Do., 30.05.2019

Buntes Programm für 23. Juni geplant – Kinder können beim Malwettbewerb gewinnen Hardehausen feiert ein Wildpferdefest

Auf das Wildpferdefest und über den neuen Tarpanhengst (nicht im Bild) freuen sich (von links) Roland Schockemöhle (Leiter Regionalforstamt Hochstift), Uwe Wischkony (Förderverein Walderlebnisgebiet Hardehausen), Charlotte Fricke (Bundesfreiwilligendienst und Organisatorin Wildpferdefest), Franz-Gerd Brökel (Sparkasse Höxter) und Rainer Glunz (Förster Wisentgehege).

Auf das Wildpferdefest und über den neuen Tarpanhengst (nicht im Bild) freuen sich (von links) Roland Schockemöhle (Leiter Regionalforstamt Hochstift), Uwe Wischkony (Förderverein Walderlebnisgebiet Hardehausen), Charlotte Fricke (Bundesfreiwilligendienst und Organisatorin Wildpferdefest), Franz-Gerd Brökel (Sparkasse Höxter) und Rainer Glunz (Förster Wisentgehege). Foto: Daniel Lüns

Von Daniel Lüns

Hardehausen (WB). Seit 1959 versuchen die Fachleute am Wildgehege Hardehausen, die ausgestorbene Wildpferderasse Tarpan zurückzuzüchten. 60 Jahre Rückzüchtung – das soll mit einem Wildpferdefest gefeiert werden. Am 23. Juni gibt es am Gehege von 14 bis 18 Uhr ein buntes Programm.

Vorfahren der Hauspferde

Tarpane gelten als einer der Vorfahren der heutigen Hauspferde. Die Tiere waren in ganz Europa zu finden – und beliebte Jagdobjekte. Im 16. Jahrhundert galt die Wildpferderasse in Westeuropa als ausgestorben, 1879 wurde das letzte Tier in Südrussland getötet. »Das genetische Material ist damit verloren«, erklärt Roland Schockemöhle, Leiter des Regionalforstamtes Hochstift.

In Hardehausen lebten daher Tiere, die dem Tarpan äußerlich ähneln sollen. Wie die Rasse ausgesehen hat, das lässt sich nicht mehr hundertprozentig nachvollziehen. Denn nicht nur das Genmaterial der Tiere fehle, ebenso wenig gebe es Fotos von Tarpanen. Fest steht aber: die Pferde in Hardehausen haben wieder die typischen Tarpan-Merkmale. Dazu zählen etwa eine mausgraue Farbe, Streifen an den Beinen oder eine Stehmähne.

213 Fohlen aus Hardehausen

213 Fohlen kamen bisher in Hardehausen zur Welt. Der jüngste Neuzugang der Herde soll dafür sorgen, dass weitere hinzukommen: am 9. Mai kam Zuchthengst Myrddin (walisisch für Merlin) am Wildgehege an. Das ein Jahr alte Tier stammt aus dem Wildgehege Neandertal bei Mettmann. »Die erste Woche war sehr unruhig. Aber mittlerweile sind die Tiere ausgeglichen«, erklärt Rainer Glunz, Förster im Wisentgehege. Die Gruppe habe Myrddin aufgenommen. Im besten Fall könne es bereits in elf Monaten Nachwuchs geben.

Die Anschaffung des Hengstes hat der Förderverein Walderlebnisgebiet Hardehausen bezahlt. Die Sparkasse Höxter steuerte dafür eine Spende über 1400 Euro bei. »Wir sind sehr begeistert von diesem Projekt«, sagt Franz-Gerd Brökel von der Sparkasse Höxter über die Tarpan-Rückzüchtung. Sie sei ein wichtiger Beitrag zum Naturverständnis.

Fest und Wettbewerb

Um die Organisation des Wildpferdefestes kümmert sich Charlotte Fricke, Bundesfreiwilligendienstlerin am Waldinformationszentrum Hammerhof. Für den 23. Juni bereitet sie ein Programm am Gehege vor. Auch ruft sie Kinder bis zwölf Jahre zu einem Malwettbewerb auf, der unter dem Motto »Wilde Pferde« steht.

Welche besonderen Momente haben die Kinder mit den Hardehausener Tarpanen erlebt? Wie haben die Wildpferde wohl früher im Wald gelebt? Welches Motiv ist den Kindern im Gedächtnis geblieben? »Malt ein Bild, dass Tarpane zeigt. Egal, ob nur ein Pferd oder die ganze Herde«, appelliert Fricke.

Preise zu gewinnen

Die Bilder können bis zum 19. Juni im Waldinformationszentrum Hammerhof, Walme 50 in Scherfede, abgegeben oder per Post eingereicht werden. Gemalt wird im DIN A4-Format. Auf der Rückseite sollten der vollständige Name des Kindes, dessen Alter und die Adresse angegeben werden. Für die ersten drei Plätze gibt es Preise. Auch Sonderpreise sind geplant. Teilnehmer, die bei der Siegerehrung am 23. Juni um 15.30 Uhr am Tarpanstall dabei sind, bekommen ein kleines Geschenk. Alle Bilder werden kopiert, die Kopien werden laminiert und über den Sommer in einer Freiluftgalerie am Tarpangehege ausgestellt. Die Zeichner sollen ihre Originale zurückbekommen.

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