Do., 25.07.2019

Hüffert-Hausmeister Karl-Heinz Kohlisch geht in Rente »Die Kinder werden mir fehlen«

Hüffert-Hausmeister Karl-Heinz Kohlisch ist in Rente. 22 Jahre lang hat der das weitläufige Schulgebäude betreut.

Hüffert-Hausmeister Karl-Heinz Kohlisch ist in Rente. 22 Jahre lang hat der das weitläufige Schulgebäude betreut. Foto: Jürgen Vahle

Von Jürgen Vahle

Warburg (WB). Hausmeister sind oft die Seele einer Schule. Wenn Kinder und Lehrer in die Ferien verschwinden, sind sie noch da, räumen auf, koordinieren Reparaturen. Das hat 22 Jahre lang auch für Karl-Heinz Kohlisch gegolten. Jetzt nicht mehr. Der 61-jährige Daseburger ist mit Beginn der Ferien offiziell von Bürgermeister Michael Stickeln in den Vorruhestand verabschiedet worden.

30 Jahre lang war Karl-Heinz Kohlisch bei der Stadt Warburg beschäftigt und die vergangenen 22 als Hausmeister des Hüffertgymnasiums, das in der Spitze 1200 Schüler und 90 Lehrer hatte. »Das waren eine klasse Zeit, traurig ist nur, wie schnell 30 Jahre vergangenen sind«, berichtet der Daseburger und blickt noch einmal auf den großen Schriftzug »Hüffertgymnasium«, der am Eingang der Schule hängt.

Nach dem Besuch der Volksschule in Daseburg und Borgen­treich absolvierte Karl-Heinz Kohlisch zunächst eine Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur bei der Daseburger Firma Eberhard Ey. Noch heute hat er einen guten Kontakt zu den Mitarbeitern. Nach der Bundeswehrzeit heuerte Kohlisch bei der Firma Benteler an. Dort blieb der Handwerker 13 Jahre lang als Controler.

Vorgänger starb 1996 überraschend

1990 dann der Wechsel zur Stadt Warburg. Der Bauhof suchte einen Kollegen für die Werkstatt: Rasenmäher und Fahrzeuge reparieren. Karl-Heinz Kohlisch erhielt den Zuschlag, war dann sechs Jahre lang am Heidweg tätig.

Ein trauriges Ereignis bescherte dem Vater zweier heute erwachsener Töchter den Job, den er bis vor wenigen Tagen offiziell ausgeübt hat: Hüffert-Hausmeister! Sein Vorgänger Georg Gießler starb 1996 überraschend – und Karl-Heinz Kohlisch bekam quasi über Nacht die neue Aufgabe übertragen. »Nach drei Tagen habe ich zu Hause noch gesagt: Das mach’ ich nicht weiter!«, erinnert er sich. Welch eine Fehleinschätzung. Nach 22 Jahren geht er mit einem lachenden und einem weinenden Auge: »Die Kinder werden mir fehlen!«

Zusammenarbeit mit den Menschen

Die Zusammenarbeit mit den Menschen sei ihm immer das Wertvollste gewesen, berichtet der 61-Jährige. »Ich bin mit den Lehrern, Schülern, aber auch den Eltern immer gut ausgekommen«, erzählt er – und hebt kurz die Hand zum Gruß. Während sich Karl-Heinz Kohlisch an die vergangenen Jahre und drei Schulleiter erinnert, eilt Christoph Menne (48) an ihm vorbei. Der Weldaer hat gemeinsam mit Daniela Leone Kohlischs Nachfolge angetreten. Die drei haben auch eine Zeit lang zusammengearbeitet.

Das war bei Karl-Heinz Kohlischs Amtsantritt 1996 ganz anders: »Vor Ort war niemand, den man bei technischen Angelegenheiten hätte fragen können.« Die Mitarbeiter vom Bau- und Schulamt hätten dann mitgeholfen, dass es weiterging. Auch die übrigen Hausmeister der Stadt seien immer ansprechbar gewesen. Nicht zuletzt auch Bürgermeister Michael Stickeln selbst, auf den Karl-Heinz Kohlisch große Stücke hält: »Der wird uns noch ganz schön fehlen!«

Einsätze, die im Gedächtnis bleiben

Fehlen werden dem Daseburger vielleicht auch die Einsätze, die anstrengend waren, aber im Gedächtnis geblieben sind: ein verqualmtes Treppenhaus im Altbau mitten in der Oktoberwoche, der zweimalige Wassereinbruch nach Starkregen, der weite Teile des Kellergeschosses flutete, oder die Heizungsanlage, die ausgerechnet an kältesten Tag des Jahres ausgefallen war. »Das Gebäude ist 40 Jahre alt, da gab es immer etwas zu tun.«

Gebraucht wird Karl-Heinz Kohlisch auch nach seinem aus gesundheitlichen Gründen vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand. Er ist Vorsitzender des Daseburger Angelvereins, in einem Kegelclub – und seine beiden Töchter will er nun auch stärker unterstützen. Dass ihm die Hüffert fehlen wird, wird aber schnell deutlich: »Das sind hier einfach nette Lehrer und nette Schüler!«

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