Do., 29.11.2018

SPD: Helmut Lensdorf und Andreas Suermann kandidieren für Kreisvorsitz Sozialdemokraten haben die Wahl

Die Jungsozialisten unterstützen Helmut Lensdorf und schicken Kandidaten für die Kreisvorstandswahl ins Rennen: Tim Vollert (von links), Nora Wieners, Liborius Schmidt und Julia Nitzbon.

Die Jungsozialisten unterstützen Helmut Lensdorf und schicken Kandidaten für die Kreisvorstandswahl ins Rennen: Tim Vollert (von links), Nora Wieners, Liborius Schmidt und Julia Nitzbon. Foto: Jusos-Kreisverband

Von Sabine Robrecht

Höxter (WB). Andreas Suermann (57) aus Natzungen und Helmut Lensdorf (55) aus Kollerbeck kandidieren beim Parteitag SPD am Samstag in Godelheim für den Kreisvorsitz. Sie wollen die Nachfolge von Christoph Dolle antreten. Kreisgeschäftsführer Rainer Brinkmann geht von einer knappen Entscheidung aus.

Andreas Suermann kandidiert für den Kreisvorsitz. Foto: Archiv

Als einer der SPD-Chefs in den zehn Städten des Kreises werde man gefragt, antwortete Helmut Lensdorf im Gespräch mit dieser Zeitung auf die Frage nach seinen Beweggründen für die Kandidatur. Der Sozialdemokrat ist Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Marienmünster. Im Rat seiner Heimatstadt engagiert sich der dreifache Familienvater ebenso wie in der SPD-Kreistagsfraktion.

Der Ortsverein Marienmünster ist unter seiner Führung von 16 auf 28 Mitglieder angewachsen. Dieser Erfolg – ein Plus von rund 80 Prozent – sei Teamarbeit, betont der Bewerber. »Wir haben uns auch verjüngt«, verweist er darauf, dass unter den Neumitgliedern vier Jusos seien. »Auch im Hinblick auf die Kommunalwahl 2020 sind die Ortsverbände gut beraten, junge Menschen einzubinden und sie rechtzeitig vorzubereiten.«

Helmut Lensdorf bewirbt sich um den Kreisvorsitz. Foto: Archiv

Diese Aufgabe sehen auch die Jusos im Kreis Höxter für 2020 als dringend an. Beim Kreisparteitag am Samstag bringen sie einen Antrag ein, in dem sie fordern, dass es jungen Menschen leichter gemacht werden soll, in einen Rat oder den Kreistag einzuziehen.

Die Jusos wünschen sich Helmut Lensdorf an der Spitze der Kreis-SPD. Sie fordern eine inhaltliche und personelle Erneuerung und wollen selbst an diesem Prozess aktiv teilnehmen. »Fünf Jungsozialisten werden daher für den neuen Kreisvorstand kandidieren«, kündigt die SPD-Nachwuchsorganisation an. Nora Wieners und Julia Nitzbon treten als stellvertretende Kreisvorsitzende an. Liborius Schmidt, Raphael Mense und Tim Vollert werden als Beisitzer kandidieren.

Kommentar

Da ist Musik drin: Die Jusos bekennen sich zu einem der zwei Kandidaten für den Kreisvorsitz und bringen beim gleichen Parteitag einen Antrag zur Trennung von Parteivorsitz und Leitungsfunktion in der Kreistagsfraktion ein. Letztere hat Bewerber Andreas Suermann inne. Dass die Initiative der Jusos dahin zielt, seine Kandidatur zu schwächen, könnten Beobachter annehmen. Diese Unterstellung wäre allerdings unzulässig. Die Sozialdemokraten haben die Wahl. Möge die demokratische Fairness bei dieser wichtigen Personalentscheidung siegen.

Sabine Robrecht

Der zweite Kandidat für den Kreisvorsitz, Andreas Suermann, kennt das kommunalpolitische Geschäft seit knapp 30 Jahren. 1989 zog er in den Rat Borgentreich ein. Helmut Simon, Ortsvorsteher von Bühne und Weggefährte im Fußball, hatte ihn für die Politik gewinnen können. Seither hat der dreifache Familienvater oft in verantwortungsvoller Position die Geschicke der Region mitgestaltet. 1994 zog er in den Kreistag ein. Seit 1999 führt er die Kreistagsfraktion seiner Partei und stellte sich bei drei Kommunalwahlen der Herausforderung der Landratskandidatur. Als Kreisverbandsvorsitzender vertritt Suermann die Interessen der sozialdemokratischen Kommunalpolitiker. Etwas bewegen möchte er auch im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Weggefährten würdigen seine langjährige Erfahrung und seine Verdienste für die SPD im Kreis Höxter. Zur Kandidatur für den Kreisvorsitz, den Beweggründen und Plänen möchte sich Andreas Suermann erst beim Parteitag äußern.

SPD-Kreisgeschäftsführer Rainer Brinkmann sieht der Vorsitzenden-Wahl, wie er dieser Zeitung sagte, gespannt entgegen. Den Antrag der Jusos zur Trennung des Parteivorsitzes von einem Leitungsamt in der Kreistagsfraktion (Vorsitz, stellvertretender Vorsitz, Geschäftsführung) kann der Parteitag aus Brinkmanns Sicht nur per Akklamation als politische Willensbekundung absegnen. Denn: Es dürfe nicht sein, dass ein Gremium dem anderen – der Parteitag der Kreistagsfraktion oder umgekehrt die Fraktion dem Parteitag – Ketten anlege.

»Viele Schultern tragen mehr«, begründen die Jusos den Antrag. Durch die Teilung der Aufgaben »sind wir breiter aufgestellt und können mehr bewegen«.

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