Do., 06.06.2019

Spieker: Leuchtturmprojekt »Smart Country Side« setzt bundesweit neue Maßstäbe Rösebecker ernten viel Lob

Haben ein erstes Fazit des Modellprojekts »Smart Country Side« (SCS) gezogen (von links) Dr. Andreas Knoblauch-Flach (VHS), Steffen Hess (Fraunhofer IESE), Martina Werdehausen (Caritas), Heidrun Wuttke (Projektreferentin SCS), Markus Ehle (Projektmanager Smarte Halle), Josef Peine (Vertreter Dorfwerkstatt), Landrat Friedhelm Spieker, Michael Stolte (Geschäftsführer GfW).

Haben ein erstes Fazit des Modellprojekts »Smart Country Side« (SCS) gezogen (von links) Dr. Andreas Knoblauch-Flach (VHS), Steffen Hess (Fraunhofer IESE), Martina Werdehausen (Caritas), Heidrun Wuttke (Projektreferentin SCS), Markus Ehle (Projektmanager Smarte Halle), Josef Peine (Vertreter Dorfwerkstatt), Landrat Friedhelm Spieker, Michael Stolte (Geschäftsführer GfW).

Warburg/Höxter/Brakel (WB). Seit drei Jahren läuft das Projekt »Smart Country Side« als Kooperation der Landkreise Höxter und Lippe. Bei einer ersten Bilanz haben sich die Beteiligten jetzt sehr zufrieden gezeigt – ein Dorf im Warburger Raum wurde dabei besonders gelobt.

»Smart Country Side setzt bundesweit neue Maßstäbe«, betonte Landrat Friedhelm Spieker zu Beginn der Veranstaltung. »Andere Bundesländer und Regionen schauen mit großem Interesse auf unseren Kreis, in dem sich 16 Dörfer zum Ziel gesetzt haben, ihre Heimat fit zu machen für die digital vernetzte Zukunft«, ergänzte er.

Sechs Dörfer aus dem Kreis Höxter erproben digitale Anwendungen

Sechs Golddörfer aus dem Kreis Höxter erproben seit Jahresbeginn mit ihren Dorfgemeinschaften digitale Anwendungen, die auf Dorfkonferenzen im Herbst 2017 gemeinsam diskutiert und beschlossen wurden.

Dazu gehören eine digitale Dorf-Plattform, ein neuer Dorf-Hilferuf, eine Neuorganisation der Nachbarschaftshilfe unter dem Stichwort »Sorgendes Dorf«, eine digitale Kirchen-Plattform sowie eine smarte Bürgerhalle.

Dorf-Digital-Experten bilden sich fort

Parallel dazu stärken 120 sogenannte Dorf-Digital-Experten aus 16 Dörfern seit Februar 2018 ihre digitale Kompetenz, beispielsweise bei VHS-Schulungen und Fachveranstaltungen. Dafür wurden die GfW und VHS im Dezember 2018 mit dem Innovationspreis des Deutschen Institutes für Erwachsenenbildung ausgezeichnet.

Neue Webseite für Ovenhausen

Martina Werdehausen, Dorf-Digital-Expertin und Teamleiterin der Caritas Konferenz aus dem SCS-Modellort Ovenhausen, präsentierte die neue Website mit den integrierten Plattformen »Kirche« und »Sorgendes Dorf«. »Vertreter unserer Vereine und der Kirche, Interessensgruppen, die Caritas, alle haben sich zusammengesetzt und gemeinsam überlegt, wie sich das Dorf nach außen als digitales Dorf präsentieren möchte. Das hat unser Miteinander im Dorf gestärkt«, unterstrich sie.

Der Projektleiter digitale Dörfer des Fraunhofer Instituts IESE, Steffen Hess, zeigte den Anwesenden daraufhin den neuen Dorf-Funk, eine Art Messenger und digitaler Marktplatz fürs Dorf, den nach seinen Angaben bereits 1.300 Bürger in Höxter und Lippe nutzen, um Neuigkeiten im Dorf auszutauschen, auf Veranstaltungen aufmerksam zu machen oder Hilfe anzubieten.

Lob für ehrenamtliches Engagement der Rösebecker Bürger

Besonders erfreut zeigte sich Landrat Spieker von dem ehrenamtlichen Engagement der Röse­becker Bürger, die im Rahmen des Projekts als eines der ersten Dörfer weit und breit ihre »sehr gut genutzte Bürgerhalle mit smarter Steuerungstechnik ausgestattet haben.«

Markus Ehle, Projektmanager Smarte Halle, und Josef Peine, Vertreter der Dorfwerkstatt, betonten die zahlreichen Vorteile, die sich für das Dorf durch die mobile Steuerung ergäben. Vor der Installation leistete das Dorf allein über 800 Stunden ehrenamtliche Arbeit zur Vorrüstung und investierte selbst 12.000 Euro, um sich den lang gehegten Wunsch zu erfüllen.

Der Clou: Rösebeck berät selbstorganisiert auch die SCS-Modellorte Wehrden und Merlsheim, die ebenfalls eine smarte Bürgerhalle erhalten, und stehen anderen interessierten Dörfern als Vorbild mit Rat und Hilfe zur Verfügung.

»Wir sind sehr stolz auf das, was das Projekt SCS in knapp drei Jahren erreicht hat«, fasste Landrat Spieker zusammen. »Unser Bundespräsident hat sich beim Besuch der Internationalen Grünen Woche über das Projekt informiert. Die Dorf-Digital-Experten wurden von MdB Christian Haase im Bundestag vorgestellt. Ovenhausen ist vom Deutschen Caritasverband als bundesweiter Referenzort ausgewählt worden. Dies alles verdanken wir dem vorbildlichen Engagement unserer Bürger, die ihre Zukunft selbst gestalten wollen, aber auch dem großen Einsatz der GfW als Projektträger und der VHS«, fügte er hinzu.

Michael Stolte, Geschäftsführer der GfW, ergänzte: »Durch unsere strategische Kooperation mit dem Fraunhofer IESE sind wir Teil eines wachsenden Netzwerkes von über 100 digitalen Dörfern bundesweit. Schon jetzt sind wir bis nach Berlin bekannt als Kompetenzregion für die Digitalisierung im ländlichen Raum«.

Ideen für die Zeit nach dem Projektende

»Auf diesem Erfolg möchten wir aufbauen«, erläuterte Heidrun Wuttke, SCS-Projektreferentin, zum Schluss. »Zusammen mit den Kommunen und der VHS denken wir intensiv über eine Verbreitung und Verstetigung nach Projektende nach. Wir wollen demnächst 30 Dörfern im Kreis Höxter die Möglichkeit anbieten, ebenfalls die digitale Dorf-Plattform sowie digitale Anwendung zu erproben, um die Daseinsvorsorge und Teilhabe sowie das Miteinander vor Ort zu stärken.«

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