Fr., 25.05.2018

Schnelles Internet: Bagger, Fräse und Pflug graben sich durch das Warburger Land Breitbandausbau rollt

Der Ausbau des Breitbandnetzes läuft auch im Warburger Land auf Hochtouren. Bagger, Fräse und Pflug sind im Dauereinsatz. Das Foto zeigt, wie die Lehrrohre, die im Inneren aus sieben Einzelröhrchen bestehen, in Menne verlegt werden.

Der Ausbau des Breitbandnetzes läuft auch im Warburger Land auf Hochtouren. Bagger, Fräse und Pflug sind im Dauereinsatz. Das Foto zeigt, wie die Lehrrohre, die im Inneren aus sieben Einzelröhrchen bestehen, in Menne verlegt werden. Foto: Michaela Weiße

Von Michaela Weiße

Warburg (WB). Bagger, Fräse und Pflug sind im Warburger Land derzeit im Dauereinsatz. Der Ausbau des Breitbandnetzes im Kreis Höxter, der Anfang Mai gestartet ist, läuft auf Hochtouren.

»Zeitlich läuft bisher alles bestens«, sagt Kai-Timo Wilke, Geschäftsführer des Beverungener Netzbetreibers Sewikom, der im Januar dieses Jahres den Zuschlag für den Ausbau erhielt. Das von Sewikom zu bauende Netz wird alle 92 Ortschaften verbinden, die im Rahmen des kreisweiten Vergabeverfahrens als unterversorgt identifiziert worden sind.

Durch den Ausbau sollen mehr als 13.378 Liegenschaften eine Anbindung an das schnelle Internet mit einer Datenrate von mindestens 50 Mbit pro Sekunde erhalten. »In Teilen des Ausbaugebietes wird die Sewikom GmbH sogar Tarife mit bis zu 100 Mbit pro Sekunde im Downstream anbieten können«, verspricht Wilke.

Steinfreier Boden erleichtert die Arbeiten

In Welda und Germete wurden die Lehrrohre, die im Inneren aus sieben Einzelröhrchen bestehen, bereits verlegt. Auch in Menne und Nörde kamen die Bauarbeiten zügig voran. Zeitlich seien diese der Planung sogar etwas voraus gewesen, so der Geschäftsführer. »Ein Puffer, den wir im Winter gut gebrauchen können«, sagt Wilke.

»Das liegt an dem guten Boden der Warburger Börde«, erklärt Sewikom-Projektleiter Martin Marhofen. Da der Boden weitestgehend steinfrei sei, könnten die Rohre dort auf weiten Strecken mit dem Kabelpflug – der schnellsten Verlegetechnik – unter die Erde gebracht werden. »Der Vorteil ist, dass zum Einpflügen kein Graben ausgehoben werden muss und das Wiederverfüllen ebenfalls entfällt«, erklärt der Projektleiter.

Die Kabellehrrohre werden mit dem Pflug, der an einem Traktor oder einem Raupenfahrzeug montiert ist, direkt eingezogen. »Mit dieser wirtschaftlichen Kabelpflugtechnik kann an einem Arbeitstag beispielsweise circa ein Kilometer Leerrohr verlegt werden, in das später das Glasfaserkabel mit Druckluft eingeblasen wird«, erläutert Geschäftsführer Kai-Timo Wilke.

250 Kilometer an Glasfaserkabeln

Der Löwenanteil der insgesamt 250 Kilometer zu verlegenden Glasfaserkabel im Kreis Höxter kann mit dem Pflug bewältigt werden, nämlich rund 150 Kilometer, sagt Projektleiter Martin Marhofen. Der Grund dafür sei, dass die Strecke größtenteils außerorts – also auf Ackerboden – verläuft. »Auf asphaltierter Fläche funktioniert das Kabelpflugverfahren nicht«, so Marhofen.

Bei steinigem Untergrund kämen andere Bautechniken zum Einsatz, erklärt Geschäftsführer Kai-Timo Wilke. Dazu gehöre unter anderem der klassische Tiefbau mit Bagger- und Schachtarbeiten. Mit dieser Technik werden circa 15 Kilometer der Rohre verlegt.

Bei den restlichen 75 Kilometern werde das Horizontalspülbohrverfahren angewandt, sagt Projektleiter Martin Marhofen. Die Horizontalspülbohranlage bohrt einen unterirdischen Kanal und zieht im Rückzug die Leerrohre ein. Auch hierbei müsse kein Graben ausgehoben werden.

Arbeiten wohl Mitte 2019 beendet

Auf Boden mit viel Gestein wird die Grabenfräse eingesetzt. 30 Zentimeter breit und 80 Zentimeter tief seien die Einfräsungen, erklärt Marhofen. Täglich sind für den Breitbandausbau im Kreis Höxter bis zu sieben Baustellenteams im Einsatz.

Ausgeführt werden die Arbeiten von der Firma Marc Sprenger Garten- und Landschaftsbau und Tiefbau aus Marienmünster, Galjard Bau aus Kassel, Garten- und Landschaftsbau Rüdiger Knipping aus Diemelstadt sowie vom Bauunternehmen Siebeneicher aus Beverungen.

Das schnelle Internet wird über 184 Kabelverzweiger in die Haushalte verteilt. Die Arbeiten werden wohl Mitte 2019 beendet sein, erklärt Geschäftsführer Kai-Timo Wilke. Erst ab dann wird es für die Bürger möglich sein, das schnelle Internet auch zu nutzen. Vorregistrierungen nimmt die Firma Sewikom jedoch bereits ab Juli dieses Jahres entgegen.

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