Do., 09.05.2019

Katja Klahold-Schön ist Mannschaftsvize-Weltmeisterin im Minigolf Die Magie des perfekten Schlags

Der Ball ist im Ziel: Diesen Pokal erkämpfte Katja Klahold-Schön aus Calenberg im Team Deutschland bei den Minigolf-Weltmeisterschaften für Gehörlose und Schwerhörige. Sie konnte insgesamt zwei Urkunden mit nach Hause nehmen.

Der Ball ist im Ziel: Diesen Pokal erkämpfte Katja Klahold-Schön aus Calenberg im Team Deutschland bei den Minigolf-Weltmeisterschaften für Gehörlose und Schwerhörige. Sie konnte insgesamt zwei Urkunden mit nach Hause nehmen. Foto: Astrid E. Hoffmann

Von Astrid E. Hoffmann

Calenberg (WB). Katja Klahold-Schön ist Mannschaftsvize-Weltmeisterin im Minigolf. Die Calenbergerin gewann diesen Titel in Bamberg. Dort veranstaltete der Welt-Minigolf Sportverband die Weltmeisterschaften für Gehörlose und Schwerhörige. Ausrichter war der 1. Minigolfclub Bamberg.

Katja Klahold-Schön ist die Vorsitzende des Schwerhörigensportclub Kassel und hatte sich bei den Deutschen Meisterschaften in Vellmar im September 2018 als Zweite für die WM qualifiziert. Mit der deutschen Meisterin Brigit Späte aus Hannover und der DM-Dritten Margreth Bethmann aus Berlin trat sie im Bamberger Minigolfpark als Team Deutschland gegen die internationale Konkurrenz an.

»Ich träume jetzt noch davon«, schwärmte die 47-Jährige von den gut organisierten Wettkämpfen, der tollen Atmosphäre und natürlich dem Pokal, der nun eine Weile bei ihr bleiben wird.

Früher waren keine Hörgeräte erlaubt

Zwei Tage vor den Wettkämpfen gab es für die Teilnehmer die Möglichkeit zu trainieren. Die Meisterschaften begannen mit einem Kettenstart. Die Zweier- und Dreierteams nahmen an der ersten Bahn Aufstellung. Wenn die ersten Mannschaft fertig war, kam die zweite dran und so fort. Die 18 Bahnen wurden dreimal durchgespielt, dann kam der Regen. Das größte Handicap für Gehörlose und Schwerhörige ist der gestörte Gleichgewichtssinn. Dem kann mit dem Tragen von Hörgeräten entgegen gewirkt werden. »Früher gab es Meisterschaften bei denen Hörgeräte nicht erlaubt waren, dass ging aber nicht gut«, so Klahold-Schön. Doch auch Regen, der an dem Turniertag einsetzte, stört erheblich, so dass die Verantwortlichen die Meisterschaften abbrechen und am nächsten Tag fortsetzen mussten.

Gewertet wurden die Ergebnisse für das Team und im Einzel. »Ein super Service für Spieler und Zuschauer war der Liveticker«, berichtete Klahold-Schön. Durch die direkte Eingabe der Ergebnisse von den Akteuren in das Smartphone, waren diese Zwischenstände gleich auf der Homepage zu lesen.

Kommunikation auf Englisch oder per Gebärdensprache

Das Team Deutschland musste sich nur dem internationalen Team aus Italien, Schweden und Österreich geschlagen geben, wobei diese sehr deutlich siegten. »Gerade die Italiener sind schon Weltklasse, sie spielen die Bahnen mit ein oder zwei Schlägen«, war die Vereinsvorsitzende beeindruckt.

Die Tage in Bamberg seien ein eindrucksvolles Erlebnis gewesen. Mit Englisch oder der Gebärdensprache kommunizierten die Sportler aus den verschiedenen Starterländern. Katja Klahold-Schön wurde vom Minigolfverein Vellmar, bei dem sie seit etwa vier Jahren trainiert, unterstützt. »Jede Bahn muss mit einem anderen Ball gespielt werden. Einmal ist es wichtig das der Ball gut fliegt, dann wieder muss er auf einer Anhöhe liegen bleiben. Ich selbst habe nicht so viele verschiedene Bälle, da hat mir der Verein ausgeholfen«, ist die vitale Sportlerin sehr dankbar für die Hilfe.

Nächstes Ziel. die Deutschen Meisterschaften in Hamburg

Wie es sich für eine Weltmeisterschaft gehört, gab es eine Eröffnungs- und eine Abschlusszeremonie. Zu den Siegerehrungen wurden die Nationalhymnen gespielt. »Das sind unbeschreibliche Momente«, erinnert sich die Vizeweltmeisterin gern. Auch der Präsident des Deutschen Olympiasportbundes, Alfons Hörmann, besuchte die Meisterschaften. Der Verband will beantragen, dass Minigolf olympisch wird, weiß Klahold-Schön, warum der hohe Besuch alle besonders erfreute.

Das nächste Ziel für die Calenbergerin sind die Deutschen Meisterschaften in Hamburg. Dort würde sie gern das Ticket für die Europameisterschaften in Schweden 2020 ziehen. Der gerade errungene Mannschaftspokal wandert bald zu den Teammitgliedern nach Hannover, dann nach Berlin und dann in die Geschäftsstelle des Deutschen Schwerhörigen Sportverbandes. Im heimischen Bereich ist die SSC-Vorsitzende nun aber auch mit der Vorbereitung der Deutschen Meisterschaften im Tischtennis für Gehörlose und Schwerhörige beschäftigt. Diese finden am 21. und 22. Juni in der Florenberg-Halle in Warburg statt und werden dort vom TTV Warburg mit ausgerichtet.

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