Mo., 03.12.2018

Kunden staunen: ABC-Zug Höxter Süd der Warburger Feuerwehr übt im Baumarkt Shoppen im Schutzanzug

Ein ungewöhnlicher Anblick für die Kunden: In ihren unbequemen orangeroten Schutzanzügen bewegen sich Andrea Fuest und Matthias Geilhorn durch die Gänge des Obi-Marktes. Jürgen Rabbe (links) beantwortet Fragen einer Kundin zur Übung.

Ein ungewöhnlicher Anblick für die Kunden: In ihren unbequemen orangeroten Schutzanzügen bewegen sich Andrea Fuest und Matthias Geilhorn durch die Gänge des Obi-Marktes. Jürgen Rabbe (links) beantwortet Fragen einer Kundin zur Übung. Foto: Astrid E. Hoffmann

Von Astrid E. Hoffmann

Warburg (WB). Da staunten Kunden im Obi-Markt in Warburg am Samstagnachmittag nicht schlecht: Offenbar auf der Suche nach einem Schnäppchen, bewegten sich zwei Gestalten in unbequemen orangeroten Schutzanzügen, sorgsam begleitet von einem Feuerwehrmann, ungelenk durch die Gänge – wohl eine Shopping-Tour der etwas anderen Art.

Des Rätsels Lösung: Der ABC-Zug Höxter Süd der Freiwilligen Feuerwehr Warburg führte in dem Baumarkt eine Übung mit Chemikalien-Schutzanzügen durch. »Wir haben bei anderen Wehren gesehen, dass diese die notwendigen Übungen in Kaufhäusern vornahmen und dachten, dass wäre auch einmal etwas für uns«, erklärte Wehrführer Jürgen Rabbe.

Marktleiter Fabian Razzanow war sehr gerne bereit, die Feuerwehr im Geschäft üben zu lassen. »Für dieses Entgegenkommen sind wir sehr dankbar, denn so kann eine ernste Sache auch einmal mit einem kleinen Spaßfaktor gekoppelt werden«, sagt Rabbe. Der Zugführer des ABC-Zuges Höxter Süd, Wilhelm König, hatte sich im Vorfeld bei Obi umgeschaut und Dinge ausgesucht, die seine Kameraden am Übungstag für die Wehr einkaufen sollten.

»Normalerweise wird an der Feuerwache oder in einem Indus­triebetrieb, der mit Gefahrstoffen arbeitet, trainiert«, erläutert Wilhelm König. Eine Übung im Baumarkt war für die 20 Männer und Frauen der Löschzüge Scherfede und Warburg sowie der Löschgruppe Ossendorf eine Premiere.

Im Vordergrund stand dabei das An- und Ausziehen der Schutzanzüge, die Kommunikation per Funk sowie die Feinmotorik beim Einkaufen und das unfallfreie Bewegen zwischen den Regalen.

Ausrüstung wiegt etwa 25 Kilogramm

Die komplette Ausrüstung hat ein Gewicht von etwa 25 Kilogramm, davon wiegt der Anzug etwa 8,5 Kilogramm und das Pressluftatemgerät 14 Kilogramm. Der Anzug wird über der üblichen Einsatzkleidung getragen. Sich im Anzug zu bewegen, durch das kleine Sichtfenster zu orientieren und mit den Handschuhen kleine Teile, wie zum Beispiel eine Stellschraube, aus dem Regal zu nehmen, war die Herausforderung. Zu allem kam natürlich die begrenzte Zeit. »Die Atemluft reicht für etwa 30 Minuten, im Anzug sollte aber maximal nur 20 Minuten gearbeitet werden«, erklärt Rabbe.

Damit die Feuerwehrleute im Laden keinen Schaden verursachten, war bei jedem Trupp, der aus zwei Personen bestand, ein Feuerwehrmann zur Aufsicht mit dabei.

In vier Durchgängen wurde die Übung absolviert, die damit begann, einen Einkaufswagen zu holen. Zugführer König gab über Funk Anweisungen, welches Produkt eingekauft werden musste und hatte dabei auch den Schalk im Nacken. So mussten Andrea Fuest und Matthias Geilhorn ein Päckchen Sonnenblumensamen namens »Ring of Fire« mitbringen. Plätzchenformen, Komet und Engel, eine Weihnachtskugel und Anmachholz fanden ebenso den Weg in den Einkaufswagen.

ABC-Kräften wird es im Anzug schnell warm

Dass es den ABC-Kräften im Anzug schnell warm wurde, war am beschlagenen Sichtfenster zu sehen. Und mit zunehmender Dauer des Einsatzes füllte die ausgeatmete Luft ihre Anzüge und erschwerte noch die Bewegungen.

Das nötige Geld zum Einkauf war in einem Gefrierbeutel sicher verpackt. Das Zahlen an der Kasse schloss den Übungsgang ab – natürlich musste auch der Einkaufswagen wieder weggebracht und der kleine Chip entnommen werden. Mit diesen Handschuhen wahrlich keine leichte Aufgabe.

»Je länger man den Anzug trägt, desto wohler fühlt man sich darin«, stellt Matthias Geilhorn fest. Andrea Fuest meint, dass die Verständigung im Anzug schon sehr schwer gewesen ist. Alles in allem hatten die Feuerwehrkameraden viel Spaß bei der wichtigen Übung und betrieben auch gleich Manöverkritik bei einer Dose Gummibärchen, die natürlich auch im Anzug eingekauft worden war.

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