Mi., 18.07.2018

Politik will weitere finanzielle Unterstützung Großes Interesse an neuen Studiengängen

Blick in die Kabine eines modernen Traktors. Per GPS-Steuerung wird der Dünger ausgebracht. Beim so genannten »Precision Farming« (Präzisionsackerbau) wird je nach Boden- und Aufwuchsbeschaffenheit mehr oder weniger Dünger gestreut. In Höxter befasst sich künftig ein Studiengang mit dem Thema.

Blick in die Kabine eines modernen Traktors. Per GPS-Steuerung wird der Dünger ausgebracht. Beim so genannten »Precision Farming« (Präzisionsackerbau) wird je nach Boden- und Aufwuchsbeschaffenheit mehr oder weniger Dünger gestreut. In Höxter befasst sich künftig ein Studiengang mit dem Thema.

Von Marius Thöne

Höxter (WB). Die Nachfrage nach Studienplätzen für die neuen Höxteraner Studiengänge »Precision Farming« und »Freiraummanagement« ist offenbar hoch. Das hat die Hochschule OWL gestern auf Anfrage mitgeteilt.

»Wir haben den Puls der Zeit getroffen und ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal erlangt«, freute sich Professor Jürgen Krahl. Konkrete Zahlen wollte der Präsident der Hochschule OWL noch nicht nennen, sprach aber von »erfreulich hohen« Werten. Noch bis September sind Bewerbungen möglich.

Beide Studiengänge gehen zum kommenden Wintersemester an den Start, ausgestattet mit einer Anschubfinanzierung des Landes in Höhe von drei Millionen Euro für die ersten beiden Jahre. Derzeit wird zwischen Wissenschaftsministerium in Düsseldorf und der Hochschule über eine Verstetigung der Finanzmittel verhandelt.

NRW-Landtag stimmt für finanzielle Förderung

Unterstützung gibt es dafür aus der Politik. Der NRW-Landtag hat per Entschließungsantrag Ende vergangener Woche mehrheitlich für eine finanzielle Förderung über 2019 hinaus gestimmt. »Der Wille, die Studiengänge weiter zu finanzieren, ist da«, sagte gestern der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Goeken. Offen sei aber noch, aus welchen Töpfen das Geld kommen soll. Die Koalitionsfraktionen CDU und FDP hatten den Entschließungsantrag im Landtag gestellt. Unterstützt wurde er auch von den Grünen.

Durch die neuen Studiengänge in Höxter ergebe sich »eine passgenaue Weiterentwicklung des Profils des Hochschulstandorts Höxter, der auch von der heimischen Landwirtschaft gewollt wird«, sagte Goeken. Die Entwicklung von digitalen landwirtschaftlichen Techniken sei »von enormer Bedeutung« und führe dazu, dass die Landwirtschaft effizient, leistungsfähig und vielfältig bleibe. Die Grünen hatten bereits Anfang Juli weitere Landesmittel für die Studiengänge angemahnt und kritisiert, dass die Landesregierung die Hochschule bei der Anschlussfinanzierung im Regen stehen lasse. Die Abgeordnete Sigrid Beer hatte nach einer kleinen Anfrage den Eindruck gewonnen, dass das Herz von Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen eher für die Kultur schlage, weil sie in ihrer Antwort »jegliche Unterstützung für die Hochschule« gefehlt habe.

Hochschul-Präsident freut sich über Unterstützung aus der Politik

Sowohl Goeken als auch Hochschulpräsident Krahl gehen davon aus, dass es am Ende einen »für alle Seiten zufriedenstellenden Abschluss geben wird«. »Wir freuen uns aber, dass wir intensive Unterstützung aus der Politik erfahren«, so Krahl. Nach seinen Angaben würden die neuen Studiengänge zusätzlich zu dem bestehenden Angebot aufgebaut, ohne dass es bei diesem zu Einschnitten kommen soll. »Für die Hochschule OWL haben Qualitätssicherung und die Zukunftsfestigkeit aller Studiengänge absolute Priorität«, sagte Krahl.

Precision Farming

Der Studiengang »Precision Farming« (Präzisionsackerbau) ist am Fachbereich Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik angesiedelt. Hintergrund ist, dass auch in der Landwirtschaft Automatisierung und IT-Unterstützung Einzug gehalten haben. »Precision Farming« optimiert beispielsweise die Bewirtschaftung von Landwirtschaftsflächen mit dem Fokus auf zeitliche Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit, der Ertragsfähigkeit, dem Dünger-, Bewässerungs- oder Pflanzenschutzbedarf – und unterstützt die bestmögliche Verteilung von Saat- und Pflanzgut sowie die Ernte zum besten Zeitpunkt. Diese Herangehensweise ist derzeit nicht Bestandteil der Ausbildung von Landwirten und erfordert ein neues Studienangebot mit Inhalten aus den Agrarwissenschaften, der Informatik, Mechatronik und den Gesellschaftswissenschaften.

Freiraummanagement

Der Studiengang Digitales Freiraummanagement ist am Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung verortet. Er stellt einen ganzheitlichen Ansatz von der Projektentwicklung über die Planung, Ausführung und Unterhaltung bis hin zur Projekt-Evaluation von Freianlagen in den Fokus. Dieser Ansatz ermöglicht somit auch für den Freiraum neue Betrachtungen hinsichtlich der ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit, da die Kosten und die Wertschöpfung über den gesamten Lebenszyklus erfasst und in die Projektentwicklung reflektiert werden können.

 

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