»Schüler leiten eine Krankenstation«: Auszubildende für Wettbewerb nominiert
Nicht nur zuschauen, sondern handeln

Bad Driburg (WB). Von jetzt auf gleich stehen sie an vorderster Front und organisieren eigenverantwortlich den Klinikalltag: Auszubildende der Krankenpflegeschule Brakel haben in Bad Driburg und Warburg das Praxis-Projekt »Schüler leiten eine Krankenstation« gemeistert. Nicht nur helfen, sondern selber handeln: Diese Herausforderung erweiterte den Erfahrungshorizont der jungen Leute nachhaltig.

Freitag, 08.02.2019, 10:56 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 11:00 Uhr
Nach dem Blutdruckmessen ist die Thrombose-Spritze an der Reihe: Rijad Mrljanikovic und Ivana Gräfner (links) betreuen Patientin Daniela Jung. Die beiden Praxisanleiter Meryem Can (rechts) und Stephanie Frewer sind mit den Azubis sehr zufrieden. Foto: Sabine Robrecht
Nach dem Blutdruckmessen ist die Thrombose-Spritze an der Reihe: Rijad Mrljanikovic und Ivana Gräfner (links) betreuen Patientin Daniela Jung. Die beiden Praxisanleiter Meryem Can (rechts) und Stephanie Frewer sind mit den Azubis sehr zufrieden.

Das schönste Lob haben die 23 am Projekt beteiligten Schüler des dritten Ausbildungsjahres am Standort Bad Driburg von einer Patientin bekommen. Die Frau aus Willebadessen hat den hochmotivierten Nachwuchs für den Wettbewerb »Deutschlands beliebteste Pflegeprofis« des Verbands der Privaten Krankenversicherung vorgeschlagen. Fachlich und menschlich haben die jungen Leute die Patientin überzeugt. Sie bescheinigt ihnen Fürsorge, Feingefühl und verantwortungsvolles Handeln. Und: »Zu jeder Tages- und Nachtzeit vermittelten die Schüler gute Stimmung, die zu meinem Wohlbefinden erheblich beigetragen hat.«

Online-Voting

Sowohl die Patientin, als auch die Ärzte und Pflegekräfte des St. Josef-Hospitals Bad Driburg drücken den Azubis für den Wettbewerb die Daumen. Entschieden wird bis zum Herbst über ein Online-Voting (www.deutschlands-pflegeprofis.de).

Wenn der Bundessieger gekürt wird, stehen an der Krankenpflegeschule der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge unter der Leitung von Ute Pägel schon wieder die nächsten Azubis für die Offensive »Schüler leiten eine Krankenstation« in den Startlöchern. Dr. Florian Dietl, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Josef-Hospital Bad Driburg, hat signalisiert, dass seine Abteilung gerne wieder dabei ist. In der Chirurgie haben die Schüler besondere Herausforderungen zu meistern, weil das Team dort in vier Fachdisziplinen arbeitet und die Arbeitsverdichtung bei einer durchschnittlichen Verweildauer von 4,5 Tagen erheblich ist. Dr. Dietl begrüßt es sehr, dass die 23 Schüler in den fünf Wochen so viel Verantwortung übernehmen konnten. »Man wächst mit seinen Aufgaben.«

Spezielle Pflege

Dazu eröffneten sich den Schülern viele Möglichkeiten – vom Dienstpläne-Schreiben bis hin zur Organisation des Tages und der Betreuung der Patienten. Hier sind die Anforderungen in der Chirurgie unterschiedlich, weil sich schon allein die OP-Vorbereitungen und die spezielle Pflege nach den Operationen in den einzelnen Disziplinen unterschieden.

Ganz allein standen die jungen Leute natürlich nicht da. Ausgebildete Praxisanleiter haben sie im Hintergrund begleitet. Schulleiterin Ute Pägel rief die Schüler zu regelmäßigen Supervisionssitzungen zusammen. Die Ärzte begegneten den Azubis mit Geduld. Dr. Dietl gab den Schülern im Vorfeld Standards wie Krankheitsbilder und Behandlungspfade an die Hand. Diesen Leitfaden empfanden sie als hilfreich. Die Patienten waren über Flyer und Plakate mit den Fotos der 23 informiert.

Drei Stationsleitungen

Aus ihren Reihen haben die Azubis einen Bereichsleiter und drei Stationsleitungen gewählt. »Die fünf Wochen haben uns die Augen geöffnet, wie viel dahinter steckt, um eine Station gut zu leiten«, resümiert Rijad Mrljanikovic (27). Trotz der Gewissheit, dass die examinierten Kollegen im Hintergrund da sind, sei es herausfordernd gewesen, so eigenverantwortlich zu arbeiten.

»Wichtig war uns auch die menschliche Zuwendung«, sagen Rijad Mrljanikovic und seine Mitschülerin und kurzzeitige Stationsleiterin Ivana Gräfner (21). Diese Zuwendung liegt auch Dr. Dietl und seinen Kollegen am Herzen. »Sie gewinnt durch das Projekt«, betont der Chefarzt.

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