Fr., 07.12.2018

Bundesweite Plakataktion des SkF weist auf Internet-Hilfsangebot hin Hilfe gegen Gewalt online finden

Die SkF-Mitglieder Helga Niemöller (von links), Gertrud Flore und Andrea Küper-Viefhues weisen auf das Internet-Hilfsangebot Gewaltlos.de hin.

Die SkF-Mitglieder Helga Niemöller (von links), Gertrud Flore und Andrea Küper-Viefhues weisen auf das Internet-Hilfsangebot Gewaltlos.de hin. Foto: Michaela Weiße

Von Michaela Weiße

Warburg (WB). Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) ermutigt Frauen und Mädchen, die körperliche und psychische Gewalt erfahren, sich nicht länger ihrem Schicksal hinzugeben, sondern sich aktiv Hilfe zu suchen. Mit einer bundesweiten Plakataktion weist der SkF auf insgesamt 361 Großleinwänden, davon drei in Warburg, auf sein Internet-Hilfsangebot Gewaltlos.de hin.

Im Jahr 2004 baute der SkF die Internetberatung von www.gewaltlos.de auf. Auf dieser Seite können sich Mädchen und Frauen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind, kostenlos und anonym informieren und im Chat beraten lassen. Vor allem für die jüngeren Frauen sei dies eine gute Möglichkeit, sich Hilfe zu suchen, da sie mit dem Medium Internet vertraut sind, sagt Gertrud Flore, Geschäftsführerin des SkF Warburg. Zudem sei die Hemmschwelle im Internet niedriger.

Plakataktion zeigt Wirkung

Die Plakataktion, die im März dieses Jahres schon einmal stattgefunden hatte, zeigt Wirkung, wie Gertrud Flore berichtet. Die Auswertung habe gezeigt, dass während der 13-tägigen Aktion 1100 Nutzerinnen die Seite aufgesucht haben – 53 Prozent mehr als in den zehn Tagen zuvor. In den häufigsten Fällen handelt es sich laut SkF um Gewalt, die von Beziehungspartnern im häuslichen Umfeld ausgeübt wird. Hierzu gehören psychische Gewalt wie Bedrohungen, Demütigungen und Beschimpfungen, körperliche Gewalt in Form von Schlägen und Prügeln sowie sexuelle Gewalt. Immer häufiger gebe es Anfragen zu den Themen, die als Cyberkriminalität bezeichnet werden, so der SkF.

Der Sozialdienst katholischer Frauen teilte jüngst in einer Presseerklärung mit, dass er erleichtert ist, dass die Bundesregierung nun endlich seine langjährige Forderung zum Ausbau des Hilfesystems im Gewaltschutz und die Einführung eines Rechtsanspruches als notwendig erkannt hat. »In diesem Jahr waren wir wieder voll belegt«, betont Helga Niemöller, die Leiterin des Schutzhauses im Kreis Höxter, wie wichtig es sei, mehr Plätze zu schaffen.

Schutzhaus 2017 mit 61 Frauen und 101 Kindern zu 104 Prozent belegt

Erstmalig seit Bestehen sei das Schutzhaus 2017 mit 61 Frauen und 101 Kindern zu 104 Prozent belegt gewesen. »Dies war möglich, weil ein Raum provisorisch zu einem Zimmer für eine Frau umgestaltet werden konnte«, erläutert Niemöller. 2018 fanden bis zum heutigen Tag 48 Frauen und 78 Kinder Hilfe im Schutzhaus.

Gesucht haben diesen Schutz weitaus mehr Betroffene. Insbesondere Frauen mit mehreren Kindern berichteten von bis zu 20 Anfragen in verschiedenen Frauenhäusern, bis sie tatsächlich einen Platz fanden, schreibt der SkF Warburg in seinem Jahresbericht 2017. Der Aufenthalt der Frauen im Schutzhaus dauerte von einer Nacht bis zu 276 Tagen. Frauen, die als Alleinerziehende mit mehreren Kindern eine Wohnung außerhalb des Kreises Höxter suchten, erlebten auch 2017 häufig Abweisungen von potentiellen Vermietern – und das bereits am Telefon, so heißt es.

Frauen mutiger, Umfeld wachsamer

Helga Niemöller berichtet, dass die Anfragen in den vergangenen Jahren immens gestiegen seien. »Das liegt nicht daran, weil es mehr Gewalt gibt, sondern weil die Bereitschaft wächst, dass sich die Frauen Hilfe suchen«, erklärt Gertrud Flore. In den Medien werde das Thema häusliche Gewalt oft aufgegriffen und auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey habe es auf die Agenda gerufen, so die SkF-Geschäftsführerin. »Das ermutigt die Frauen, Lösungen zu finden. Und auch das Umfeld wird wachsamer.«

www.gewaltlos.de

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