschlusstext werde zwar erst am 9. Januar im Petitionsausschuss verabschiedet, der Kreis Höxter habe aber bereits jetzt weitgehende Zugeständnisse gemacht. So habe der Leiter des Gesundheitsamtes zugesagt, dass es für die Schulanfänger 2019 wieder dezentrale Einschulungsuntersuchungen geben wird, wenn es gelingt, die derzeit vakante Arztstelle zu besetzen.

Wie diese dezentrale Lösung aussieht, ist nach den Worten der beiden Elternvertreterinnen allerdings noch offen. »Das wird sicherlich auf eine Kompromisslösung mit mehreren geeigneten Standorten im Kreis Höxter hinauslaufen«, mutmaßte Daniela Fieseler im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Erfreulich sei, dass an einer Lösung, die ab 2019 greifen soll, alle Beteiligten, also Gesundheitsamt, Bürgermeister, Schulämter, Schulleitungen und die Elterninitiative, beteiligt werden sollen. »Das werden wir dann auch einfordern«, stellte Katrin Dierkes klar. Eine bessere Kommunikation und mehr Transparenz habe auch die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer eingefordert und deutlich gemacht, dass dies im bisherigen Verfahren gefehlt habe.

Verbesserungen soll es nach den Worten der beiden Elternvertreterinnen aber auch schon im kommenden Jahr bei den zentralen Einschulungsuntersuchungen in Höxter geben. »Das Gesundheitsamt hat zugesagt, bei Problemfällen unbürokratisch Hilfestellung zu leisten. Auch bei der Terminwahl soll die zusagte Flexibilität tatsächlich stattfinden«, beruft sich Daniela Fieseler auf eine Zusicherung von Wiemers.

1800 Unterschriften

Dankbar sind die beiden Elternvertreterinnen für die große Unterstützung, die sie für ihre Petition aus der Bürgerschaft erhalten haben. Insgesamt 1800 Unterschriften hatten sie in den vergangenen Wochen gesammelt. »Wenn wir die Petition nicht gestartet hätten und nicht so viele Unterstützer gewonnen hätten, dann hätte unser Anliegen nicht diese Durchschlagskraft bekommen«, meint Katrin Dierkes. Und auch das Fazit von Daniela Fieseler fällt positiv aus: »Es zeigt sich, dass man gemeinschaftlich etwas bewegen kann, auch wenn die Fronten schon verhärtet sind.«

Kreistagsvotum

Auch der Höxteraner Kreistag hat am Donnerstagabend den Landrat einstimmig gebeten, die Schuleingangsuntersuchungen vom Schuljahr 2019/20 an wieder dezentral anzubieten. Offen blieb, ob es dann wie bisher Untersuchungen an den Schulen oder eine andere Form der Dezentralisierung geben soll.

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