Do., 11.10.2018

Studienstandort an der Landfurt wird 2020 aufgegeben Aus für Hochschule in Warburg

Das Studienzentrum an der Warburger Landfurt will die Hochschule OWL spätestens 2020 schließen.

Das Studienzentrum an der Warburger Landfurt will die Hochschule OWL spätestens 2020 schließen. Foto: Michaela Weiße

Von Ralf Benner

Warburg (WB). Die Stadt Warburg ist bald kein Hochschulstandort mehr. Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe teilte am späten Nachmittag mit, dass sie den Studienort spätestens 2020 schließen wird. Alle Warburger Studierenden können ihr Studium an der Hochschule OWL aber abschließen.

»Das ist für mich eine schlimme Nachricht, die mich persönlich sehr trifft, schließlich war der Studienstandort ein Stück weit mein Baby, für das ich mich vor rund zehn Jahren sehr engagiert habe«, sagte Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln dem WESTFALEN-BLATT in einer ersten Stellungnahme. »Die Entscheidung kam aber nicht überraschend, es hat über Monate intensive Gespräche gegeben, um ein Konzept zu finden, um die Schließung noch abzuwenden – leider erfolglos.«

Spätestens mit Auslaufen des Mietvertrages des Studiengebäudes am Prozessionsweg 1 in Warburg im Jahr 2020 wird das Studienzentrum der Hochschule OWL in Warburg nun geschlossen.

Es war zum Wintersemester 2009 eröffnet worden, jedoch entschieden sich schon in den ersten Jahren zu wenige Studierende für die Fächer Elektrotechnik, Maschinentechnik, Mechatronik, Produktionstechnik und Wirtschaftsingenieurwesen in der Hansestadt. Zum Wintersemester 2014/15 folgte mit dem Studiengang Betriebswirtschaftslehre für kleine und mittlere Unternehmen (BWL für KMU) eine Erfolg versprechende Neuausrichtung.

Erst vor wenigen Wochen war der Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre für kleine und mittlere Unternehmen in Warburg mit 30 Erstsemestern ins fünfte Jahr gegangen. Damit hat der Standort Warburg der Hochschule OWL am Prozessionsweg aktuell noch 150 Studierende.

Die Anzahl der Studenten in Warburg war zum Semester 2018/2019 gegenüber den beiden Vorjahren weiter gesunken. Im vergangenen Jahr konnten an der Hochschule in Warburg noch 38 Erstsemester begrüßt werden, 2016 waren es 67. Einen Grund zur Sorge sahen Professorin Yvonne-Christin Bartel, Vizepräsidentin für Bildung und Internationalisierung an der Hochschule OWL, sowie Professor Jürgen Nautz, Leiter des Studienzentrums Warburg, bei der Begrüßung der »Erstis« jedoch nicht. Schwankungen seien durchaus normal, hatte Bartel diser Zeitung erklärt.

»Selbstverständlich können Studierende ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre für kleine und mittlere Unternehmen bei uns beenden«, sagt Professor Jürgen Krahl, Präsident der Hochschule OWL. Mit Schließung des Studienortes Warburg werden die Lehrveranstaltungen des Studiengangs BWL für KMU in Lemgo angeboten.

Bürgermeister Michael Stickeln erwartet keine Hilfe vom NRW-Wissenschaftsministerium, da es sich um keinen selbstständigen Studienort handelt, über dessen Fortbestand die Hochschule OWL allein entscheiden könne.

»Wir werden den Kopf aber nicht in den Sand stecken und wollen für die Zukunft eine hochschulnahe Nutzung des Gebäudes hinbekommen. Zugegeben, ein sehr ambitioniertes Vorhaben«, sagte Stickeln. Gespräche darüber würden nun anlaufen. »Es werden jetzt Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit privaten Anbietern geprüft«, so Stickeln. Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern sollen zeigen, wie groß das privatwirtschaftliche Engagement sein muss, um eine solche Nutzung zu ermöglichen, und in welcher Weise es sich lohnt, als Kommune ein solches Vorhaben finanziell mitzutragen, erläuterte er.

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