Do., 22.08.2019

Denkmal-Stiftung unterstützt Holsterburg-Projekt mit 50.000 Euro Mauerwerk wird saniert

Das Mauerwerk der Holsterburg wird saniert, um das historische Bauwerk für Besucher erlebbar zu machen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt das Vorhaben mit einer Fördersumme in Höhe von 50.000 Euro.

Das Mauerwerk der Holsterburg wird saniert, um das historische Bauwerk für Besucher erlebbar zu machen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt das Vorhaben mit einer Fördersumme in Höhe von 50.000 Euro. Foto: LWL

Warburg (WB). In diesen Tagen hat Rainer Ehle, Leiter des Bauamtes der Stadt Warburg, einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 50.000 Euro für die Sanierung des Mauerwerks der Holsterburg erhalten.

Die südöstlich vor den Toren Warburgs gelegene Ruine ist das fünfte Denkmal in der Hansestadt, dessen Restaurierung die DSD seit 2015 unterstützt und eines der über 460 Projekte, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel von West-Lotto aus der Lotterie Glücks-Spirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Die Ruine der staufischen Holsterburg liegt in offener Landschaft, an der einst wichtigen Fernverbindung von Kassel nach Paderborn. Errichtet wurde die Niederungsburg um 1170/1180 von den Herren von Holthausen in der Nähe des gleichzeitig erstmals erwähnten Dorfes Holthusen.

1294 wurde die Burg zerstört

Bereits 1294 wurde die Burg mit dem dazugehörigen Ort zerstört. Die Mauerreste wurden zugeschüttet und von einem bewachsenen Hügel überdeckt.

Von 2010 bis 2017 gruben die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe die Burg in Teilen aus, um sie zu erforschen. Zu den Untersuchungen gehörten auch Geländeprospektionen, weitere Grabungen zum Standort des Bergfrieds und zu den Heizungsanlagen sowie zum Ort Holthusen.

Die Stauferburg verfügte über 1,70 Meter breite, zweischalige Kalksteinmauern, in deren Verlauf verputzte Quader mit bis zu 1,38 Meter Länge verarbeitet wurden. Die Burgmauern umfassen einen Hof von 428 Quadratmetern, bei einem Durchmesser von 26 Metern. Große Aufmerksamkeit erregte der Fund eines Kalksteinkanals, der innen bündig mit der Innenschale in der Ringmauer integriert verläuft. Er war vermutlich Teil eines Heizsystems.

Achteckige Anlage einzigartig in Westfalen

Die Burg ist von besonderer Bedeutung für die Burgenforschung, da sie eines der nördlichsten Beispiele einer achteckigen Anlage im deutschsprachigen Raum und die einzige ihrer Art in Westfalen ist. Das Achteck verweist als Symbol der Vollkommenheit zudem auf andere oktogonale Bauten, zum Beispiel den Felsendom in Jerusalem (Israel), das staufische Castel Del Monte in Apulien (Italien) oder das Westwerk des Essener Doms.

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