Fr., 16.08.2019

Sparda-Studie: großer Bedarf an erschwinglichem Wohnraum Kaufen günstiger als mieten

Frank Becker, Leiter der Sparda-Bank in Warburg.

Frank Becker, Leiter der Sparda-Bank in Warburg.

Warburg (WB/ben). Im Kreis Höxter ist laut einer aktuellen Studie der Sparda-Banken der Kauf einer Immobilie auf lange Sicht immer noch günstiger als ein Mietverhältnis. Vergleiche man die Kosten, schnitten Käufer deutlich besser ab. »Käufer sparen gegenüber Mietern 28 Prozent«, sagt Frank Becker, seit über zehn Jahren Filialleiter der Sparda-Bank in Warburg. Damit liege der Kreis unter dem landesweiten Durchschnitt von NRW, wo der Kostenvorteil von Käufern im Vergleich zu Mietern 35 Prozent betrage, so Becker.

Diese Zahlen stammen aus der jetzt veröffentlichten bundesweiten Analyse »Wohnen in Deutschland 2019«, die der Verband der Sparda-Banken in Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) und dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) herausgegeben hat.

In Großstädten sei es nach wie vor schwierig, eine geeignete Immobilie zu annehmbaren Preisen zu finden. »Der Kreis Höxter mit seinen rund 141.600 Einwohnern hat sich mit einer 13-prozentigen Preissteigerung bei Wohnimmobilien seit 2005 jedoch moderat entwickelt«, berichtet Becker. Bundesweit seien Kaufpreise in diesem Zeitraum um 54 Prozent gestiegen, landesweit um 31 Prozent.

2,8 Jahresnettogehälter für den Immobilienkauf

Blicke man auf die konkret mit einem Immobilienkauf verbundenen Kosten, liege der Kreis Höxter weit unter dem Durchschnitt: 2,8 Jahresnettogehälter seien hier im Schnitt nötig, um sich diesen Traum zu erfüllen. Das sei weniger als im gesamten Land Nordrhein-Westfalen, wo im Schnitt 4,9 Jahresnettogehälter aufgewendet würden. Vergleichsweise niedrig sei auch der durchschnittliche Quadratmeterpreis von 1170 Euro für Wohneigentum; im Bundesdurchschnitt müssten 2379 Euro aufgewendet werden, in NRW 2053 Euro.

Mieter im Kreis Höxter zahlten im Schnitt 5,25 Euro pro Quadratmeter und Monat, auch das liege unter dem NRW-Durchschnitt von 6,92 Euro, und auch deutlich unter dem bundesweiten Niveau, wo im Schnitt 7,50 Euro pro Quadratmeter Miete zu zahlen seien.

4,3 Baugenehmigungen je 1000 Bestandswohnungen

Bundesweit gelten laut Sparda-Banken die Immobilien für 264.000 Euro als erschwinglich. Im Kreis Höxter bekommen Immobilienkäufer dafür 226 Quadratmeter Wohnfläche und damit weit mehr als durchschnittlich bundesweit (80 Quadratmeter) oder in NRW (129 Quadratmeter).

Mit 4,3 Baugenehmigungen je 1000 Bestandswohnungen liegt der Kreis noch deutlich unter dem Durchschnitt von NRW (6,2) und Bund (7,6). Bei den Wohnungsneubauten sieht es ähnlich aus: Auch hier liegt der Kreis mit 5,2 fertiggestellten Neubauten je 1000 Bestandseinheiten ebenfalls unter dem Landes- (5,3) als auch dem Bundesdurchschnitt (6,7). »Bei uns herrscht großer Bedarf an kleineren Wohnungen sowie an erschwinglichem Wohnraum für junge Familien«, so Frank Becker.

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