Do., 13.06.2019

Warburger Behörde lädt für Freitag zum Tag der offenen Tür ein NRWs kleinstes Finanzamt wird 100

Zum Jubiläum haben die Mitarbeiter eine Ausstellung erstellt. Die Dienststellenleiterin Dr. Katrin Kirchner (von links), Annika Klenke, Patrick Rose und Birgit Borchert-Dietz zeigen eine Vitrine mit alten Verordnungen, Pfandsiegeln und Geräten.

Zum Jubiläum haben die Mitarbeiter eine Ausstellung erstellt. Die Dienststellenleiterin Dr. Katrin Kirchner (von links), Annika Klenke, Patrick Rose und Birgit Borchert-Dietz zeigen eine Vitrine mit alten Verordnungen, Pfandsiegeln und Geräten. Foto: Daniel Lüns

Von Daniel Lüns

Warburg (WB). Kleine Behörde, großes Jubiläum: Das Finanzamt Warburg, das kleinste Finanzamt in Nordrhein-Westfalen, feiert 100. Geburtstag. Zum Jubiläum haben die Mitarbeiter die Geschichte des Amtes aufgearbeitet. Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung präsentiert. Zudem lädt die Behörde zum Tag der offenen Tür.

Nach dem ersten Weltkrieg

»Nicht nur wir feiern Geburtstag«, erklärt Dr. Katrin Kirchner, Dienststellenleiterin des Finanzamtes. Nach dem Ersten Weltkrieg und in der Anfangszeit der Weimarer Republik sei quasi das ganze Steuerwesen neu aufgestellt worden.

Zum Beispiel wurden gesetzliche Grundlagen und einheitliche Steuerstandards geschaffen – ein einheitliches Steuerrecht hatte es im Kaiserreich nämlich noch nicht gegeben. Einer der Nachfahren dieser Standards ist übrigens die Abgabenordnung (AO), das zentrale Gesetz des deutschen Steuerrechts.

Gegründet als Nebenstelle

Die Finanzamtsmitarbeiter Birgit Borchert-Dietz und Patrick Rose versuchten ab Anfang des Jahres, die Geschichte des Finanzamtes nachzuvollziehen. Erste Anhaltspunkte gab eine Chronik, die im Intranet der Behörde zu finden ist. Zentrale Zahlen, Daten und Fakten waren dort zu lesen.

Etwa, dass die Geburtsstunde der Behörde am 1. April 1919 war, als das Reichsfinanzministerium die Bildung hauptamtlicher Veranlagungsbehörden anordnete – und das heutige Finanzamt Warburg als Nebenstelle des sogenannten Staatssteueramtes in Paderborn entstand. Damals hieß die Warburger Behörde noch Zweigsteueramt. Auch die Einweihung des aktuellen Dienstsitzes an der Sternstraße 33 im Jahr 1958 fand seinen Eintrag, ebenso die abgewendete Fusion mit dem Finanzamt Höxter im Jahr 2008.

Dachbodenrecherche

Im Laufe der vergangenen 100 Jahre zog die Behörde mehrfach um. Zunächst im Landratsamt an der Bahnhofstraße untergebracht, bezogen die Mitarbeiter 1920 das Hiddessen-Haus an der Unterstraße. Zum Team gehörten damals noch fünf Personen. Später zog die Behörde ins heutige Museum im Stern (1923), 1938 wurde eine Nebenstelle im Weidnerschen Haus in der Kalandstraße eingerichtet. 1952 wurden Abteilungen ins Dachgeschoss des Hauses Josef-Wirmer-Straße 28 verlagert.

Die vielen Umzüge erschwerten die Recherche, erklärt Frank Kriwet: »Mit jedem Umzug geht ja auch etwas verloren.« Auf dem Dachboden des heutigen Dienstsitzes stießen die Mitarbeiter schließlich auf Dokumente, welche einen Einblick in die Geschichte gaben. »Die einzelnen Zeitabschnitte waren sogar schon teilweise zusammengefasst«, ergänzt Borchert-Dietz.

Manches ändert sich nie

Bei der Lektüre der Dokumente stießen die Mitarbeiter des Finanzamtes auf viele interessante Details. Zudem stellten sie fest: Manches ändert sich eben nie. »Schon damals musste immer alles sofort geregelt werden«, nennt Borchert-Dietz ein Beispiel. Das Lesen der umfangreichen alten Akten habe auch einige Zeit in Anspruch genommen.

Tag der offenen Tür

Das Finanzamt Warburg feiert das 100-jährige Bestehen am Freitag, 14. Juni, ab 14 Uhr mit einem Tag der offenen Tür. Bis 17 Uhr können Interessierte im Dienstsitz an der Sternstraße 33 hinter die Kulissen der Behörde schauen, um mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.

Beim Tag der offenen Tür wird auch die Ausstellung vorgestellt, die den Titel »100 Jahre Finanzverwaltung in Warburg« trägt. Die Ausstellung kann auch nach dem Tag der offenen Tür während der Öffnungszeiten des Finanzamtes besucht werden. Die Behörde ist montags sowie mittwochs bis freitag von 8.30 bis 12 Uhr und donnerstags von 13.30 bis 15 Uhr geöffnet. Dienstags ist geschlossen.

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