So., 09.06.2019

Tatverdächtiger konnte nach Befragung wieder gehen Erschossener Walter Lübcke: Mann aus Gewahrsam entlassen

Der Tatort in Wolfshagen-Istha: Rund 30 Kilometer von Warburg entfernt liegt das Haus des verstorbenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Dort wurde der CDU-Politiker in der vergangengen Woche tot aufgefunden.

Der Tatort in Wolfshagen-Istha: Rund 30 Kilometer von Warburg entfernt liegt das Haus des verstorbenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Dort wurde der CDU-Politiker in der vergangengen Woche tot aufgefunden. Foto: Swen Pförtner/dpa

Kassel (WB/dpa/fw/cbr). Der im Fall des erschossenen Kasseler Politikers Walter Lübcke (CDU) in Gewahrsam genommene Mann ist wieder entlassen worden. »Er wurde befragt und konnte danach gehen«, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Mehr Details gab er nicht bekannt. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (»FAZ«) hatte zuvor berichtet und von einer Festnahme gesprochen.

Es handele es sich um einen jüngeren Mann, der in privater Beziehung zu dem 65-jährigen CDU-Politiker gestanden haben solle, berichtete die »FAZ« unter Berufung auf Ermittlerkreise. Auf die Spur des Mannes sei die Polizei durch die umfangreiche Auswertung privater Daten des Getöteten gekommen. Dazu habe dem Vernehmen nach auch die Auswertung seines Mobiltelefons gehört, schrieb die »FAZ« weiter.

Lübcke war in der Nacht zum Sonntag der vergangenen Woche gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel, etwa 30 Kilometer von Warburg entfernt, mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden . Reanimationsversuche blieben erfolglos, um 2.35 Uhr wurde der Staatsanwaltschaft zufolge in einem nahe gelegenen Krankenhaus der Tod des 65-Jährigen festgestellt. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden.

Die Polizei begann mit fieberhaften Ermittlungen. Der gewaltsame Tod des Kasseler Regierungspräsidenten wurde zudem kurzfristig auch ein Thema für »Aktenzeichen XY... ungelöst«. Nach der ZDF-Sendung mit Moderator Rudi Cerne waren bis vergangenen Mittwoch gut 80 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Dabei handelt es sich auch um Fotos und Videos einer Kirmes in unmittelbarer Tatortnähe. Später kamen weitere Hinweise hinzu, so dass die Zahl auf etwa 160 anstieg.

Bisher gab es aber keine heiße Spur. Motiv und Täter waren unbekannt. Am Samstag klickten zwar zunächst die Handschellen , doch der Tatverdächtige wurde am frühen Sonntagmorgen wieder freigelassen.

Die Trauerfeier für den Regierungspräsidenten ist für den 13. Juni in Kassel geplant. In der Martinskirche werde es einen Trauergottesdienst mit »protokollarischen Ehrenbekundungen« geben, kündigte eine Regierungssprecherin an.

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