Fr., 17.05.2019

Straßen NRW: Verkehrssituation auf der L 552 in Dössel lässt sich nicht verbessern – Stickeln sucht Dialog Behörde soll Sorgen der Bürger ernst nehmen

Runter vom Gas: Die Dösseler fordern innerorts Maßnahmen gegen Raser und Lärmbelästigung auf der L 552

Runter vom Gas: Die Dösseler fordern innerorts Maßnahmen gegen Raser und Lärmbelästigung auf der L 552 Foto: Ralf Benner

Von Ralf Benner

Warburg (WB). Die Niederlassung Sauerland/Hochstift des Landesbetriebs Straßen NRW sieht aktuell keine weiteren Möglichkeiten, die bestehende Verkehrssituation auf der Landesstraße 552 in Warburg-Dössel zu verbessern. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES, dem auch ein Gesprächsprotokoll vorliegt, teilte die Behörde dies der Stadt Warburg in einem Telefonat mit.

Dösseler empfinden Situation belastend

Die Verkehrssituation wird von vielen Dösselern als große Belastung empfunden. Sie klagen über den massiven Verkehr, der die Sicherheit von Fußgängern und Kindern stark beeinträchtige, insbesondere im Bereich der Bushaltestelle in der Ortsmitte.

Als Maßnahmen gegen rücksichtslose Raser und Lärmbelästigung fordern sie einen fest installierten Blitzer im Dorf, Tempo 30 innerhalb der Ortschaft und einen Fußgängerüberweg in der Ortsmitte ( WB-Bericht vom 29. Dezember 2018 ).

Auf ein Schreiben der Hansestadt an den Landesbetrieb, in dem auf die Beschwerden wegen der Verkehrsbelastung hingewiesen und um einen Gesprächstermin gebeten wird, antwortete Straßen NRW per Telefon. Die Behörde führte in dem Gespräch mehrere Argumente an, warum sich die Situation auf der L 552 nicht verbessern lasse.

Landesbetrieb: keine belastete Straße

Demnach dürfe gemäß geltender Richtlinien die Geschwindigkeit auf Landesstraßen auch innerorts nicht auf 30 Stundenkilometer reduziert werden. Laut aktueller Zählung werde die L 552 in Dössel täglich von 1700 Fahrzeugen befahren. Diese Zahl liege deutlich unter dem üblichen Durchschnitt. Von einer belasteten Straße werde erst ab 5000 Fahrzeugen gesprochen, teilte der Landesbetrieb mit.

Der vorhandene Fußgängerüberweg im Dorf sei optimal ausgebaut und entspreche allen technischen Vorgaben. Zusätzliche Maßnahmen, etwa Blinklichter, seien nicht zulässig.

Bis auf weiteres, so Straßen NRW, gebe es auch keine Veranlassung, bauliche Maßnahmen auf der Fahrbahn vorzunehmen. Sollte es zu Lärmbelästigungen kommen, könnten diese nur von lockeren Kanaldecken verursacht werden, für die die Stadt verantwortlich sei.

Bürger dürfen nicht zum Gesprächstermin

Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte Bürgermeister Michael Stickeln, dass die Hansestadt in der Tat für die lockeren Kanaldeckel zuständig sei und Abhilfe schaffen werde. Noch in dieser Woche habe das Kommunalunternehmen der Stadt (KUW) begonnen, die Deckel auszubessern.

Gemeinsam mit Dössels Ortsvorsteher Anton Güthoff sucht Michael Stickeln nun das persönliche Gespräch mit Vertretern des Landesbetriebs Straßen NRW, um auf die Verkehrsbelastung im Ort aufmerksam zu machen und Verständnis für die Sorgen und Ängste der Dösseler zu wecken.

Ein Gesprächstermin wurde für den 27. Mai in Paderborn vereinbart. Mit Ausnahme von Güthoff, der als Ortsvorsteher Ehrenbeamter sei, werde an dem Gespräch, anders als zunächst gedacht, aber kein weiterer Bürger aus dem Dorf teilnehmen können.

Drei Geschwindigkeits-Messanlagen im Ort

»Der Landesbetrieb wertet die Unterredung als Behördengespräch und will dabei keine Betroffenen anhören«, sagt Stickeln. Dieses Verhalten einer Behörde sei unangemessen und nicht zeitgemäß, so Stickeln.

Er werde im Gespräch darauf drängen, dass der Landesbetrieb sich ernsthaft Gedanken darüber macht, wie die Verkehrssituation im Ort verbessert werden kann. Keine einfache Aufgabe, wie Stickeln selbst einräumt. Die Stadt jedenfalls habe Wort gehalten und ihr Möglichstes getan.

Mittlerweile gebe es im Dorf drei Geschwindigkeits-Messanlagen, »die Wirkung erzielen«. Die Bushaltestelle in der Ortsmitte zu verlegen, sei aufgrund der örtlichen Gegebenheiten aber leider nicht möglich.

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