Sa., 18.05.2019

Aktionswoche startet am Montag mit Ausstellung – Gruppen stellen sich vor Selbsthilfe macht stark

Martina Gittel (links) und Kathrin Jäger vor dem zentral gelegenen Selbsthilfe-Büro in der Höxteraner Innenstadt.

Martina Gittel (links) und Kathrin Jäger vor dem zentral gelegenen Selbsthilfe-Büro in der Höxteraner Innenstadt. Foto: Sabine Robrecht

Von Sabine Robrecht

Höxter (WB). »Wir verbindet, Wir stärkt, Wir hilft«: Unter diesem Leitwort steht die erste bundesweite Aktionswoche zur Selbsthilfe. Auch im Kreis Höxter fächert sich das breite Spektrum dieser wertvollen Unterstützungsform auf. Dafür sorgt die Kreisgruppe Höxter des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Zusammenarbeit mit dem Kreis.

Im Foyer des Kreishauses in Höxter stellen verschiedene Gruppen und Vereine von Montag, 20., bis Freitag, 24. Mai, in einer gemeinsamen Ausstellung ihre Hilfsangebote vor. Die Kernbotschaft heißt »Selbsthilfe macht stark.« »Wir möchten diesem wichtigen Thema eine Stimme geben, es bekannter machen und Hemmschwellen abbauen«, bringt Kathrin Jäger, Geschäftsführerin der Kreisgruppe Höxter des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, die Intention der Infokampagne auf den Punkt. Diese beschränkt sich nicht nur auf Sachinformationen.

Von Dienstag bis Freitag sind jeweils Vertreter verschiedener Selbsthilfegruppen als Ansprechpartner im Kreishaus präsent. »Sie geben der Selbsthilfe ihr Gesicht.« Insgesamt 74 Gruppen sind im Kreis Höxter aktiv. Diese große Zahl nennt Martina Gittel vom Selbsthilfe-Büro des Paritätischen in Höxter. Das Spektrum der Themen reicht von A wie Adipositas bis Z wie Zöliakie. »Unser Büro ist die zentrale Anlaufstelle im Kreis Höxter. Hier werden Gruppen registriert.

Auch sind wir behilflich, wenn Menschen eine Gruppe suchen oder eine Gruppe gründen wollen.« Bestehende Gruppen unterstützt das Büro bei der Öffentlichkeitsarbeit und organisatorischen Fragen. Und: »Wir fördern den Erfahrungsaustausch der Selbsthilfegruppen untereinander und kooperieren mit Fachleuten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich«, erläutert Martina Gittel, die Hauptansprechpartnerin im Büro ist.

Anlaufstelle ist umgezogen

Die 2007 eröffnete Anlaufstelle ist vor kurzem von der Neuen Straße in die Möllingerstraße 5 umgezogen. Aus den Gruppen bekommt Martina Gittel immer wieder die Resonanz, dass die Mitglieder sich so wohl und aufgehoben fühlen, weil jeder weiß, wovon der andere spricht. Wenn es um psychische Erkrankungen wie Depressionen geht, könnten Außenstehende und oft auch Angehörige nicht nachvollziehen, was in den Betroffenen vorgeht. »In der Gruppe finden sie Verständnis und treffen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.«

Angehörige haben sich in der Region ebenfalls in Selbsthilfegruppen zusammengefunden. Bei Essstörungen beispielsweise leiden die Familienmitglieder mit. »Eltern verzweifeln an ihrer Machtlosigkeit.«. Die Angehörigen-Selbsthilfegruppe »nimmt gerne noch Menschen auf«, signalisiert Martina Gittel. Im Büro ist sie montags von 14 bis 17 Uhr und mittwochs von 9 bis 12.30 Uhr zu erreichen (Telefon 95271/6941045, E-Mail selbsthilfe-hoexter@paritaet-nrw.org ).

Selbsthilfe ist vielfältig

»Während der Aktionswoche Selbsthilfe möchten wir zeigen, wie vielfältig die Selbsthilfe ist und dass es sich lohnt, die eigenen Probleme selbst in die Hand zu nehmen«, sagt Martina Gittel. Der Kreis Höxter gestaltet die Kampagne mit. »Die Selbsthilfegruppen haben für den Einzelnen eine große Bedeutung. In den Gruppen trifft man auf Menschen mit ähnlichen Beeinträchtigungen, die Verständnis für die eigene Lage haben.

Hier kann man Probleme des Alltags gemeinsam lösen und sich über neue Therapieangebote informieren«, würdigt Kreisdirektor Klaus Schumacher. Kathrin Jäger betont, dass Selbsthilfe auch und gerade in Zeiten des Internets sowie sozialer Netzwerke eine attraktive Unterstützungsform bei gesundheitlichen Problemen und in anderen schweren Lebenssituationen sei.

Gruppen stellen sich vor

Die Ausstellung zur Aktionswoche wird am kommenden Montag, 20. Mai, um 16 Uhr eröffnet. Dann werden sich im Foyer des Kreishauses täglich von 11 bis 14 Uhr Selbsthilfegruppen zu verschieden Schwerpunkten präsentieren und zu Gesprächen einladen. Den Anfang macht am Dienstag, 21. Mai, unter anderem der Verein »SELBST.HILFE.SUCHT.« aus Willebadessen. Auch der Gesundheitsdienst des Kreises Höxter wird an diesem Tag über das Thema Alkoholmissbrauch informieren.

Am Mittwoch, 22. Mai, stellen sich die Selbsthilfegruppe »Sucht« aus Beverungen und die Schlaganfall Selbsthilfegruppe Bad Driburg vor. Am Donnerstag, 23. Mai, ist die Deutsche Fibromyalgie-Vereinigung im Kreishaus zu Gast und am Freitag, 24. Mai, dann der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter und der MS-Kontaktkreis (Multiple Sklerose) Corvey und Umgebung.

WESTFALEN-BLATT-Serie

Mit einer kleinen Serie begleitet das WESTFALEN-BLATT die Aktionswoche Selbsthilfe. Wir stellen einige der Selbsthilfegruppen im Kreis Höxter im Laufe der kommenden Woche vor.

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