Mi., 13.02.2019

Löschzug und Spezialtruppe für Löschwasser entstehen – Tagesverfügbarkeit sichern Warburger Wehr wird umstrukturiert

Jürgen Rabbe, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Warburg, steht in der Fahrzeughalle der Warburger Feuerwache. Rabbe erklärt die Konzepte und Ideen, die die Wehr fit für die Zukunft machen sollen.

Jürgen Rabbe, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Warburg, steht in der Fahrzeughalle der Warburger Feuerwache. Rabbe erklärt die Konzepte und Ideen, die die Wehr fit für die Zukunft machen sollen. Foto: Daniel Lüns

Von Daniel Lüns

Warburg (WB). Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Warburg wird umstrukturiert. Überarbeitete Ausrückpläne, neue Fahrzeugkonzepte und das Zusammenlegen von Einheiten sollen die Truppe fit für die Zukunft machen. Jürgen Rabbe, Leiter der Warburger Wehr, stellt die Pläne vor.

Sie basieren auf dem Brandschutzbedarfsplan, der 2018 neu aufgestellt wurde. Dafür wurden Gefahrenpotenziale in der Stadt ermittelt. Zudem wurde festgelegt, wie, nach welcher Zeit und mit welchen Kräften die Wehr ausrückt. Auch Verbesserungspotenziale wurden ermittelt.

Neuer Löschzug entsteht

Eine der ersten Maßnahmen, die umgesetzt werden: Das Zusammenlegen des Löschzuges Scherfede und der Löschgruppe Rimbeck zu einem neuen Löschzug West. Die zwei Einheiten seien 1973 aufgestellt worden, im Zuge der kommunalen Gebietsreform. »Nach meiner Meinung hat man schon damals versäumt, Scherfede und Rimbeck zu verbinden. Die ›wohnen‹ ja auch in einem Gerätehaus«, erklärt Rabbe.

»Die beiden Einheiten bleiben erhalten, um die Präsenz und den Lokalbezug zu wahren. Für die Bereiche Übung und Einsatz satteln wir den Löschzug drauf«, erklärt Rabbe. 2017 habe es dazu erste Gespräche gegeben, seit 2018 werde die Idee gelebt. Nun werde auch die Alarmierung geändert. Helmut Deworetzki, Löschzugführer Scherfede, werde den Löschzug West leiten. Frank Mikus, Leiter der Löschgruppe Rimbeck, werde sein Stellvertreter.

Tagsüber Helfer finden

Vor allem tagsüber ist es für die Feuerwehr eine Herausforderung, genug Personal zusammenzutrommeln. Die meisten Helfer sind bei der Arbeit, nicht jeder kann freigestellt werden. Zudem arbeiten viele Feuerwehrleute nicht in Warburg. Eine »Tagesalarmgruppe« soll das Problem lösen. Sie wird zurzeit aufgebaut.

Das Prinzip: Feuerwehrleute der Gruppe rücken auch mit »fremden« Einheiten aus. Wer zum Beispiel zur Löschgruppe Daseburg gehört und tagsüber in Warburg arbeitet, könnte mit dem Löschzug Warburg ausrücken, wenn es in der Neustadt brennt. Dafür würde dem Daseburger in Warburg ein zweiter Satz Ausrüstung gestellt. Rabbe: »So kann ich die Last auf viele Schultern verteilen. Das entlastet viele Arbeitgeber.«

Demnächst soll die Tagesalarmgruppe ihre erste Übung meistern. Mitte des Jahres möchte die Wehr zudem bei einem Unternehmerfrühstück für das Modell werben. »Vorab werden wir auch noch alle Arbeitgeber anschreiben, die Feuerwehrleute beschäftigen.«

Prototyp für Gerätehäuser

Zurzeit werden auch alle Feuerwehrgerätehäuser geprüft. Dabei stellte sich heraus, dass die Standorte in Nörde und Wormeln nicht mehr auf den neuesten Stand der Dinge gebracht werden können. Angedacht ist daher, zwischen Nörde und Ossendorf sowie Calenberg und Wormeln neue Gerätehäuser zu bauen.

»Mein Stellvertreter Reiner Vössing ist Architekt. Er prüft, ob man dafür einen neuen, modular aufgebauten Gerätehaustyp entwickelt, der überall gebaut werden könnte«, sagt Jürgen Rabbe. Im Rettungsdienst gibt es so etwas schon. Die neue Rettungswache in Bad Driburg zum Beispiel ist ein Abbild der Warburger Wache. Die alten Gerätehäuser könnten künftig anderweitig genutzt werden.

Flexible Feuerwehrautos

Der neue Brandschutzbedarfsplan sieht auch ein neues Fahrzeugkonzept vor. Dazu gehört zum Beispiel der Kauf von zwei Logistikfahrzeugen. Die Sechssitzer sollen in kürzester Zeit mit Modulen beladen werden können – je nach Bedarf. In einem Modul könnten etwa Bindemittel und technische Geräte sein, ein anderes beinhaltet Schläuche. »Die Ausschreibung beginnt, sobald der Haushalt beschlossen wurde.«

Gruppe für Löschwasser

Nach den Erfahrungen mit Wald- und Flächenbränden wurde 2018 beschlossen, die Löschwasserversorgung neu zu regeln. Feuerwehrleute aus Calenberg, Germete, Menne und Rimbeck bilden nun die sogenannte Löschwasserversorgungskomponente.

»Die Einheiten treffen sich künftig mit ihren Fahrzeugen am Gerätehaus in Warburg. Dort werden die Autos optimal besetzt, bevor es zum Brand geht«, erklärt Rabbe. »So vermeide ich halbvolle Autos. Außerdem rücken Kräfte an, die auf die Löschwasserversorgung spezialisiert sind.«

Zudem werde sichergestellt, dass alle Einheiten auf dem gleichen Ausbildungsstand seien. Auch bekämen sie mehr Einsatzerfahrung. Rabbe: »Als ich damals anfing, da hatte Ossendorf etwa zwei bis fünf Einsätze im Jahr.«

Den Spagat meistern

All diese Maßnahmen seien ein Spagat zwischen dem gewachsenen sozialen Gefüge vor Ort und dem Faktor Wirtschaftlichkeit, erklärt Jürgen Rabbe. »Gerade in den Ortsteilen sind die Feuerwehrleute ja zum Teil auch Mitglied im Schützen- und im Musikverein.«

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