Mo., 20.05.2019

Niederländer Dirk Jobing knipst die Einsatzfahrzeuge des Hochstifts – riesige Sammlung Bei der Feuerwehr auf Fotosafari

Dieses Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug 20 (HLF) der Feuerwehr Warburg hat Dirk Jobing in Szene gesetzt. Es ist eines von 7000 Feuerwehrautos, die der Niederländer bisher in Deutschland fotografiert hat. Im Kreis Höxter fehlten ihm nur noch zehn Fahrzeuge für seine Sammlung – das HLF 20 gehörte dazu.

Dieses Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug 20 (HLF) der Feuerwehr Warburg hat Dirk Jobing in Szene gesetzt. Es ist eines von 7000 Feuerwehrautos, die der Niederländer bisher in Deutschland fotografiert hat. Im Kreis Höxter fehlten ihm nur noch zehn Fahrzeuge für seine Sammlung – das HLF 20 gehörte dazu. Foto: Daniel Lüns

Von Daniel Lüns

Warburg/Paderborn (WB). Dirk Jobings Augen strahlen, als das HLF 20 um die Kurve fährt. Sorgsam dirigiert er den Fahrer, bis das Feuerwehrauto passend steht. Dann zückt der 53-Jährige die Kamera. Der Wagen der Warburger Wehr fehlte dem Niederländer bisher in seiner riesigen Foto-Sammlung.

Zehntausende Autos geknipst

Seit 1982 pflegt Dirk Jobing ein außergewöhnliches Hobby: der Niederländer knipst Feuerwehrautos und sammelt diese Bilder. Die Autos stammen aus seiner Heimatstadt Assen und der dazugehörigen Provinz Drenthe – und den Kreisen Höxter und Paderborn. 25.000 verschiedene Fahrzeuge hat er im Laufe der Jahrzehnte in den Niederlanden abgelichtet. Das HLF 20 der Feuerwehr Warburg ist eines von 7000 deutschen Fahrzeugen in Jobings Sammlung.

Die Liebe zur Feuerwehr steckt ihm im Blut. »Mein Vater war stellvertretender Stadtbrandmeister. Ich war immer dabei, wenn er zur Feuerwehr fuhr«, erinnert sich Dirk Jobing. »Später wollte ich auch zur Feuerwehr. Aber ich war leider zu schwer.« Die Aufnahmebestimmungen in den Niederlanden seien sehr streng.

Alles begann in Warburg

Der Traum von einer Karriere bei den Floriansjüngern zerplatzte. Jobing fand einen Bürojob im Bereich Straßenbau. Das Leben ging weiter. Doch die Liebe zur Feuerwehr blieb. In Warburg keimte die alte Leidenschaft wieder auf. Seine Eltern sind nämlich begeisterte Camper – und in der Hansestadt quasi zu Hause.

»In den Ferien waren wir eigentlich immer hier«, erinnert er sich. »Meinen ersten Geburtstag habe ich in Warburg gefeiert.« Dort schaute er schließlich bei der Feuerwehr vorbei – und machte erstmals Bilder von Einsatzfahrzeugen. »Die Fotografie war immer ein Hobby von mir. Aber ich hatte auch das Interesse an Technik. So kam beides zusammen.«

Unterwegs auf Fotosafari

Die Stadt Warburg war ihm bald zu klein. Dann wurde im ganzen Kreis Höxter geknipst. »Irgendwann war mir auch das zu wenig. Dann bin ich zu Leistungsnachweisen gefahren.« Denn dort, wo viele Feuerwehrleute üben, da stehen natürlich auch viele Feuerwehrautos.

Ratzfatz wuchs Jobings Sammlung an. »Irgendwann merkte ich, dass mir in Paderborn nur zehn Autos fehlten. Dann bin ich auch nach Paderborn gefahren.« Seitdem geht Jobing im ganzen Hochstift auf Fotosafari.

Vielfältigkeit reizt

Ihn reizt vor allem die Vielfalt der deutschen Fahrzeuge. »In den Niederlanden ist alles Einheitsbrei. Die Autos sind genormt, selbst die Beschriftung«, erklärt er. Die Provinz Drenthe zum Beispiel verfüge über 32 Großlöschfahrzeuge, die alle gleich aussehen. »Nur Kennzeichen und Funkrufname sind unterschiedlich.« In Deutschland sei das ganz anders. Viele Autos der Warburger Wehr etwa präsentieren sich stolz mit Desenberg-Aufdruck.

Auch die gesellschaftliche Verankerung der Einsatzkräfte sei anders. »Bei uns ist die Feuerwehr nur Feuerwehr. Wenn ich denen sage, dass die Wehren in Deutschland Osterfeuer organisieren, dann gucken die mich komisch an. Bei uns ist das nur ein Nebenjob«, erklärt der 53-Jährige.

Austausch und Fachsimpeln

Über die Jahrzehnte sind unzählige Kontakte und Freundschaften entstanden. Das kommt dem Niederländer zugute, wenn er wieder einen Foto-Besuch im Hochstift plant. »Mittlerweile braucht uns Dirk nicht mehr fragen. Wir sagen ihm Bescheid, wenn wir ein neues Fahrzeug haben«, sagt etwa Jürgen Rabbe, Leiter der Feuerwehr Warburg.

Zum vereinbarten Fototermin kommt Rabbe persönlich. Den freundschaftlichen Schnack zwischen den Aufnahmen, das lassen sich beide Seiten nicht nehmen. Ebenso wenig das Fachsimpeln und den Erfahrungsaustausch. Die Wehren freuen sich über das Interesse. Jobing stellt ihnen seine Aufnahmen auch zur Verfügung. Rabbe: »Wir nutzen seine Bilder auf unserer Homepage, Fotos von unseren älteren Fahrzeugen sind in unserer Chronik.«

Sammlung bei Facebook

Seit Dezember 2015 zeigt Dirk Jobing seine Fotos auch auf seiner Facebook-Seite »Feuerwehrfahrzeuge aus den Kreisen Höxter und Paderborn – Hochstift« . »Dort kann ich meine Sammlung jedem zeigen«, sagt der Niederländer.

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