Barrierefreier Umbau der Warburger Innenstadt nach acht Jahren offiziell beendet – mit Video
Kleiner Schnitt beendet großes Projekt

Warburg (WB). Nur wenige Bauprojekte in der jüngeren Geschichte Warburgs haben die Bewohner, Gäste, Rat und Verwaltung so intensiv beschäftigt wie der barrierefreie Ausbau der Innenstadt. Am Freitag ist das Zehn-Millionen-Euro-Projekt beendet worden – nach acht Jahren Bauzeit.

Samstag, 07.09.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 07.09.2019, 08:24 Uhr
Freude auf allen Seiten: Symbolisch ist der barrierefreie Ausbau der Warburger Innenstadt gestern mit dem Durchtrennen eines Bandes abgeschlossen worden. Foto: Jürgen Vahle
Freude auf allen Seiten: Symbolisch ist der barrierefreie Ausbau der Warburger Innenstadt gestern mit dem Durchtrennen eines Bandes abgeschlossen worden. Foto: Jürgen Vahle

Bürgermeister Michael Stickeln ließ den Fortgang der Arbeiten bei einem kleinen Festakt am Naturkostgeschäft Brinkman an der Unterstraße noch einmal Revue passieren. Die Unterstraße mit den Nebengassen zur Hauptstraße war seit 2018 in einem letzten Bauabschnitt umgestaltet worden.

»Allen die bestmögliche Mobilität ermöglichen«

Stickeln dankte allen Beteiligen und erklärte noch einmal die Intention von Rat und Verwaltung: »Wir wollten allen Warburgern und Besuchern die bestmögliche Mobilität in der Stadt ermöglichen – und zwar für alle Altersgruppen. Barrierefreiheit bringt für viele eine spürbare Erleichterung: für Eltern mit Kindern, für Menschen mit Rollator, für Reisende mit Gepäck und natürlich für Menschen mit Behinderungen«, zählte Stickeln auf. Das Ergebnis könne sich »in jeder Hinsicht sehen lassen und man kann es mit Fug und Recht als gelungen bezeichnen«.

Konkret sind in den vergangenen Jahren das alte, am Ende ungeliebte rote Pflaster entfernt worden. Treppen wurden zurückgebaut und durch Rampen ersetzt, Bordsteine entfernt, Tastelemente für Blinde und Sehbehinderte in den Boden eingelassen. 33.000 Quadratmeter Fläche wurden insgesamt ober- wie auch unterirdisch (Kanäle, Wasser- und Stromleitungen, Telefon/Internet) erneuert.

70 Prozent werden aus Landesmitteln bezahlt

Für Bürgermeister Stickeln besonders erfreulich: Das Zehn-Millionen-Euro-Projekt wurde zu 70 Prozent aus Landesmitteln bezahlt. Die drei Millionen Euro, die aus der Stadtkasse kamen, hätten ohne eine Neuverschuldung aufgebracht werden können.

Stickeln blickte aber auch auf die Situation der Anlieger und Einzelhändler während der Bauphase zurück. Ihnen seien »erhebliche Einschränkungen« auferlegt worden. Er sei dankbar, dass alle die Belastungen »im Sinne des Großen und Ganzen mit viel Geduld und Verständnis« ertragen hätten. Doch das Ergebnis werde auch dem Einzelhandel deutliche Vorteile bringen. Barrierefreiheit sei ein Standortvorteil für Warburg.

Arbeiten geschahen bei laufendem Betrieb

Planer Anton Volmer hat das Projekt von Beginn an betreut. Eine besondere Herausforderung sei die Koordination zwischen den verschiedenen Unternehmen und den Anliegern gewesen. Aber auch erklären musste der Ingenieur aus Warburg reichlich. Manchmal sei es bei den Arbeiten am Leitungsnetz notwendig gewesen, Straßen zwei oder gar dreimal wieder aufzureißen. »Das muss man dann schon sehr genau erklären«, berichtet er. Ohnehin sei es die größte Schwierigkeit gewesen, die Arbeiten sozusagen bei laufendem Betrieb auszuführen.

Diese Besonderheit Warburgs betont auch Landschaftsarchitekt Peter Carl aus Hannover, der den barrierefreien Umbau geplant hat. Für ihn ist Warburg als Pilotstadt etwas ganz Besonderes. Mittlerweile, so berichtet er, gelte die Hansestadt als Vorbild für den barrierefreien Umbau historische Altstädte. »Ich habe die Arbeiten in Warburg erst kürzlich bei einem Fachkongress in Dresden vorgestellt«, berichtet er.

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