Di., 22.01.2019

Warburger Hobbyfotograf hält das Himmelsspektakel beeindruckend fest Dunkel war’s, der Mond schien helle

Beeindruckendes Himmelsspektakel als Collage: Das als »Blutmond« bezeichnete Himmelsphänomen hat sich im überwiegend wolkenlosen Kreis Höxter perfekt ­gezeigt. Der Vollmond schimmerte während der totalen Mondfinsternis rötlich. ­Sonne, Erde und Mond liegen dabei genau auf einer Linie.

Beeindruckendes Himmelsspektakel als Collage: Das als »Blutmond« bezeichnete Himmelsphänomen hat sich im überwiegend wolkenlosen Kreis Höxter perfekt ­gezeigt. Der Vollmond schimmerte während der totalen Mondfinsternis rötlich. ­Sonne, Erde und Mond liegen dabei genau auf einer Linie. Foto: Thorsten Fritz

Warburg (WB/tig). Um die Mondfinsternis in der Nacht zum Montag abzulichten, haben wieder viele Naturfreunde zu Smartphone und Digitalkamera gegriffen. Auch der Warburger Hobbyfotograf Thorsten Fritz hat den »Blutmond« festgehalten und eine beeindruckende Collage erstellt.

Die letzte »Mofi«, wie Fritz das Himmelsspektakel nennt, konnte der Hobbyfotograf im Sommer ablichten – damals noch hei lauen Temperaturen. »Jetzt war es sprichwörtlich himmlisches Glück, dass man in Europa in so kurzer Zeit zwei totale Mondfinsternis-Ereignisse sehen konnte«, erzählt Fritz. Denn: Bis zum nächsten Mal dauert es noch etwa drei Jahre. »Sollte es da bewölkt sein, müssen wir weitere drei Jahre bis zum September des Jahres 2025 ausharren«, erklärt Fritz.

Grund genug, dem Polarwetter zu trotzen und die vorerst einmalige Gelegenheit auszunutzen, dachte sich der Warburger. »Normalerweise hatte ich Frühschicht, von sechs Uhr an«, erzählt er. »Aber ich konnte mit meinem Arbeitgeber vereinbaren, dass ich erst nach dem Himmelspektakel mit der Arbeit beginnen konnte«.

Suche nach der richtigen Perspektive

Thorsten Fritz musste sich und die Kamera dick einpacken. Foto: Thorsten Fritz

Dabei stand die ganze Aktion bis zum Vorabend noch auf der Kippe, wie Fritz erzählt: »Ich war mir bis kurz vorher unsicher, ob ich es bei dem Wetter wirklich machen soll. Vier Stunden bei minus zehn Grad allein im Feld zu stehen ist nicht das Angenehmste, was man sich vorstellen kann.«

Auch die Suche nach der richtigen Perspektive war anfangs alles andere als zufriedenstellend. »Aus meinem Garten haben mir die Nachbarhäuser und Bäume die Sicht versperrt. Dann musste ich mir eine Location unweit des Warburger Drehfunkfeuers aussuchen, von dem aus man über den gesamten Zeitraum freie Sicht hatte.« Der Wecker wurde auf Punkt 3.40 Uhr gestellt, dann ging es los.

Wärmepacks haltem Kamera warm

Die Erfahrung vorheriger nächtlicher Ausflüge – auch in der kalten Jahreszeit – machten sich für den Hobbyfotografen bezahlt. Mit im Gepäck hatte er neben seiner Kamera samt Stativ und Nachführung auch einige Wärmepacks, mit denen man sonst eigentlich Schuhe oder Jackentaschen warm hält. »Die sollten dafür sorgen, dass die Kamera nicht einfriert und die Batterien auf Temperatur bleiben«, verrät er seinen Trick. Denn: Je tiefer die Temperatur, je weniger Kapazität liefert eine Batterie.

Sich selbst musste Fritz bei den Minusgraden ebenso gut einpacken: Wintermantel, Stiefel, Sturmhaube und Handschuhe inklusive. Weil es mit der Zeit doch zu ungemütlich wurde, konnte er auf eine Notlösung zurückgreifen: »Zum Glück stand mein Auto in der Nähe, wo ich mich und die Kamera zwischenzeitlich aufwärmen konnte«.

Vierstündige Nachtwache bei Minusgraden

Das rettete den Hobbyfotografen nicht nur vor einer Erkältung sondern glücklicherweise auch das gesamte Projekt. »Zwischenzeitlich musste ich die Kamera tatsächlich aufwärmen, weil mein Akku fast den Geist aufgegeben hätte«. Die vierstündige Nachtwache bei Minusgraden wäre dann umsonst gewesen.

»Gegen Tagesanbruch wurde es immer kälter«, berichtet Fritz. Warm ums Fotografenherz wurde dem Warburger dann aber gegen 7.45 Uhr – als er sein Equipment wieder einpacken und die Motivausbeute vom »Blutmond 2019« anschauen konnte.

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