Di., 02.10.2018

Vier Pianisten spielen beim Meisterkonzert im Rahmen der Warburger Oktoberwoche Neuer Flügel zeigt ganze Bandbreite

Von Verena Schäfers-Michels

Warburg (WB). Er war der Mittelpunkt beim eigens ihm gewidmeten »Galakonzert zur Einweihung des neuen Konzertflügels« am Sonntagabend in der Aula des Gymnasium Marianum: der neue B-Konzertflügel der Marke Steinway & Sons.

In seiner »schwarzglänzenden Erhabenheit«, wie es Bürgermeister Michael Stickeln stolz formulierte, beherrschte das imposante Instrument die Bühne zuerst schweigend. Um den Flügel herum baute sich das Amici Ensemble Frankfurt unter der Leitung von Peter Zelienka auf und spielte elegant das Moderato aus der Serenade für Streicher in E-Dur op. 22 von Antonín Dvorák.

Dem Steinway leise, sanfte Töne entlockt

Ein Kind der Stadt, Musiklehrer Ralf Berger aus Germete, entlockte dem Steinway als erster Solist leise, sanfte Töne mit dem »Eclogue für Klavier und Streicher« von Gerald Finzi. Die Erstaufführung dieses Hirtengedichts erlebte der Komponist selbst nicht mehr, er starb einige Monate zuvor, wie Christoph Werkhausen informierte. Der Redakteur und Moderator, der für die Sendungen des hr-Sinfonieorchesters zuständig ist, moderierte charmant durch den Abend und versicherte, dass der Konzertflügel noch ganz andere Töne hervorbringen könne.

»Mit der notwendigen Hingabe an und der Leidenschaft für ein Instrument, das wird uns heute wieder einmal von wunderbaren Solisten und einem ebensolchen Ensemble präsentiert«, versprach auch Stickeln, der die Gäste zum Meisterkonzert im Rahmen der Warburger Oktoberwoche begrüßte und sich freute, die »ganz besondere, lang erhoffte und herbeigesehnte Attraktion«, den neuen Konzertflügel präsentieren zu dürfen und den zahlreichen Institutionen, Unternehmen, Dienstleistern und privaten Spendern »Dankeschön« zu sagen. Den Spendern wurde im Anschluss an das Konzert eine signierte Taste übergeben.

»Doch warum wurde ein neues Instrument benötigt, hätte es der vorherige nicht auch noch getan? Manche mögen sich diese Frage stellen«, griff der Bürgermeister, die Meinung derer auf, die die Notwendigkeit einer solch hochwertigen Neuanschaffung als unnötig ansahen. »Hierauf gilt es zu erwidern, dass der alte Flügel mit der Zeit einfach in die Jahre gekommen war und höchsten Ansprüchen schlicht nicht mehr genügen konnte. Insbesondere mit Blick auf die in Warburg fest etablierte Meisterkonzertreihe, mit der es von Beginn an unser Bestreben war, möglichst erstklassige Solisten und Ensembles hierfür gewinnen zu können, war diese Neuanschaffung in der Tat unabdingbar.«

90.000 Euro hat der Konzertflügel gekostet

90.000 Euro hat der B-Konzertflügel der Marke Steinway & Sons gekostet. Vor zwei Jahren kamen die Verhandlungen mit der Steinway Galerie Ostwestfalen in Gang. »Inzwischen belaufen sich die Anschaffungskosten für einen gleichwertigen Flügel auf 105.000 Euro«, so Schulamtsleiter Olaf Krane. In einem kleinen Interview zwischen zwei Stücken erklärte Rudolf Micke von der Stein Galerie, was das Besondere an den Flügeln aus seinem Haus ist. »Die Flügel haben eine sehr große dynamische Bandbreite. Die Bauzeit beträgt zwölf Monate, aber das Holz wird bereits zwei Jahre zuvor geschlagen.«

Dabei stamme das Fichtenholz für den Resonanzboden aus Kanada und werde dort in einer Höhe von 600 bis 1000 Meter geschlagen. »Dort wachsen die Bäume langsamer und sind dadurch sehr elastisch«, so Micke. Zudem sei die Konstruktion sehr aufwändig, weil das Instrument von außen nach innen gebaut werde. 80 Prozent werde in Handwerkskunst gefertigt. Bei guter Pflege würden diese Flügel 50 Jahre gut klingen. Ein Alleinstellungsmerkmal der Steinway-Flügel ist, dass jeder ein wenig anders klinge. Die Instrumente werden zu 80 Prozent von Privatleuten gekauft, aber auch Musikhochschulen und Musikschulen zählen zu den Kunden der Galerie.

Jeder Steinway-Flügel klingt ein wenig anders

Allegro und Larghetto aus der Feder von Johann Sebastian Bach, gespielt von Sonia Achkar, und ein Mozart Rondeau von den Fingern Haiou Zhangs angeschlagen, der für sein schlankes und differenziertes Klavierspiel bekannt ist, zeigten beim Meisterkonzert die wunderschöne klangvolle Bandbreite des majestätischen Tasteninstruments.

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