Fr., 23.08.2019

Kehrtwende: Besitzer will Gebäude nun doch aufwendig sanieren und ausbauen Pennig-Haus wird ein Denkmal

Der Besitzer des Pennig-Hauses, eine Immobiliengesellschaft aus Salzkotten, will das Gebäude nun doch nicht abreißen, sondern es in die Denkmalliste eintragen lassen.

Der Besitzer des Pennig-Hauses, eine Immobiliengesellschaft aus Salzkotten, will das Gebäude nun doch nicht abreißen, sondern es in die Denkmalliste eintragen lassen. Foto: Ralf Benner

Von Ralf Benner

Warburg (WB). Paukenschlag und Kehrtwende um 180 Grad: Das Pennig-Haus soll auf Wunsch des Eigentümers nun doch in die Denkmalliste der Stadt Warburg eingetragen werden. Das sagte Ewald Peters, geschäftsführender Gesellschafter der Immobiliengesellschaft aus Salzkotten, der das Haus gehört, dem WESTFALEN-BLATT. Einen entsprechenden Beschluss habe die Gesellschafterversammlung am Freitagvormittag gefasst, erklärte Peters.

Noch am Freitag habe er Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln diese Entscheidung mitgeteilt, berichtete Peters. Der Abriss des Hauses sei damit vom Tisch. »Ich möchte mit diesem Beschluss ein Zeichen setzen«, erklärte er.

Das Gebäude in der Marktstraße 18 soll nach seinen Worten nun denkmalgerecht ausgebaut und die Fachwerkfassade saniert werden. »Wir wollen in der Warburger Kernstadt nun endlich dringend benötigten Wohnraum schaffen – in einem Gebäude, dass sich bestmöglich in das Ensemble der umliegenden Fachwerkhäuser einfügt«, führte Peters aus. Zehn Eigentumswohnungen will die Immobiliengesellschaft in dem Gebäude schaffen – so viele, wie ursprünglich auch in dem Neubau vorgesehen waren, den Peters nach Abriss des Pennig-Hauses an dessen Stelle errichten wollte.

Investor kommt dem Petitionsausschuss zuvor

Er habe die Hoffnung, dass alle, die sich gegen Abriss und Neubau ausgesprochen hätten – LWL, Denkmalstiftung und auch Unterzeichner der Petition –, ihn nun bei seinem Vorhaben, das Pennig-Haus denkmalgerecht zu sanieren, unterstützen werden, so Peters.

»Damit ist die Kuh vom Eis«, freute sich Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln über die Nachricht, die ihn kurz vor Feierabend am Freitagmittag im Behördenhaus erreichte. »Ich bin sehr glücklich, weil jetzt alle Beteiligten zufrieden sein können«, sagte Stickeln auf Anfrage dieser Zeitung. Bei seinem Vorhaben, das Pennig-Haus denkmalgerecht auszubauen, werde der Eigentümer jedwede Unterstützung der Stadt Warburg sowie der Unteren Denkmalbehörde erhalten, etwa bei der Beschaffung von Fördergeldern, versicherte das Stadtoberhaupt.

Mit seinem Entschluss, das Pennig-Haus in die Denkmalliste eintragen zu lassen, ist Investor Ewald Peters dem Petitionsausschuss des Düsseldorfer Landtages zuvorgekommen, der noch vor der Ratssitzung am Dienstag, 3. September, über die Denkmalwürdigkeit des Hauses beraten und eine Empfehlung abgeben wollte .

In geheimer Abstimmung hatte sich der Ausschuss für Kultur-, Heimat- und Denkmalpflege der Stadt noch am Dienstag dagegen ausgesprochen, dass Haus-Pennig in der Marktstraße 18 in die Denkmalliste eintragen zu lassen.

Rat muss nicht mehr entscheiden

Die Ratssitzung, in der eigentlich die Angelegenheit »final beschlossen« werden sollte, ist nun um einen Tagesordnungspunkt ärmer. »Es besteht aus meiner Sicht keine Notwendigkeit mehr, in der Sitzung über diese Angelegenheit zu beraten«, erklärte Stickeln. Seitens der Verwaltung und der Unteren Denkmalbehörde der Stadt würden nun alle notwendigen Schritte für den Eintrag des Pennig-Hauses in die Denkmalliste unternommen, erläuterte er.

Das Thema Pennig-Haus war noch einmal auf die Tagesordnung der städtischen Gremien geraten, weil die Rechtsanwältin des Besitzers mit Schadenersatz in sechsstelliger Höhe gedroht hatte . Wie berichtet, hatte der Warburger Bezirksausschuss eine Unterschutzstellung des maroden Fachwerkhauses an der Marktstraße zunächst abgelehnt – und damit den Weg für den geplanten Abriss freigemacht.

Als sich die kritischen Stimmen aber mehrten, wurde die Entscheidung zunächst zurückgenommen und ein Gutachter aus Hamburg eingeschaltet. Der kam – wie der Investor und der Bezirksausschuss zuvor – zu dem Ergebnis, dass das Gebäude nicht denkmalwürdig sei und abgerissen werden könne .

Allerdings gab es andere Meinungen. Der LWL befürwortete eine Unterschutzstellung des Hauses. Bürger, die das Haus erhalten wollen, legten neue Expertisen vor. Schließlich befasste sich auch der Petitionsausschuss des Landtages mit dem Thema.

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