Erhalt der Warburger Zuckerfabrik: BI Bördeland und Regionalbewegung rufen zur Aktion auf
Treckerkorso zur Südzucker-Versammlung

Warburg/Borgentreich (WB/ben). Die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal und der Bundesverband der Regionalbewegung machen sich gemeinsam für den Erhalt der Warburger Zuckerfabrik stark.

Samstag, 02.02.2019, 05:01 Uhr aktualisiert: 02.02.2019, 08:40 Uhr
Die Zuckerfabrik ist ein wichtiges Stück Region. Das soll der Treckerkorso nach Hohenwepel deutlich machen. Foto: Mindermann
Die Zuckerfabrik ist ein wichtiges Stück Region. Das soll der Treckerkorso nach Hohenwepel deutlich machen. Foto: Mindermann

BI-Vorstand Josef Jacobi begrüßt die Idee eines Treckerkorsos, die Landrat Friedhelm Spieker auf dem Kreisbauerntag in Brakel äußerte. Jacobi ruft dazu auf, den Treckerkorso aber nicht wie vorgeschlagen zur Zuckerfabrik, sondern zur Winterversammlung der Südzucker AG zu bilden. Diese ist am kommenden Dienstag, 5. Februar, um 19.30 Uhr in der Gemeindehalle in Warburg-Hohenwepel. Dort wird Südzucker-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kirchberg erwartet, der die geplanten Umstrukturierungen des Unternehmens mit zu verantworten hat.

Die regionale Versorgung mit landwirtschaftlichen Rohstoffen und deren lokale Verarbeitung gehörten mittlerweile zu den Kernthesen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), argumentieren BI Bördeland und Regionalbewegung. Seit Jahren sei Regionalität ein Megatrend. Auch vor diesem Hintergrund sieht Josef Jacobi die geplante Schließung des Warburger Werkes kritisch.

430 Kilometer von Warburg nach Rain

In Warburg wurde neben der Verarbeitung konventionell angebauter Rüben als Nische auch die Verarbeitung von Biorüben etabliert – lange Jahre ein Alleinstellungsmerkmal der Warburger Fabrik. »Die Nachfrage nach Biozucker boomt«, sagt Jacobi, »das drückt sich auch in den jüngsten Vertragsabschlüssen aus, die Bioanbauverbände mit Großunternehmen im Lebensmitteleinzelhandel abgeschlossen haben.«

Mittlerweile verarbeite die Südzucker AG Biorüben ebenfalls im bayerischen Rain in der Nähe von Augsburg. Die Entfernung zwischen den beiden Zuckerfabriken in Warburg und Rain betrage 430 Kilometer. Für die BI und den Bundesverband der Regionalbewegung ist die geplante Schließung des Werks in Warburg, auch ohne tiefere Kenntnisse der unternehmerischen Gedankenspiele der Südzucker AG, damit eine Entscheidung gegen den Trend.

Ein Stück Industriegeschichte

BI-Vorstand Josef Jacobi, der die Bioschiene mit dem früheren Chef der Zuckerfabrik, Christian Voß, initiiert hatte, befürchtet, dass Landwirte, die mit der Umstellung auf Biolandwirtschaft liebäugeln, nun stark ins Grübeln kommen, ob sie dafür zukünftig auf den Rübenanbau verzichten wollen.

»Die Warburger Zuckerfabrik ist ein Stück Industriegeschichte, das mit ihren Investitionen den Sprung in die Moderne geschafft hat, auch dank der Unterstützung in der Region. Neben nackten Zahlen sollte Südzucker-Vorstand Dr. Kirchberg auch Eindrücke von der außerordentlich engen Verbindung zwischen der Warburger Fabrik mit der Region von der Versammlung in Hohenwepel mit nach Hause nehmen«, betont BI-Vorstand Josef Jacobi.

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