Sa., 12.01.2019

Ernährungsexperte und Autor Niko Rittenau mit Vortrag in der Diemelhütte Vegan und lecker – geht das?

Alles im Zeichen der Ernährung: Der Autor und Ernährungsexperte Niko Rittenau hat in der Diemelhütte sein Buch »Vegan – Klischee ade!« vorgestellt. EIngeladen hatte ihn Sonja Erler (Foto) vom Laden »gesundes miteinander« in Warburg.

Alles im Zeichen der Ernährung: Der Autor und Ernährungsexperte Niko Rittenau hat in der Diemelhütte sein Buch »Vegan – Klischee ade!« vorgestellt. EIngeladen hatte ihn Sonja Erler (Foto) vom Laden »gesundes miteinander« in Warburg. Foto: Verena Schäfer-Michels

Von Verena Schäfer-Michels

Warburg (WB). Kann vegane Ernährung auch lecker sein? Und braucht der menschliche Körper nicht doch Milch- und Fleischprodukte um optimal versorgt zu werden? Diese und viele andere Fragen hat der Ernährungsexperte, Koch und Autor Niko Rittenau in der Diemelhütte beantwortet.

Sonja Erler, Inhaberin von ­»gesundes miteinander« in der Warburger Innenstadt, hatte den Berliner »Star der Vegan-Szene« zu einem Vortrag eingeladen, welcher durch ein vom Restaurant Frühauf vor Ort gekochtes, umfangreiches warmes Büfett bereichert wurde.

Mit Vorurteilen der fleischlosen Küche aufräumen

Im September vergangenen Jahres veröffentlichte Niko Rittenau seinen 456 Seiten starken Ratgeber »Vegan – Klischee ade!«, der auf wissenschaftlicher Basis mit den Vorurteilen der fleischlosen Küche aufräumen will. Der 27-jährige Österreicher, der seit fünf Jahren in Berlin lebt, sagt: »Es gibt drei Risikofaktoren für chronische Erkrankungen: Frühstück, Mittagessen und Abendessen«.

Bei ungesunder Ernährung sei es so, als wenn man sich immer wieder das Knie anstoße, bis es sich nicht wieder regenerieren kann. So schade jede ungesunde Nahrung dem Körper, aber andersherum könne gesunde Nahrung dazu beitragen, die Selbstregeneration wieder anzuregen. Ausführlich und mit wissenschaftlichen Belegen und Statistiken führte der gelernte Koch und studierte Ernährungswissenschaftler, der derzeit seinen Master für Ernährungstherapie in Bielefeld macht, durch seinen Vortrag.

50 interessierte Zuhörer kommen zur Diemelhütte

Dem folgten rund 50 interessierte Zuhörer, die mehr über Veganismus und veganes Kochen erfahren wollten. Rittenau beschränkte sich aber nicht nur auf die rein vegane Küche. Er führte auch die Vor- und Nachteile der vegetarischen und flexitarischen – der zeitweilige Fleisch- und Fischkonsum – Ernährungsweisen auf. Wobei laut Rittenau der Tenor darauf liege, sich zu mindestens 75 Prozent aus Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen zu ernähren.

»Wichtig ist, weniger als fünf Gramm Salz am Tag zu sich zu nehmen«, erklärte er. Nicht das Essen im Topf solle gesalzen werden, sondern das Essen auf dem Teller. »Denn so ist das Salz an der Oberfläche und kommt direkt auf die Zunge.« Dadurch sei der Geschmack viel intensiver und man greife automatisch zu einer geringeren Menge Salz.

Syrischer Koch bereitet veganes Buffet zu

In der Pause zwischen den beiden Vortragsteilen servierte das Restaurant Frühauf aus der Warburger Altstadt ein warmes Büfett. Zu probieren gab es gefüllte Paprika, einen Gemüseauflauf sowie Kartoffeln mit Gemüse. Mit Couscous und in Kokosflocken gerollten Karottenbällchen gab es auch etwas für exotische Geschmäcker.

Zusammengestellt und gekocht hatte die Speisen an diesem Abend Menif Omar. Der syrische Koch arbeitet seit zwei Monaten im Frühauf. »Wir waren vor ein paar Tagen auf dem Markt, um frische Zutaten auszusuchen«, sagte Inhaber Walter Frühauf. »Dort kann man das Obst und Gemüse auch vorher probieren.«

Vegetarische Speisen zu veganen umgewandelt

In der orientalischen Küche werde viel mit Naturprodukten gearbeitet und auch sehr viel mehr Gemüse verwendet, als in der deutschen Küche, führte Frühauf weiter aus, der sich freute, seinen Gästen mit Omars Speisen ein ganz neues Geschmackserlebnis bieten zu können. Für Rittenaus Vortrag hatte der Syrer unter anderem vegetarische Speisen zu veganen umgewandelt. So wurde beispielsweise Kuhmilch durch Sojamilch ersetzt.

Veranstalterin Sonja Erler, die im Dezember 2018 ihr Geschäft an der Hauptstraße 50 eröffnet hat, erstellt auch individuelle Stoffwechselprogramme. Sie möchte ihren Kunden vermitteln, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, sich zu ernähren – und dabei immer auf sein Wohlbefinden zu achten. Für den Vortrag von Niko Rittenau fand sie lobende Worte: »Was Niko für die Menschen jeden Alters macht, ist eine tolle Leistung«.

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